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Staatsministerin Natalie Pawlik besucht L’Osteria in Rosbach: Systemgastronomie als Integrationsmotor
Vielfalt, gelebte Willkommenskultur und zahlreiche Aufstiegschancen – die Systemgastronomie zeigt Tag für Tag, wie Integration in den deutschen Arbeitsmarkt gelingen kann. Einen lebendigen Eindruck davon gewann Staatsministerin Natalie Pawlik (SPD), Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, am Donnerstagnachmittag bei ihrem Wahlkreisbesuch des L’Osteria Restaurants im hessischen Rosbach.
Die italienische Markengastronomie ist eines der größten Mitgliedsunternehmen im Bundesverband der Systemgastronomie e. V. (BdS) und beschäftigt europaweit mehr als 8.000 Mitarbeitende aus rund 120 Nationen. Damit steht L’Osteria exemplarisch für eine Branche, die sich seit Jahren als echter Integrationsmotor etabliert hat.
Jede und jeder bekommt eine Chance
Bei L’Osteria ist Vielfalt längst Teil der DNA. Ob in der Küche, im Service oder in der Teamleitung – entscheidend ist nicht, wo jemand herkommt, sondern welches Potenzial er oder sie mitbringt. So entwickeln sich Quereinsteiger:innen zu Führungskräften, Geflüchtete leiten Teams, Mitarbeitende mit Beeinträchtigungen sind selbstverständlich in den Arbeitsalltag integriert. „Wir zeigen, dass Teilhabe nicht an Herkunft oder formalen Abschlüssen scheitern muss – bei uns erhält jede und jeder eine echte Chance“, betont Wolfgang Göbel, Franchisenehmer bei L’Osteria, der seine Restaurants in Limburg, Wetzlar und Rosbach als Familienunternehmen führt. Insgesamt beschäftigt er 165 Mitarbeitende aus 27 Nationen, davon 45 allein in Rosbach.
Einer von ihnen ist der 33-jährige Sasho Radulov aus Nordmazedonien. 2020 kam er nach Deutschland, sammelte zunächst Erfahrung bei McDonald’s und fand Mitte 2023 seinen Platz bei L’Osteria. „Ich freue mich, dass ich hier die Möglichkeit habe, mich weiterzuentwickeln. Mein Ziel ist es, im nächsten Jahr Restaurantleiter zu werden“, erzählt er voller Zuversicht. Und die Chancen dafür stehen, so Wolfgang Göbel, sehr gut.
„Gerade in einer beschäftigungsintensiven Branche wie der Systemgastronomie, in der täglich Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen zusammenarbeiten, zeigt sich, wie viel Potenzial für unternehmerische und auch gesellschaftliche Kultur in echter Teilhabe steckt“, ergänzt Ingo Gugisch, BdS-Vizepräsident und CPO bei L’Osteria. Und er betont: „Wer Vielfalt ignoriert, verliert Talente, Innovationskraft und Glaubwürdigkeit. Deshalb hat L’Osteria mit einem unternehmensweiten Kompetenzmodell konkrete Strukturen geschaffen, die Aufstiegsmöglichkeiten unabhängig von formalen Qualifikationen ermöglichen. Das Kompetenzmodell eröffnet faire Entwicklungschancen. Nicht die Herkunft, sondern Haltung, Motivation und die Bereitschaft zur Weiterentwicklung stehen dabei im Vordergrund.“
Der Rundgang durch das Restaurant bot Staatsministerin Natalie Pawlik nicht nur Gelegenheit, in persönlichen Gesprächen mehr über die Lebens- und Karrierewege der Beschäftigten zu erfahren. Er verdeutlichte zugleich, welche Schlüsselrolle die Systemgastronomie als Integrationsmotor spielt – und welchen Herausforderungen sich die Unternehmen täglich stellen müssen, um Vielfalt und Chancengleichheit im Arbeitsalltag konsequent umzusetzen.
„Es ist beeindruckend zu sehen, wie Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturen Seite an Seite arbeiten und gemeinsam erfolgreich sind. Genau so stellen wir uns gelebte Integration vor“, sagte Pawlik nach den Gesprächen mit Mitarbeitenden.
Forderung nach politischer Unterstützung
Auch BdS-Hauptgeschäftsführer Markus Suchert machte deutlich, dass Vielfalt ein Erfolgsfaktor sei: „Unsere Mitgliedsunternehmen beweisen Tag für Tag, dass Vielfalt und wirtschaftlicher Erfolg Hand in Hand gehen. Damit wir dieses Potenzial auch künftig nutzen können, brauchen wir jedoch weniger Bürokratie, schnellere Verfahren und den politischen Willen, Zuwanderung in Arbeit und Ausbildung zu erleichtern.“
Schon heute arbeiten in den Mitgliedsunternehmen des Bundesverbands der Systemgastronomie e.V. rund 120.000 Menschen aus über 150 Nationen – zu 100 Prozent tarifgebunden, mit vielfältigen Aufstiegs- und Entwicklungsperspektiven. Die Unternehmen übernehmen Verantwortung: Sie zahlen faire Tariflöhne, investieren in Weiterbildung und unterstützen Mitarbeitende mit Migrationsgeschichte gezielt – etwa mit kostenlosen Deutschkursen, individueller Begleitung bei Behördengängen, Qualifizierungsprogrammen oder interkulturellen Schulungen.
Doch klar ist auch: Ohne stärkere politische Unterstützung wird es nicht gehen. Die Branche ist dringend auf Zuwanderung angewiesen – sowohl in der Ausbildung als auch in der Beschäftigung. Deshalb fordert der BdS von der Bundesregierung die zügige Umsetzung konkreter Projekte wie den Aufbau der digitalen „Work-and-Stay-Agentur“ zur Fachkräfteeinwanderung. Ein Sofortprogramm zur Digitalisierung und Beschleunigung der Erwerbsmigration sei unverzichtbar, so Suchert. Angesichts der stetig wachsenden Zahl an Anträgen müsse die Migrationsverwaltung dringend modernisiert und neu aufgestellt werden.
„Wie sollen systemgastronomische Betriebe – und auch andere Branchen – wachsen und zum wirtschaftlichen Aufschwung beitragen, wenn sie keine Mitarbeitenden finden und Verfahren zu lange dauern?“, gibt der BdS-Hauptgeschäftsführer zu bedenken. Die Mitglieder des BdS planen Milliarden-Investitionen in den Standort Deutschland. In den nächsten zehn Jahren sollen mehrere hundert neue systemgastronomische Restaurants eröffnen, durch die wiederum mehrere 10.000 neue Arbeitsplätze entstehen.
Für Staatsministerin Natalie Pawlik zeigte der Besuch in Rosbach, wie Integration und Fachkräftegewinnung in der Praxis gelingen können. „Was ich heute gesehen habe, macht Mut: Wo Unternehmen Chancen eröffnen und Vielfalt fördern, entsteht ein starkes Fundament für unsere Gesellschaft – menschlich wie wirtschaftlich.“
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Über den Bundesverband der Systemgastronomie e. V. (BdS):
Der Bundesverband der Systemgastronomie e.V. (BdS) ist als Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband die umfassende Branchenvertretung der Systemgastronomie Deutschlands. Der BdS vereint die relevanten Player der Systemgastronomie, zu denen unter anderem die Marken Autogrill, Burger King, KFC, McDonald’s, NORDSEE, Pizza Hut, Starbucks, L´Osteria aber auch neuere Konzepte wie beispielsweise PURiNO, THE ASH oder ABACCO's zählen. Die BdS-Mitgliedsmarken beschäftigen rund 120.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie über 2000 Menschen in Ausbildung in nahezu 3000 Standorten. Jeder dritte Euro, der in der Gastronomie in Deutschland ausgegeben wird, wird in den Restaurants der Systemgastronomie ausgegeben. Der BdS bekennt sich zur 100-prozentigen Tarifbindung seiner Mitgliedsrestaurants und versteht sich als Wertegemeinschaft mit großem Integrationswillen und großer Integrationskraft. Die Werte sind in der Charta der Systemgastronomie verankert.