Pressemitteilung —
Neue Kooperationsplattform soll Marktzugang für ukrainisches Biomethan schaffen
- Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft und UkraineInvest gründen eine gemeinsame Dialogplattform für ukrainische Biomethan-Importe.
- Handlungsbedarf besteht bei der Etablierung von Marktzugängen, der Anerkennung von Herkunftsnachweisen und der Schaffung von Transportbedingungen.
- Bergt: „Biomethan-Importe aus der Ukraine stärken die Versorgungssicherheit mit neuen Gasen in Deutschland und fördern die wirtschaftliche Entwicklung in der Ukraine.“
Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft und die Investitionsförderungsagentur des ukrainischen Wirtschaftsministeriums, UkraineInvest, etablieren eine neue Dialogplattform für Biomethan-Importe. Sie schafft einen Rahmen, in dem Akteure aus Wirtschaft und Politik Biomethan für den Wiederaufbau vor Ort und gleichzeitig europäische Energiesicherheit mit neuen Gasen voranbringen können.
Im Rahmen der Ukraine Recovery Conference 2026 in Danzig haben Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft und UkraineInvest ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet, um eine Dialogplattform zu schaffen, die Biomethan-Importe ermöglichen soll. Ziel ist der wirtschaftliche Aufbau der klimafreundlichen ukrainischen Energiewirtschaft und die Lieferung von neuen Gasen nach Deutschland und Europa.
Die Dialogplattform bringt europäische, deutsche und ukrainische Unternehmen, Institutionen an einen Tisch, um Finanzierungsmöglichkeiten auszuloten und gemeinsame politische Positionen zu erarbeiten, die in die Gesetzgebungsprozesse eingebracht werden sollen. Wesentlichen Handlungsbedarf sehen die Partner bei der Schaffung von Marktzugängen, der gegenseitigen Anerkennung von Nachhaltigkeitszertifizierungen und Herkunftsnachweisen sowie der Schaffung grenzüberschreitender Transportbedingungen.
Bengt Bergt, Leiter Public Affairs beim Verband Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft, sieht in Biomethan eine tragende Säule im Energiemix der Zukunft: „Neben der heimischen Produktion werden Lieferungen aus der Ukraine den Markthochlauf von Biomethan in Deutschland und Europa stützen, denn das Produktionspotenzial der Ukraine ist enorm.“ Prognosen gehen von einem jährlichen Produktionsvolumen von 11 TWh bis 2030 aus. Das gesamte Potenzial wird auf bis zu 220 TWh geschätzt. Das deutschlandweite Marktpotenzial wird auf 102 TWh bis 2030 und 331 TWh bis 2045 geschätzt. Biomethan-Importe aus der Ukraine können somit einen erheblichen Beitrag zur Versorgungssicherheit mit neuen Gasen leisten.
Bergt ergänzt:„Die Ukraine verfügt mit ihrem umfangreichen Landwirtschaftssektor und ihrer bestehenden Energieinfrastruktur über ideale Voraussetzungen für die Biomethan-Produktion. Hinzu kommt, dass viel landwirtschaftliche Nutzfläche wegen Kriegsschäden zwar nicht mehr zur Lebensmittelgewinnung, aber trotzdem noch für den Anbau von Energiepflanzen geeignet ist. Mit der neuen Dialogplattform möchten wir den Wiederaufbau des ukrainischen Energiesektors so vorantreiben, dass der Sektor produktionsseitig zum Markthochlauf von Biomethan in Deutschland beiträgt und zugleich dem wirtschaftlichen Wiederaufbau dient.“
„Die Ukraine schafft derzeit die Voraussetzungen, um sich als zuverlässiger Lieferant von Biomethan für den europäischen Markt zu etablieren. Mit einem geschätzten nachhaltigen Biomassepotenzial von 21,8 Milliarden Kubikmetern pro Jahr und sieben in Betrieb befindlichen Biomethananlagen tritt der Sektor nun in eine Phase der kommerziellen Erschließung ein. Biogas- und Biomethanprojekte machen derzeit zahlenmäßig rund 12 Prozent der Energieinvestitionspipeline von UkraineInvest aus“, sagt Maryna Khlystun, Geschäftsführerin von UkraineInvest.
Die Partner wollen in den kommenden Monaten weitere gemeinsame Schritte zum Aufbau der Plattform unternehmen und die Arbeit noch in diesem Jahr aufnehmen.
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