Pressemitteilung —
Felix Burda Award 2026: Prominente machen Mut gegen Darmkrebs
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken eröffnet Präventions-Gala.
Auszeichnungen für Wiener Awareness-Kampagne und wegweisende Leitlinienarbeit zum Lynch-Syndrom aus Bonn.
Berlin, 21. Juni 2026 – Beim 21. Felix Burda Award hat die Felix Burda Stiftung heute Abend im AXICA am Brandenburger Tor herausragendes Engagement und medizinischen Fortschritt in der Darmkrebsprävention ausgezeichnet. Die Gala wurde von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) eröffnet, durch den Abend führte Moderatorin Susan Link (Kölner Treff, Morgenmagazin). Barbara Wussow, Hans Sigl und Prof. Marion Kiechle hielten die Laudationes auf die Preisträger aus Wien, Bonn und München. Die 27-jährige Ehrenfelix-Preisträgerin Ronja Fleckenstein richtete einen bewegenden Appell ans Publikum. Unter den rund 300 Gästen waren neben den Testimonials der Stiftung wie Uschi Glas, Erol Sander, Simon Licht und Wolfgang Stumph auch die Bundestagsabgeordneten Simone Borchardt (CDU), Serdar Yüksel (SPD) und Johannes Wagner (Grüne).
Die deutsche Präventions-Community kam am Sonntagabend in glanzvollem Rahmen in Berlin zusammen, um Menschen zu würdigen, die mit innovativen Ideen, fundierter Forschung und persönlichem Einsatz dazu beitragen, Darmkrebs zu verhindern, früher zu erkennen oder die Versorgung entscheidend zu verbessern. Vor rund 300 Gästen aus Politik, Gesundheitswesen, Medien und Showbusiness wurden Projekte geehrt, die die Prävention von Darmkrebs konkret voranbringen – mit wissenschaftlicher Exzellenz, hoher gesellschaftlicher Relevanz und wirksamer Kommunikation.
„Der Felix Burda Award hat in mehr als zwei Jahrzehnten rund 170 Preisträger öffentlich gewürdigt, deren Engagement im Kampf gegen Darmkrebs sonst wohl nur innerhalb der Communitys begrenzte Beachtung erfahren hätte“, betont Prof. Heidrun M. Thaiss, Director Medicine & Science der Felix Burda Stiftung. „Er hat sich zum medial erfolgreichsten Präventionspreis in Deutschland entwickelt, der für Sichtbarkeit, Vernetzung und Anerkennung in einem Feld steht, in dem Aufklärung die Gesundheit erhält und Reichweiten Leben retten.“
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) gratulierte der Felix Burda Stiftung in ihrer Eröffnungsrede zum 25-jährigen Jubiläum: "Sie setzen Maßstäbe in der Prävention und der Früherkennung von Darmkrebs. Sie haben es geschafft ein Thema in die Mitte der Gesellschaft zu holen. Durch die Felix Burda Stiftung gibt es viel mehr Aufmerksamkeit, es wurde Wissen vermittelt und es wurden Vorurteile abgebaut." Warken betonte auch die Verdienste von Stiftungs-Initiatorin Christa Maar, die sie eine ganz außergewöhnlich Frau nannte. "Sie wissen, dass viel von dem, was wir in der Darmkrebsprävention hier im Land erreicht haben, auf Dr. Christa Maar zurückgeht."
Die Preisträger des Felix Burda Award 2026
In der Kategorie „Engagement des Jahres“ gewinnt das Projekt „Darm checken – Leben retten“ aus Wien.
Andreas Kreimaier, Denise Daum von der Ärztekammer Wien und Dr. Katayoun Tonninger-Bahadori erhielten die Auszeichnung aus den Händen von Laudatorin und Schauspielerin Barbara Wussow. Die von der Ärztekammer Wien beauftragte Kampagne setzt auf einen klaren und konsequenten Kommunikationsansatz: Acht prominente Persönlichkeiten aus Film- und Kulturszene werben in persönlichen, ungeskripteten Beiträgen für die Darmkrebsvorsorge. Statt emotionaler Fokussierung stehen medizinische Fakten, Glaubwürdigkeit und sachliche Argumente für die Koloskopie im Mittelpunkt. Die Spots wurden über Social Media sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln in Wien ausgespielt und verankern die Botschaft damit sichtbar im Alltag und den Lebenswelten der Menschen.
Zu den beteiligten prominenten Stimmen gehören die österreichischen Kulturschaffenden und Kabarettisten Michael Niavarani, Chris Lohner, Pia Hierzegger, Robert Palfrader, Manuel Rubey, Hilde Dalik, Michael Ostrowski und Claudia Kottal. Sie nutzen ihre Bekanntheit, um der Darmkrebsvorsorge öffentliche Aufmerksamkeit zu verschaffen und Hemmschwellen abzubauen. Die Jury würdigte unter anderem die starke Rolle der Ärztekammer Wien als zentrale Akteurin des österreichischen Gesundheitswesens.
"Als Österreicherin freue ich mich besonders, dass der Preis an die österreichische Kampagne für die Darmkrebsvorsorge geht", so Laudatorin Barbara Wussow. "Aber gleichzeitig freue ich mich und es ist für mich eine sehr große Ehre, für die deutsche Darmkrebsvorsorge eingebunden zu sein."
In der Kategorie „Medizin & Wissenschaft“ gewinnt das Projekt „Vom Risiko zur Pflicht: Genetische und tumorbasierte Identifikation als neue Säule der Darmkrebsprävention“.
Die Laudatio hielt Prof. Marion Kiechle, Direktorin der Frauenklinik des TUM Universitätsklinikums München und Jurymitglied des Felix Burda Award. Sie zeichnete die Projektbeteiligten des Universitätsklinikums Bonn – Dr. Robert Hüneburg, Prof. Stefan Aretz, Prof. Jacob Nattermann –, von der Deutschen Krebsgesellschaft – Dr. Martin Utzig, Dr. Manije Sabet-Rashedi – sowie vom Universitätsklinikum Ulm – Prof. Thomas Seufferlein aus.
Im Zentrum des ausgezeichneten multizentrischen Projekts steht das Lynch-Syndrom, die häufigste erbliche Ursache von Darmkrebs. In Deutschland sind rund 300.000 Menschen vom zugrundeliegenden Gendefekt betroffen. Die ausgezeichnete wissenschaftliche Projektgruppe hat maßgeblich dazu beigetragen, dass im Rahmen der aktualisierten Darmkrebs-Leitlinie neu diagnostizierte Patientinnen und Patienten in zertifizierten Darmzentren künftig systematisch auf ein mögliches ursächliches Lynch-Syndrom getestet werden sollen. Damit wurde eine gravierende Lücke in der Versorgung geschlossen.
Die Jury würdigt besonders, dass hierdurch zusätzlich gesunde Anlageträger identifiziert und in strukturierte Vorsorgeprogramme aufgenommen werden können. Eine große Chance, weitere Lynch-assoziierte Krebserkrankungen über Generationen hinweg zu verhindern.
Die Preisträger erhielten aus den Händen von Pfizer-Deutschlandchef Patrick van der Loo einen Preisgeldscheck über EUR 5.000,--.
Der Sonderpreis „Ehrenfelix“
Der Ehrenfelix 2026 ging an Ronja Fleckenstein, die mit 26 Jahren an Darmkrebs erkrankte. Die engagierte Patientin hatte das Publikumsvoting im Vorfeld gewonnen und wurde für ihren persönlichen und öffentlichen Einsatz für mehr Aufmerksamkeit, Aufklärung und Offenheit rund um die Erkrankung von Schauspieler Hans Sigl (Der Bergdoktor) ausgezeichnet.
Nach der ebenso emotionalen, wie humorvollen Ehrung durch Hans Sigl, widmete Ehrenfelix-Preisträgerin Ronja Fleckenstein ihre Dankes-Rede der Petition auf das "Recht auf Vergessenwerden", die bereits von rund 52.000 Menschen unterzeichnet wurde. "Und eine Stimme davon bin ich", so Ronja. "Heute möchte ich diese Bühne und meine Auszeichnung zum Ehrenfelix nutzen, um diese Petition endlich in den deutschen Bundestag zu bekommen."
In ihrer Rede wies sie darauf hin, dass rund 4,5 Mio. Menschen in Deutschland mit oder nach einer Krebserkrankung leben würden. Mehr als 60 Prozent von ihnen würden als Langzeitüberlebende gelten. Doch auch Jahre nach der Heilung werden diese ehemaligen Krebspatienten bei Versicherungen, Krediten, Verbeamtung, Immobilien und Adoptionen weiter benachteiligt, so die Preisträgerin. Dabei ähnelt nach fünf Jahren ohne Rückfall das Risiko dem der Allgemeinbevölkerung.
Ronja Fleckenstein appelierte daher an die anwesende Bundesgesundheitsministerin, sich des Themas anzunehmen und die Diskriminierung ehemaliger Krebspatienten in diesem Bereich zu beenden.
Milestone Award
Erstmals seit 2013 wurde auch wieder ein Milestone-Award vergeben. Zuletzt erhielt diesen Sonderpreis der damalige Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr für die Einführung des Krebsfrüherkennungs- und Registergesetzes (KFRG). In diesem Jahr würdigte Stiftungs-Direktorin Medicine & Science Prof. Heidrun M. Thaiss die Arbeit zweier bayerischer Politiker: Klaus Holetschek, heute Fraktionsvorsitzender der CSU im Bayerischen Landtag, hatte als Gesundheitsminister Prävention und Gesundheitsförderung zum Grundprinzip moderner Gesundheitspolitik erklärt und sichtbar in Strukturen, Prozessen und Programmen verankert, beispielsweise in seiner Ressortbezeichnung. Er bereitete damit den Weg für die Präventions-Aktivitäten seiner Nachfolgerin Judith Gerlach (CSU), die nicht nur das „Bündnis für Prävention“ wiederbelebt, sondern mit dem Masterplan Prävention ein Strategiepapier für die Prävention in Bayern vorgelegt hat. Sie wurde in Abwesenheit ebenfalls ausgezeichnet. Die sichtbare Umsetzung und strategische Verankerung von Prävention und Gesundheitsförderung im Bayerischen Staatsministerium wie im Masterplan Prävention sind gelebte Zeichen moderner Gesundheits- und Präventionspolitik und wegweisend weit über Bayern hinaus. Dafür gebührt beiden der Milestone-Award der Felix Burda Stiftung.
Ein Abend für Prävention, Sichtbarkeit und gesellschaftliche Verantwortung
Der Felix Burda Award 2026 machte deutlich, dass erfolgreiche Darmkrebsprävention viele Akteure braucht: medizinische Forschung, strukturverbessernde Versorgung, zielgruppengerechte Kommunikation, starke öffentliche Stimmen und politisches Handeln. Mit der Eröffnung durch die Bundesministerin für Gesundheit erhielt der Abend auch ein starkes gesundheitspolitisches Gewicht. Bei der Podiumsdiskussion mit Preisträger Klaus Holetschek (CSU), Simone Borchardt (CDU), Serdar Yüksel (SPD) und Johannes Wagner (Grüne) ging Medizin-Journalistin Edda Grabar (FOCUS) der Frage nach, ob Prävention „Nice to have oder nicht eher Necessary to have“ sei.
Zu den Gästen des Abends zählten unter anderem Uschi Glas, Klaus Holetschek, Cherno Jobatey, Claudia Kleinert, Ina Paule Klink, Franziska Knuppe, Simon Licht, Melanie Marschke, Ruth Moschner, Marcel Reif, Tina Ruland, Dr. Lydia Rullkötter (Vorstand Hubert Burda Media), Erol Sander, Hans Sigl, Anna Stieblich, Wolfgang Stumph, Elisabeth Varn (Co-CEO BurdaVerlag), Johannes Wagner MdB, Serdar Yüksel MdB, Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, Barbara Wussow und Helena Zengel.
Der Felix Burda Award 2026 wurde präsentiert mit freundlicher Unterstützung von Preisgeldpartner Pfizer sowie Springer Medizin, Olympus und FOCUS.
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Die Felix Burda Stiftung mit Sitz in München wurde 2001 von Dr. Christa Maar (†) und Verleger Prof. Dr. Hubert Burda gegründet und trägt den Namen ihres an Darmkrebs verstorbenen Sohnes. Zu den bekannten Projekten der Stiftung zählen u.a. der bundesweite Darmkrebsmonat März sowie der Felix Burda Award, mit dem herausragendes Engagement im Bereich der Darmkrebsvorsorge geehrt wird. Mit ihrer politischen Arbeit konnte die Felix Burda Stiftung bereits zahlreiche Verbesserungen für die Darmkrebsprävention im deutschen Gesundheitssystem erreichen.
Die Stiftung generiert mit jährlichen, konzertierten und vielfach ausgezeichneten Werbe- und PR-Kampagnen eine starke deutschlandweite Awareness für die Prävention von Darmkrebs. Zudem bringt sie die Vorsorge mit smarten Event-Tools und Gadgets zu den Menschen: Das größte begehbare Darmmodell Europas fasziniert seine Besucher auf 20 Metern Länge live und als Virtual Reality-Darm. Die APPzumARZT managed als Gesundheitsapp alle gesetzlichen Präventionsleistungen für die ganze Familie und das persönliche Risiko ermittelt online der Schnellcheck-Darmkrebs. Die Felix Burda Stiftung ist u.a. Mitglied im Nationalen Krebsplan der Bundesregierung und in der Nationalen Dekade gegen Krebs des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR).