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Symbolbild Kontemplation und Hingabe – Leierspiel (Foto: Leier Forum)

Pressemitteilung

100 Jahre Leier >>> neuer Klang, Neues hören

Goetheanum, Dornach, Schweiz, 19. Juni 2026

Die Suche nach einem vertieften Erleben von Klängen, Intervallen und Tönen führte vor 100 Jahren zur Entstehung der neuen Leier. Seither haben Instrumentenbauerinnen und -bauer sie weiterentwickelt, Komponisten wie Siegfried Thiele und György Kurtág schrieben Stücke für Leier.

Lothar Gärtner, Kunstschreiner und Plastiker, sowie Edmund Pracht, Pianist und Komponist, begegneten sich 1923 am Goetheanum in Dornach, Schweiz. Auf der Suche nach einem angemessenen Klang für die Eurythmie mit Kindern in der heilpädagogischen Einrichtung ‹Sonnenhof› im benachbarten Arlesheim, Schweiz, fanden sie gemeinsam zur Ur-Form eines neuen Saiteninstrumentes. Vorausgegangen war die Frage Rudolf Steiners nach einem neuen Instrument für die Toneurythmie. Dabei knüpfen sowohl die asymmetrische Form als auch die modernen Stahlsaiten in chromatischer Anordnung eher an die Entwicklung des Klaviers im 19. Jahrhundert an als an antike Instrumente. Der Klang ist zart-intensiv eindringend und zugleich sphärisch.

Über Jahrzehnte wurde die Leier in anthroposophisch-heilpädagogischen Einrichtungen eingesetzt, weitgehend abgeschirmt von den musikalischen Entwicklungsströmen des 20. Jahrhunderts. Etwa seit der Jahrtausendwende begann sich dieses Bild zu wandeln. Die Leier erklingt seither in Nord- und Südamerika, in Europa, Japan, China und Korea nicht mehr ausschließlich in anthroposophisch orientierten Zusammenhängen: Komponisten wie Siegfried Thiele und György Kurtág schrieben für das Instrument, Instrumentalisten wie John Billing und Martin Tobiassen treiben eine künstlerische Entwicklung der Leiermusik und ihrer Spieltechniken voran. Auch im Leierbau hat sich eine große Vielfalt an Metamorphosen der Ausgangsform entwickelt.

Zur Feier dieses Instruments finden am Goetheanum internationale Leier-Festtage von 29. Juli bis 2. August statt. Die Leier als solche erklingt in Konzerten sowie im Zusammenhang mit Chor und Eurythmie. In einer der Arbeitsgruppen wird eine Kinderharfe selbst geschnitzt. Angesprochen ist das Spektrum von Anfänger bis Meisterschaft, von Kindern bis Erwachsene. Es gibt eine Leier-Ausstellung und Literatur zur Leier.

(2139 Zeichen/Christian Giersch)

Internationale Leier-Festtage (Deutsch, Englisch sowie Chinesisch, Japanisch und Portugiesisch) 29. Juli bis 2. August 2026, Goetheanum Web

Ansprechpartnerin Hanna Koskinen

Themen


Das Goetheanum ist Sitz der weltweit arbeitenden Freien Hochschule für Geisteswissenschaft und der Anthroposophischen Gesellschaft. Die Freie Hochschule für Geisteswissenschaft mit ihren zwölf Sektionen ist in Forschung, Entwicklung, Lehre und der praktischen Umsetzung ihrer Ergebnisse wirksam und wird in ihrer Arbeit durch die Anthroposophische Gesellschaft gefördert.

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