Blog-Eintrag —
Projekt „SH Maps“ – was steckt hinter dem „Mobile Mapping“?
Wie lassen sich Stromnetze digital erkundbar machen?
Genau hier setzt Mobile Mapping an. Mithilfe hochauflösender Kameras und Laserscanner erfassen wir unsere Infrastruktur digital und erstellen detaillierte 3D-Abbilder unserer Anlagen. Dadurch können Planungsprozesse optimiert, Betriebsabläufe unterstützt und Entscheidungen auf einer präzisen Datengrundlage getroffen werden. Erfahre, wie Mobile Mapping dazu beiträgt, unsere Netze fit für die Zukunft zu machen.
Google Maps – oder doch ein hochkomplexes System für Energieprofis? Vielleicht ist dir schon einmal ein Fahrzeug mit Kameras auf dem Dach begegnet. Häufig sind solche Fahrzeuge für die Erfassung von Kartendaten und digitalen Straßenansichten unterwegs. Seit Kurzem ist jedoch auch ein Fahrzeug im SH Netz-Design auf den Straßen, in den Dörfern und auf Feldwegen Schleswig-Holsteins unterwegs: unser Mobile-Mapping-Fahrzeug. Wie bei bekannten Kartendiensten wird dabei die Umgebung digital erfasst. Unser Ziel geht jedoch weit darüber hinaus.
Mithilfe von Mobile Mapping erfassen und vermessen wir unser Netzgebiet digital. Möglich wird dies durch modernste Kamera- und Lasertechnologie. Aus den aufgenommenen Daten entsteht ein detailliertes dreidimensionales Abbild der Infrastruktur, ein sogenannter digitaler Zwilling.
Hochauflösende Kameras und präzise Laserscanner ermöglichen eine realitätsnahe Darstellung von Anlagen und Betriebsmitteln. Während eine 360-Grad-Kamera die Umgebung erfasst, erstellt der Laserscanner ein exaktes 3D-Modell der Infrastruktur. Dabei arbeitet das System mit einer Genauigkeit von bis zu drei Millimetern auf 30 Metern Entfernung und erzeugt bis zu 240 Scans pro Sekunde. Ergänzend dazu nehmen die Kameras bis zu zehn Bilder pro Sekunde auf.
Der Schutz personenbezogener Daten hat dabei höchste Priorität: Vorbeilaufende Personen sowie Fahrzeugkennzeichen werden durch das integrierte System automatisch unkenntlich gemacht. So lassen sich umfangreiche Geodaten erfassen und gleichzeitig die datenschutzrechtlichen Anforderungen zuverlässig erfüllen.
Doch wofür kommt die Technik zum Einsatz?
Wir nutzen Mobile Mapping zur Vermessung unserer Netzinfrastruktur, etwa von Freileitungsmasten. Außerdem nutzen wir es zur Vermessung größerer Bauprojekte wie beispielsweise Umspannwerken. Aber auch zur Beweissicherung, sollte es zu Beschädigungen kommen. Für unsere Projektleiter wird die Planung dadurch effizienter und erleichtert. Zukünftig können die Gegebenheiten für eine Baumaßnahme direkt vom Schreibtisch ausgearbeitet und dabei zentimetergenau vermessen werden. Dadurch lassen sich Zeit und personelle Ressourcen einsparen. Zudem sind unsere Projektleiter bei der Planung weniger witterungsabhängig.
Aufgrund der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten wird das System intern häufig als „SH-Maps“ bezeichnet. Es schafft eine digitale Grundlage für eine moderne, effiziente und zukunftsfähige Infrastrukturplanung.
Sven Bevensee gibt euch in diesem Video eine kurze Einführung zum Mobile Mapping: