Pressemitteilung —
Ein Kraftwerk wird zum Zeitzeugen: Die LEW öffnet das Lechmuseum Bayern zum Tag des offenen Denkmals
Historische Führungen und ein Stummfilm von 1926 machen die Anfänge der Elektrifizierung Bayerisch-Schwabens erlebbar
Seit fast 120 Jahren erzeugt das Wasserkraftwerk Langweid Strom. Seine schlossartige Architektur, die historische Technik und die begehbare Turbinenkammer machen es zu einem eindrucksvollen Zeitzeugen der frühen Elektrifizierung Bayerisch-Schwabens. Doch wie kam der Strom in die Region und wie veränderte er das Leben der Menschen? Das zeigt die LEW am Sonntag, 13. September 2026, beim Tag des offenen Denkmals.
Anlässlich des 125-jährigen Bestehen der LEW beteiligt sich das Lechmuseum Bayern zum zweiten Mal an dem bundesweiten Aktionstag. Historische Führungen und ein LEW-Stummfilm von 1926 vermitteln Einblicke in eine Zeit des technischen Aufbruchs und gesellschaftlichen Wandels.
Museum und Kraftwerk sind von 10 bis 16 Uhr kostenfrei zugänglich. Für die Führungen und Filmvorführungen ist eine vorherige Anmeldung erforderlich.
Ein Industriedenkmal in Betrieb
Das Wasserkraftwerk Langweid ging 1907 in Betrieb und erzeugt bis heute Strom für die Region. Damit ist es nicht nur ein bedeutendes Industriedenkmal, sondern zugleich ein historisches Bauwerk, das seine ursprüngliche Funktion bis heute erfüllt.
Der langgestreckte Bau mit Rundbogenfenstern, Pilastern, weißen Zierelementen und pavillonartigen Walmdachbauten erinnert an ein barockes Schloss. Eine östliche Erweiterung aus dem Jahr 1938 fügt sich mit ihrer Ziegelverblendung in das bestehende Ensemble ein. Gemeinsam mit den LEW-Wasserkraftwerken in Gersthofen und Meitingen ist das Kraftwerk Langweid Teil des UNESCO-Welterbes „Augsburger Wassermanagement-System“.
Seit 2008 beherbergt das Kraftwerk das Lechmuseum Bayern. Auf mehreren Ebenen und im Außenbereich vermittelt das Museum, wie sich die Nutzung der Wasserkraft entwickelte, welche Bedeutung der Lech für die Region hat und welche Rolle Natur- und Artenschutz heute spielen. Zu den besonderen Stationen des Rundgangs zählt die begehbare historische Turbinenkammer. Sie ermöglicht einen unmittelbaren Blick in das Innere der frühen Wasserkrafttechnik.
Wie der Strom die Region veränderte
Bei der Führung „Wie der Strom zu uns kam“ zeichnet die Historikerin Katrin Holly die Anfänge der Elektrifizierung Bayerisch-Schwabens nach. Sie zeigt, wie die Wasserkraftwerke in Langweid, Gersthofen und Meitingen vor mehr als 100 Jahren entstanden und warum sie weit mehr waren als technische Bauwerke.
Als zentrale Bestandteile einer neuen Infrastruktur verbanden die Kraftwerke Orte, Menschen und Unternehmen. Sie schufen wichtige Voraussetzungen für die Industrialisierung und die wirtschaftliche Entwicklung der Region. Die Führung beleuchtet auch, wie die Menschen damals auf die neue Technologie reagierten, welche Hoffnungen sie mit dem elektrischen Strom verbanden und wie er ihren Alltag und ihre Arbeit grundlegend veränderte.
Ein filmisches Zeugnis aus dem Jahr 1926
Ein besonderer Höhepunkt ist die Vorführung eines historischen LEW-Stummfilms aus dem Jahr 1926. Der Film entstand im Auftrag des Unternehmens und dokumentiert die Anfänge der Stromversorgung in Bayerisch-Schwaben. Zugleich eröffnet er einen seltenen Blick auf den Alltag der Menschen vor 100 Jahren.
Zu sehen sind auch frühe Trickzeichnungen des Münchner Filmavantgardisten Rudolf Pfenninger. Historikerin Katrin Holly ordnet die Aufnahmen historisch ein und erzählt von technischem Pioniergeist, gesellschaftlichem Wandel und einer Region im Umbruch.
Denkmal und Infrastruktur
Der Tag des offenen Denkmals findet jährlich am zweiten Sonntag im September statt und wird bundesweit von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordiniert. An diesem Tag machen historische Gebäude und Orte ihre bauliche, technische und gesellschaftliche Bedeutung für die Öffentlichkeit erlebbar.
2026 steht der Aktionstag unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“. Im Mittelpunkt stehen Bauwerke, die Menschen miteinander verbanden, Versorgung ermöglichten und gesellschaftliche Entwicklung prägten. Das Wasserkraftwerk Langweid steht beispielhaft für diese Verbindung: Als Teil der frühen Stromversorgung trug es dazu bei, Bayerisch-Schwaben zu elektrifizieren und neu zu vernetzen.
Das Programm am 13. September 2026
10.00 Uhr: Öffnung des Lechmuseums Bayern
10.30 Uhr: Führung „Wie der Strom zu uns kam: Die Geschichte der Elektrifizierung der Region“; Dauer rund 30 Minuten
11.30 Uhr: „Als der Strom das Leben veränderte“, Vorführung des historischen LEW-Stummfilms von 1926 mit Einordnung durch Historikerin Katrin Holly; Dauer rund 45 Minuten
13.15 Uhr: Führung „Wie der Strom zu uns kam: Die Geschichte der Elektrifizierung der Region“; Dauer rund 30 Minuten
14.30 Uhr: „Als der Strom das Leben veränderte“, Vorführung des historischen LEW-Stummfilms von 1926 mit Einordnung durch Historikerin Katrin Holly; Dauer rund 45 Minuten
16.00 Uhr: Ende der Veranstaltung
Der Eintritt ist kostenfrei. Für die historischen Führungen und die Filmvorführungen ist eine vorherige Anmeldung erforderlich. Anmeldung unter: www.lew.de/denkmal