Pressemitteilung —
Landkreis Augsburg stärkt regionale Hochwasservorsorge mit digitalen Pegelsensoren – Inno.Live-Plattform der LEW als technologisches Rückgrat
Landkreis Augsburg stärkt regionale Hochwasservorsorge mit digitalen Pegelsensoren – Inno.Live-Plattform der LEW als technologisches Rückgrat
- Erstes landkreisweites Sensornetz für kleinere Gewässer in der Region
- Messdaten unterstützen Kommunen und Einsatzkräfte bei der Lageeinschätzung
- Inno.Live-Technologie der LEW vernetzt Sensoren und stellt Daten bereit
- Fördermittel von Freistaat Bayern und Digitalministerium entlasten die beteiligten Kommunen
Der Landkreis Augsburg setzt bei der Hochwasservorsorge auf digitale Unterstützung: Gemeinsam mit den Kommunen Fischach, Altenmünster, Nordendorf, Gersthofen und Neusäß entsteht derzeit ein Netz moderner Pegelsensoren, das Wasserstände an kleineren Gewässern automatisch erfasst und digital bereitstellt. Zum Einsatz kommt dabei die Inno.Live-Technologie der LEW. Die Inno.Live-Plattform vernetzt Sensoren über ein Funknetz und stellt die Daten zentral bereit für die jeweiligen Anforderungen.
Als erster Landkreis der Region baut der Landkreis Augsburg ein digitales Sensornetz für kleinere Gewässer auf und schafft damit eine neue Datengrundlage für die kommunale Hochwasservorsorge. Gefördert wird das Vorhaben durch den Freistaat Bayern und das Bayerische Staatsministerium für Digitales.
Digitale Daten für Gewässer, die bisher kaum erfasst wurden
Während große Flüsse bereits seit vielen Jahren engmaschig überwacht werden, fehlen an vielen kleineren Bächen, Gräben und Zuflüssen bislang kontinuierliche Messdaten. Gerade diese Gewässer liegen in der Verantwortung der Kommunen und können bei Starkregenlagen innerhalb kurzer Zeit stark anschwellen. Die neuen Sensoren liefern hier eine verlässliche Datengrundlage für die örtliche Lageeinschätzung.
Die Sensoren erfassen Wasserstände kontinuierlich und übertragen die Daten über die Inno.Live-Plattform automatisch in ein digitales Portal. Dadurch stehen den Verantwortlichen in Kommunen, Feuerwehren und Bauhöfen aktuelle Informationen zur Verfügung, ohne dass Pegel vor Ort kontrolliert werden müssen. Je nach Standort kommen Radar- oder Pegeldrucksensoren zum Einsatz.
Gemeinsame Daten schaffen zusätzlichen Mehrwert
Ein besonderer Mehrwert entsteht durch die sogenannte Hochwassergruppe. Die beteiligten Kommunen können ihre Messdaten gegenseitig freigeben und erhalten dadurch auch Einblick in Wasserstände oberhalb ihres Gemeindegebiets. So lassen sich Entwicklungen entlang eines Gewässers frühzeitig erkennen und besser einschätzen. Die Idee zu diesem kommunalen Datenaustausch stammt dabei aus den Reihen der beteiligten Kommunen selbst.
Smart City-Technologie Inno-Live der LEW stellt Sensordaten zur Verfügung
Technologisches Rückgrat des Sensornetzes ist die Inno.Live-Plattform der LEW. Die Smart-City-Technologie erfasst Sensordaten über ein Funknetz und führt diese auf einer eigenen Datenbank zusammen. Dieses Online-Portal ist das Herzstück der Technik, denn hierüber können die Anwender jeweils für ihre Bedarfe die Messdaten nutzen. Gleichzeitig bleibt die Datenhoheit bei den jeweiligen Kommunen. Sie entscheiden selbst über die Nutzung ihrer Daten und darüber, welche Informationen sie innerhalb der Hochwassergruppe mit anderen Kommunen teilen.
„Mit dem Einbau der ersten Inno.Live-Messsensoren setzen wir einen wichtigen Meilenstein für die Hochwasservorsorge im Landkreis Augsburg. Das Projekt zeigt, wie durch die enge Zusammenarbeit von Landkreis, Kommunen und Freistaat konkrete Lösungen für die Menschen vor Ort entstehen. Durch das dichtere Netz an Pegelsensoren erhalten wir künftig genauere Informationen über die Entwicklung von Wasserständen an unseren Gewässern. In Verbindung mit bestehenden Frühwarnsystemen gewinnen Kommunen und Einsatzkräfte wertvolle Zeit, um Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und gezielt zu handeln. Das stärkt unseren Bevölkerungsschutz und macht unsere Region widerstandsfähiger gegenüber Starkregen- und Hochwasserereignissen“, sagt Landrat Martin Sailer.
Fördermodell erleichtert Kommunen den Einstieg
Das Projekt zeigt zugleich einen möglichen Weg für weitere Kommunen und Landkreise auf. Im Landkreis Augsburg ermittelt das Landratsamt zunächst den Bedarf der Kommunen und bündelt deren Rückmeldungen. Anschließend werden Fördermittel beantragt. Nach Bewilligung der Förderung beschaffen die Kommunen die Sensorik und reichen die Rechnungen zur Erstattung ein. Gefördert werden sowohl die Pegelsensoren als auch deren Einbau. Voraussetzung ist die Einhaltung der Förderbedingungen, darunter die Bereitstellung der Daten für zentrale Anwendungen des Krisenmanagements.
„Hochwasser macht nicht an Gemeindegrenzen halt. Umso wichtiger ist die enge Zusammenarbeit zwischen den Kommunen. Der Landkreis Augsburg hat die Initiative ergriffen und hierfür einen Rahmen geschaffen, der den Austausch von Informationen erleichtert und allen Beteiligten einen Mehrwert bietet. Das Projekt zeigt, wie durch partnerschaftliches Handeln und moderne Infrastruktur konkrete Lösungen für die kommunale Vorsorge entstehen können“, sagt Walter Albrecht, Leiter Kommunalmanagement bei der LEW.
Weitere Kommunen wurden bereits angesprochen und in die Planungen einbezogen. Das digitale Messnetz im Landkreis Augsburg soll damit Schritt für Schritt weiter wachsen.
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Über die LEW
Die Lechwerke sind als regionales Energieunternehmen im Südwesten Bayerns tätig. Unter der Marke LEW werden Privat-, Gewerbe- und Geschäftskunden sowie Kommunen mit Strom versorgt. Die LEW bietet zudem ein breites Angebot an Energielösungen. Das Tochterunternehmen LEW Verteilnetz (LVN) betreibt das Stromverteilnetz in der Region. Mit 36 betriebsgeführten Wasserkraftwerken ist die LEW einer der führenden Erzeuger von umweltfreundlicher Energie aus Wasserkraft in Bayern. In eigenen Anlagen auf Freiflächen und Gebäuden erzeugt die LEW auch Strom aus Photovoltaik. Außerdem bietet die LEW Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen Netz- und Anlagenbau, Energieerzeugung, Elektromobilität und Telekommunikation an. Die LEW betreibt ein eigenes, über 9.000 Kilometer langes Glasfasernetz in der Region.