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E-Bikes boomen: Die neue Leichtigkeit ist nicht ohne Risiko
(Mai 2026) Es ist das Geräusch des modernen Frühlings: ein leises Surren, das mühelos an Joggern und konventionellen Radfahrern vorbeizieht. Das E-Bike hat das Radfahren sozusagen demokratisiert und die Reichweite für Millionen von Menschen erweitert. Doch die neue Leichtigkeit birgt Risiken, die oft erst im Ernstfall schmerzhaft bewusst werden. Darauf weist die SIGNAL IDUNA Gruppe hin.
Eine alltägliche Szene an einer Kreuzung verdeutlicht das Problem: Ein Autofahrer, der die Geschwindigkeit eines herannahenden E-Bikes unterschätzt, biegt ab und erzwingt eine Vollbremsung. Was folgt, ist nicht selten ein Sturz, dessen Folgen nicht selten gravierender sind, als man es vom alten Drahtesel gewohnt war. 2023 ereigneten sich mit Radlern fast 24.000 Unfälle mit Personenschaden und 188 Todesfällen. Dabei saßen fast 40 Prozent aller tödlich verunglückten Radfahrerinnen und Radfahrer auf einem E-Bike. Daher muss man sich verdeutlichen, dass hier mehr als nur ein Hilfsmotor am Werk ist: Die Nutzung eines E-Bikes beinhaltet auch eine ganz neue Fahrzeugdynamik, die von vielen noch nicht verinnerlicht wurde.
Die Gefahr liegt in der Kombination aus höherer Geschwindigkeit und Masse. Das zusätzliche Gewicht von Motor und Akku verlängert den Bremsweg spürbar und macht das Rad bei langsamer Fahrt oder im Stand schwerfälliger. Gleichzeitig führt die kraftvolle Beschleunigung dazu, dass andere Verkehrsteilnehmer das Tempo massiv unterschätzen. Ein oft übersehenes, aber kritisches Risiko schlummert zudem im Herzen des E-Bikes: dem Lithium-Ionen-Akku. Er ist ein Kraftpaket, das jedoch empfindlich auf Beschädigungen, Hitze oder falsche Ladevorgänge reagiert. Ein Sturz oder ein unsachgemäßer Umgang kann im schlimmsten Fall einen schwer löschbaren Brand auslösen, dessen Gefahr in Garagen und Kellern häufig verkannt wird.
Doch auch der Faktor Mensch ist entscheidend. Die Bedienung des Displays während der Fahrt lenkt ab, und viele Alleinunfälle entstehen durch simple Fahrfehler, weil das Handling des schweren Rads in einer Schrecksituation überfordert. Besonders betroffen ist die Generation 65+, die das E-Bike als Segen für die Mobilität entdeckt hat, aber auch drei Viertel der Todesopfer stellt.
Ein bewusster Umgang kann die Risiken jedoch deutlich minimieren. Regelmäßige Fahrsicherheitstrainings helfen, ein Gefühl für das Brems- und Kurvenverhalten zu entwickeln. Ebenso unerlässlich ist das konsequente Tragen eines Helms. Helle Kleidung und das Fahren mit Licht, auch am Tag, sorgen für die nötige Sichtbarkeit, um gar nicht erst übersehen zu werden.
Trotz aller Vorsicht bleibt ein Restrisiko. Ein umfassender Schutz für den Fall der Fälle ist daher kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit, rät die SIGNAL IDUNA Gruppe. So ist für die oft mehrere Tausend Euro kostenden E-Bikes meistens eine separate Fahrradversicherung erforderlich. Über die Hausratversicherung lässt sich dieses Risiko in der Regel nicht absichern. Da Freizeitunfälle nicht von der gesetzlichen Unfallkasse gedeckt sind, schließt eine private Unfallversicherung diese Lücke und schützt vor den langfristigen finanziellen Folgen einer Invalidität. Verursacht man selbst einen Schaden, bewahrt die private Haftpflichtversicherung vor existenzbedrohenden Schadenersatzforderungen.