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Das internationale Projektteam von Jeppesen, HFC und der TH-Wildau (Foto: HFC)
Das internationale Projektteam von Jeppesen, HFC und der TH-Wildau (Foto: HFC)

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Pilotenprojekt mit Human-Factors-Consult und Boeing-Tochter Jeppesen im Flugsimulator der TH Wildau

Im Rahmen der Lehre und der Forschung betreibt die TH Wildau einen Flugsimulator des Airbus A320. In diesem Jahr wurde dieser Simulator erstmals in einem Projekt mit den Partnerunternehmen HFC Human-Factors-Consult (HFC) und der Boeing-Tochter Jeppesen eingesetzt. Das Vorhaben beinhaltete die Erprobung und Evaluierung eines neuen Produktes der Firma Jeppesen für das Electronic Flight Bag (EFB), das alle bisher auf Papier gedruckten Luftfahrtkarten und Informationen nun auf einem kompakten Tablett-Rechner präsentiert. Der Mehrwert: Für die Piloten als potentielle Anwender wird damit unter anderem eine neue Art digitale Navigation für Flugplätze ermöglicht. Mit der Entwicklung nach modernen Human-Factors-Methoden wird eine zusätzliche Pilotenunterstützung verfolgt. Denn gerade für international operierende Verkehrspiloten ist es eine Herausforderung, sich auf dem Rollfeld fremder Flughäfen zurechtzufinden und die richtigen Rollwege und Stellplätze in Absprache mit der Flugsicherung anzusteuern.

Zur Erprobung und Evaluierung hat Jeppesen in Zusammenarbeit mit HFC bereits im Sommer diesen Jahres den Flugsimulator der TH Wildau genutzt, um dort über mehrere Wochen zusammen mit internationalen Verkehrspiloten die Effektivität des neuen Systems zu testen. Diese Tests sind nicht nur für die weltweiten Fluggesellschaften als Kunden wichtig, sondern dienen zudem zur Freigabe gegenüber den Zulassungsbehörden wie der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) oder der Federal Aviation Administration (FAA) als Nachweis. Der Simulator an der TH Wildau wurde dazu vorab an die bestehende Aufgabe angepasst und z.B. mit neuen hochauflösenden Szenerie-Daten diverser Flughäfen gefüttert. Die Tests liefen erfolgreich, sodass am Ende alle Beteiligten und Prüfer sehr zufrieden mit dem Versuchsaufbau und der realitätsnahen Simulation auch von kritischen Rollvorgängen waren.

Die TH Wildau konnte zudem eine neue Funktionalität im Simulator etablieren. Er kann nun verschiedene Verkehrsszenarien in der Luft oder am Boden darstellen, bei denen sich unterschiedliche Verkehrsteilnehmer auf kritische Weise einander annähern. In der Luft ist das Phänomen der „Aircraft Proximity – Airprox“ (sicherheitsgefährdende Annäherungen zwischen Luftfahrzeugen) durchaus verbreitet und stellt einen hohen Gefährdungsfaktor dar. Bei Rollprozessen am Boden ist zwar die Gefahr tödlicher Unfälle weitaus geringer, dafür aber aufgrund der hohen Verkehrsdichte auf dem Rollfeld viel häufiger zu beobachten. Solche Szenarien wurden im Simulator soweit nachgebildet, dass nicht nur Human-Factors-Tests für Pilotenunterstützungssysteme durchgeführt, sondern auch neue Systeme und Verfahren entwickelt werden können.

Besonders hervorzuheben sind Multiplayer-Simulationen, bei denen mehrere, auch unterschiedliche Fahrzeugarten, von Teilnehmern aktiv gesteuert und typische Rollfeldsituationen nachgestellt werden können. Die Bodenszenerien mit allen Flugplatzdetails inklusive Beschriftungen, Markierungen und Befeuerungen vervollkommnen dabei den visuellen Eindruck und die daraus resultierenden Erfahrungen bei menschlichen Reaktionen. Die Flugzeug- und Fahrzeugdaten wie Position, Typ, Größe oder Bewegung werden in einer speziellen Datenbank vorgehalten und diversen Applikationen zur Verfügung gestellt. Dabei lassen sich auch die Daten echter Fahrzeuge mit deren aktuellen Positionen einbeziehen und somit diverse Szenarien nachbilden. Ziel ist es, durch die Vernetzung von allen Verkehrsbeteiligten innerhalb eines Verkehrsraums mögliche Konfliktsituationen rechtzeitig zu erkennen und den Betroffenen kenntlich zu machen.

An der TH Wildau wird mit dem Vorhaben zusätzlich der Schulterschluss zum Campus-Projekt „Testfeld Autonomes Fahren“ gestattet, bei dem es u.a. um die Vernetzung von Fahrzeugen nach dem neuen C2X-Standard (ein neues Funkkommunikationsprotokoll zur Fahrzeugvernetzung und Unfallprävention) geht sowie um die Anbindung an die neue Lern-, Forschungs- und Transferplattform an der Hochschule, der „Wildauer Maschinenwerke“.

Mehr Informationen zur Evaluation des neuartigen Produktes finden Sie hier auf YouTube (EN).


Fachlicher Ansprechpartner:

Prof. Dr. Marius Schlingelhof
Hochschulring 1, 15745 Wildau
Tel. +49 (0) 3375 508 201
E-Mail: schlingelhof@th-wildau.de


Text: Marius Schlingelhof/Mike Lange

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Pressekontakte

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