Fachtagung zu „Pflege im Wandel“ am 24. August
Termin 24. August 2026 14:00 – 20:00
Ort Kreishaus Cloppenburg, Eschstraße 29
Immer mehr Menschen im ländlichen Raum sind auf Unterstützung angewiesen, während zeitgleich die Belastungen für pflegende Angehörige im Beruf steigen. Wer die Pflege von Eltern oder Partnern mit dem eigenen Job vereinbaren muss, gerät schnell in einen permanenten Spagat. Für Arbeitgeber bedeutet das im Umkehrschluss oft den Verlust wertvoller Fachkräfte durch Arbeitszeitreduzierung oder Kündigung. Am 24. August (Montag) lädt die Fachtagung „Pflege im Wandel“ ab 14 Uhr Akteurinnen und Akteure aus der regionalen Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Pflegepraxis ins Kreishaus Cloppenburg ein. Organisiert wird die Tagung vom Landkreis Cloppenburg, vom Forschungsverbund 4N und der Universität Vechta.
Viele Unternehmen in der Region konnten Arbeitskräfte mit Kindern im Job halten, indem sie zum Beispiel selbst für eine Kindertagespflege oder flexible Arbeitszeiten gesorgt haben. In Anbetracht des demografischen Wandels und einem Mangel an Pflegekräften, verbunden mit dem Fachkräftemangel, ist die Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex der nächste logische Schritt. „Die Vereinbarkeit der Pflege von Angehörigen und dem Beruf kann ein regionaler Standortfaktor werden“, ist Erster Kreisrat Ansgar Meyer überzeugt.
„Die Frage, wie wir Beruf und Pflege vereinbaren, entscheidet maßgeblich über die wirtschaftliche Stärke unserer Region“, betont Prof. Dr. Andrea Teti, Universität Vechta. Und Prof. Dr. Burghardt Schmidt vom Forschungsverbund 4N ergänzt: „Unternehmen, die hier frühzeitig unterstützen, sichern sich einen entscheidenden Vorsprung im Wettbewerb um qualifizierte Köpfe.“ Vor allem Frauen sind betroffen, wenn ein Familienmitglied gepflegt werden muss, mahnt Marén Feldhaus, Gleichstellungsbeauftragte: „Pflege betrifft viele Menschen – oft ganz plötzlich. Und sehr häufig sind es Frauen, die Angehörige pflegen, organisieren, auffangen und gleichzeitig berufstätig bleiben.“ Dr. Stefanie Föbker, Leiterin der Stabsstelle für Integration, sieht die Möglichkeit, sich gegenseitig zu helfen, wo Staat und Krankenkassen nicht ausreichend tätig werden. „Stationäre Pflege wird immer kostspieliger, gleichzeitig müssen auch die Unternehmen wichtige Arbeitskräfte halten. Mit der Fachtagung sollen Möglichkeiten der Vereinbarkeit besprochen und aufgezeigt werden.“
Das Programm lässt kaum einen Aspekt des Themas offen. Nach einer Einführung vertiefen Fachvorträge von Prof. Dr. Annette Franke (Vorsitzende des Unabhängigen Beirats für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf der Bundesregierung) und Prof. Dr. Markus Wübbeler (Hochschule Bochum) das Wissen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Franke spricht über zukunftsfähige Gestaltungswege der Vereinbarkeit. Wübbeler über die spezifischen Versorgungsstrukturen im ländlichen Raum.
Ab 16.30 Uhr können die Teilnehmenden in fünf parallelen Workshops konkrete Lösungen erarbeiten und diskutieren. Die Themen reichen von flexiblen Arbeitszeit- und Unterstützungsmodellen in Unternehmen über den Einsatz von Smart-Home-Technologien im Pflegealltag bis hin zur Etablierung betrieblicher Pflegelotsen als erste Anlaufstelle für betroffene Kolleginnen und Kollegen.
Den sachlichen Abschluss macht eine Podiumsdiskussion mit dem Thema „Was ist uns Care-Arbeit wert?“. Es diskutieren Landrat Johann Wimberg, Pflegeunternehmer Ulrich Zerhusen, Melanie Philip (Gründerin der Pflegepioniere), Nadine Nelle (LAG Gleichstellung Niedersachsen) sowie Christiane Hüppe von der Interessenvertretung „Wir pflegen! e. V.“.
Die Fachtagung richtet sich an alle interessierten Betriebe, Pflegeverantwortlichen und Bürger der Region. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei, die Plätze sind jedoch begrenzt. Eine vorherige Anmeldung ist bis zum 17. August 2026 über das
Online-Portal (https://forms.office.com/e/8EGGJ2W9Vz)
erforderlich. Interessierte können sich direkt per E-Mail unter tagung-pflege-lk-clp@uni-vechta.de anmelden oder weitere Informationen anfordern.