Pressemitteilung —
Cowboy-Feeling in der Uckermark – warum der Pick-up plötzlich deutsch wird
Noch vor zwanzig Jahren sah man einen Pick-up in Deutschland vor allem in amerikanischen Filmen. Heute parkt er vor dem Bäcker in Prenzlau, vor dem Reitstall im Münsterland und vor der Kita in Oberbayern. Was ist passiert?
Ein Auto zwischen zwei Welten
Der Pick-up passt in keine deutsche Schublade. Er ist kein klassischer Transporter, aber auch kein SUV. Er hat eine offene Ladefläche wie ein Handwerkerfahrzeug und eine Doppelkabine wie ein Familienauto. Genau diese Unentschlossenheit macht ihn attraktiv.
"Früher musste man sich entscheiden", sagt ein Autohändler aus Brandenburg, der seit 15 Jahren Nutzfahrzeuge verkauft. "Entweder Kombi für die Familie oder Transporter für den Job. Der Pick-up sagt: Warum nicht beides?"
Das Land zieht die Städter an – und die Städter den Pick-up
Ein wichtiger Grund für den Boom ist demografisch. Seit der Pandemie ziehen deutlich mehr Menschen aus Berlin, Hamburg und München aufs Land. Sie kaufen alte Höfe, legen Gemüsegärten an, halten Hühner oder Pferde. Und stellen schnell fest: Ein Golf ist für Heuballen, Brennholz und Pferdeanhänger nicht gemacht.
Die Uckermark ist dafür ein gutes Beispiel. Wo früher vor allem Trecker und alte Kleinwagen fuhren, stehen heute vor den renovierten Gutshäusern immer häufiger Pick-ups mit Berliner Kennzeichen. Die Einheimischen schmunzeln – und kaufen sich dann manchmal selbst einen.
Neu ist teuer, gebraucht ist klug
Neue Pick-ups sind in Deutschland keine Schnäppchen. Modelle wie Ford Ranger, Toyota Hilux oder VW Amarok liegen neu schnell bei 50.000 Euro und mehr. Viele Käufer weichen daher auf den Gebrauchtmarkt aus – und der ist für Pick-ups besonders interessant.
Der Grund: Pick-ups sind robust gebaut und halten hohe Laufleistungen aus. Ein fünf Jahre altes Modell mit 120.000 Kilometern ist bei guter Pflege oft noch lange nicht am Ende. Wer ein auto pickup gebraucht sucht, sollte allerdings genau hinsehen: Wurde das Fahrzeug im Gelände hart rangenommen? Ist die Ladefläche verbeult? Gibt es Rost am Rahmen – besonders bei Fahrzeugen, die im Winter viel Streusalz abbekommen haben?
Ein praktischer Tipp von Händlern: Immer unter das Auto schauen. Kratzer am Unterbodenschutz verraten viel darüber, wie ein Pick-up gelebt hat.
Europa als Marktplatz
Spannend ist, dass der Pick-up-Markt längst europäisch funktioniert. In Skandinavien und Osteuropa sind Pick-ups seit Jahren verbreitet, entsprechend groß ist dort das Gebrauchtangebot. Plattformen wie alle-lkw.de/transporter/pick-ups bündeln Angebote aus mehreren Ländern, sodass man Preise und Ausstattungen direkt vergleichen kann. Beim Kauf im Ausland gilt: Zulassung, Zoll (bei Nicht-EU-Ländern) und Überführung gleich mit einplanen.
Mehr als ein Statussymbol
Kritiker werfen dem Pick-up vor, vor allem ein Lifestyle-Objekt zu sein – zu groß, zu durstig, zu amerikanisch. Das stimmt manchmal. Doch auf dem Land sieht die Realität anders aus. Dort ist der Pick-up Zugmaschine, Lastesel und Winterauto in einem. Er zieht den Pferdeanhänger, bringt den Grünschnitt zum Wertstoffhof und kommt auch bei 20 Zentimetern Neuschnee zur Arbeit.
Und vielleicht ist genau das der Kern des Booms: Der Pick-up verspricht ein bisschen Freiheit. Das Gefühl, alles transportieren zu können, überall hinzukommen und nicht mehr fragen zu müssen, ob es passt. In einer Zeit, in der vieles kompliziert geworden ist, ist das kein schlechtes Versprechen.
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