Pressemitteilung —
Visa Umfrage Österreich: Nur 4 von 10 Betrugsopfern gehen zur Polizei
- 21 % der Österreicher:innen waren bereits von Zahlungsbetrug betroffen, Phishing ist die häufigste Masche
- 77 % der Konsument:innen sehen sich zunehmend von Betrugsversuchen im Internet ausgesetzt
- Nach einem Betrugsversuch warnen Betroffene vor allem ihr Umfeld (35 %)
Wien, 20. August 2026 – Zahlungsbetrug wird in Österreich häufig nicht zur Anzeige gebracht. Das ergab eine aktuelle repräsentative Umfrage unter 1.000 Personen im Auftrag des Zahlungstechnologieanbieters Visa. Zwar geben neun von zehn Befragten (92 %), die noch nie von Zahlungsbetrug betroffen waren, an, dass sie sich in einem solchen Fall an die Polizei wenden würden. Tatsächlich erstatteten aber nur vier von zehn Betroffenen (40 %) Anzeige, nachdem sie durch eine Betrugsmasche Geld verloren hatten. Männer (45 %) gingen dabei deutlich häufiger zur Polizei als Frauen (33 %).
Jede:r Fünfte (21 %) war bereits von einem Betrugsfall betroffen: Entweder erfolgte eine Zahlung ohne Zustimmung der Betroffenen, oder sie wurden durch Täuschung dazu verleitet, selbst Geld zu überweisen. Bei 27 % der Betroffenen lag der Verlust beim schwerwiegendsten Vorfall bei bis zu 100 Euro, bei 21 % zwischen 101 und 500 Euro. Rund jede:r Sechste (16 %) verlor mehr als 1.000 Euro.*
Mehr als drei Viertel der Konsument:innen (77 %) haben in den vergangenen zwölf Monaten eine Zunahme von Betrugsversuchen ihnen gegenüber wahrgenommen. Bei den über 70-Jährigen teilen sogar mehr als neun von zehn (93 %) diese Einschätzung.
„Die Sicherheit digitaler Zahlungen entwickelt sich laufend weiter. Allein in den vergangenen fünf Jahren hat Visa weltweit mehr als 11 Milliarden Euro in Cybersicherheit investiert. Gleichzeitig verlagern Betrüger ihre Angriffe zunehmend auf Menschen und setzen auf Täuschung statt auf technische Schwachstellen“, so Stefanie Ahammer, Country Managerin Visa Österreich.
Phishing, Enkeltrick, Fake-Shop, Krypto: Die Bandbreite der Betrugsmaschen
Die häufigste Betrugsmethode ist Phishing. Über die Hälfte der Österreicher:innen (52 %) haben bereits gefälschte Nachrichten von angeblichen Lieferdiensten erhalten, 48 % von angeblichen Banken oder Zahlungsdienstleistern. 37 % haben Erfahrungen mit dem Enkeltrick oder Schocknachrichten gemacht, 30 % mit Fake-Shops. Zu den neueren Formen gehört der Finanz- und Kryptowährungsbetrug: Knapp ein Viertel (23 %) ist bereits auf ein betrügerisches Investmentangebot gestoßen, wobei Männer deutlich häufiger mit einem solchen Betrugsversuch konfrontiert waren (29 %) als Frauen (17 %). Junge Menschen begegneten Betrugsmaschen innerhalb des letzten Jahres vor allem auf Online-Marktplätzen und Kleinanzeigenplattformen, etwa in Form gefälschter Zahlungslinks oder nicht gelieferter Ware (22 % der 14- bis 19-Jährigen).
Betroffene von Täuschungsversuchen warnen zuerst das eigene Umfeld
Wer Opfer eines Betrugsversuchs geworden ist, berichtet häufig anderen von dieser Erfahrung: Über ein Drittel (35 %) hat andere Personen gewarnt, Frauen (39 %) deutlich häufiger als Männer (30 %). 32 % geben an, schnell reagiert und den Schaden dadurch verhindert oder begrenzt zu haben. Gut ein Viertel (27 %) änderte Passwörter oder Zugangsdaten. Seltener wenden sich von Betrugsversuchen Betroffene an jene Stellen, die eingreifen könnten. Knapp ein Viertel (24 %) meldete den Vorfall der betroffenen Plattform oder dem Unternehmen, ein Fünftel (20 %) sicherte Beweise wie Screenshots, Nachrichten oder Zahlungsbelege. Die eigene Bank oder den Zahlungsdienstleister informierten 18 %. Für etwa jede sechste Person kam der Betrugsversuch überraschend, weil sie sich selbst nicht für gefährdet gehalten hatte (17 %). Unter Frauen war dieser Anteil höher (21 %) als unter Männern (13 %).
„Das persönliche Umfeld zu warnen ist eine verständliche erste Reaktion, aber sie ersetzt nicht die wichtige Meldung an Bank und Polizei", so Ahammer. „Wer den Verdacht hat, finanziell betrogen worden zu sein, sollte umgehend die Bank kontaktieren, gegebenenfalls Zugangsdaten ändern und eine Anzeige bei der Polizei erstatten. Je schneller ein Fall der Bank gemeldet wird, desto größer sind in der Regel die Chancen, den Schaden zu begrenzen oder die Zahlung rückgängig zu machen."
7 von 10 Konsument:innen fühlen sich von der eigenen Bank gut informiert
Besonders gewünscht sind regelmäßige Updates zu Betrugsformen (31 %) und Informationen zum Schutz persönlicher Daten bzw. Zugangsdaten (30 %). Ebenso wichtig sind Tipps zum richtigen Verhalten nach einem Betrugsfall (30 %), die bei Frauen sogar an erster Stelle stehen (32 %), während sie bei Männern weniger gefragt sind (27 %). Insgesamt fühlen sich sieben von zehn Befragten (71 %) von ihrer Bank gut informiert, bei den über 70-Jährigen sind es sogar 84 %.
* Die Angaben beziehen sich auf den Schaden vor möglichen Rückerstattungen.
Über die Umfrage
Die bevölkerungsrepräsentative Befragung wurde im Auftrag von Visa Österreich vom Marktforschungsinstitut Marketagent mittels Onlinebefragung durchgeführt. Im Zeitraum von 29.07.2026 bis 05.08.2026 wurden 1.000 Personen im Alter zwischen 14 und 75 Jahren in Österreich befragt. Die Studie ist repräsentativ nach Alter, Geschlecht, Region und Bildung. Mehrfachnennungen waren möglich. Alle Prozentzahlen wurden gerundet. Alle Angaben in der Pressemitteilung beziehen sich auf die Studie, sofern dies nicht gesondert kenntlich gemacht ist.
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Über Visa Inc.
Visa ist ein weltweit führendes Netzwerk für digitales Bezahlen, das Transaktionen zwischen Konsument:innen, Verkäufern, Finanzinstituten und Regierungen in mehr als 200 Ländern und Regionen ermöglicht. Unser innovatives, zuverlässiges und sicheres Zahlungsnetzwerk verbindet Einzelpersonen, Unternehmen und Volkswirtschaften und erleichtert es ihnen, erfolgreich zu wachsen. Wir gestalten die Zukunft des Zahlungsverkehrs in der Überzeugung, dass eine Wirtschaft, die alle Menschen miteinbezieht, auch alle voranbringt. Mehr Informationen finden Sie auf unserer Website www.visaeurope.at.