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Blog-Eintrag -

Kommentar zu GKV-Finanzierungsvorschlägen: „Sie müssen Versorgungssicherheit gewährleisten und gleichzeitig wirtschaftliche Vernunft abbilden“

Mit dem Bericht der Finanzkommission liegt nun ein gut gefüllter Werkzeugkasten mit vielen Stellschrauben für Einsparungen und Einnahmen vor – jetzt braucht es aber einen Bauplan, der das System ganzheitlich betrachtet. Nicole Wortmann, Leiterin des Bereichs Gesundheitsmarkt bei der apoBank, teilt dazu mit:

Eines sollten wir uns bewusst machen: Unser Gesundheitssystem ist zu wertvoll, um es durch Aktionismus oder isolierte Einzelmaßnahmen aufs Spiel zu setzen. Wir benötigen Reformen, die nicht nur darauf zielen, Haushaltslöcher zu stopfen. Sie müssen Versorgungssicherheit gewährleisten und gleichzeitig wirtschaftliche Vernunft abbilden.

Hoch brisant ist daher die Empfehlung der Kommission, bis 2030 allein 16,6 Milliarden Euro durch gedrosselte Honorarsteigerungen und gekürzte Zuschläge einzusparen. Dadurch könnten im ambulanten und stationären Bereich Behandlungen reduziert werden. Diese Maßnahmen treffen das Herzstück der Patientenversorgung.

Dennoch ist das finanzielle Potenzial der Vorschläge unbestreitbar - doch ohne einen Umbau der Versorgungsstrukturen bleibt das System auf Dauer überlastet. Weniger Reibungsverluste, weniger Doppelstrukturen, optimierte Abläufe – das schafft Effizienz. Und es stärkt die medizinischen und pharmazeutischen Strukturen, die das Rückgrat unseres Systems bilden.

Jetzt braucht es einen klaren Masterplan, der Finanzstabilität und Versorgungssicherheit miteinander verbindet. Ob Krankenhausreform, Notfallreform, Apothekenreform oder Primärversorgung – alles muss ineinandergreifen. Allerdings bleibt fraglich, ob CDU und SPD in Zeiten bevorstehender Landtagswahlen die eine oder andere Entscheidung wagen.

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