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von links: Johannes Kutter (Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Krumbach-Mindelheim), Hugo Wirthensohn (1. Vorsitz
Für eine nachhaltige Bauzukunft. Die Sprecher und Panelteilnehmer des 1. Laubholzforums bei Baufritz in Erkheim.

Pressemitteilung

Baufritz und C.A.R.M.E.N. e.V. ziehen positive Bilanz: Erstes Laubholz-Forum zeigt neue Wege für klimaschonendes Bauen durch Waldumbau.

Erkheim. „Ist der Holzbau bereit für den Waldumbau?“ – unter dieser Leitfrage fand am Firmensitz der Allgäuer Holzhaus-Manufaktur Baufritz in Erkheim das 1. Laubholz-Forum statt

– initiiert gemeinsam mit C.A.R.M.E.N. e.V., der Cluster-Initiative Forst und Holz in Bayern sowie dem Holzforum Allgäu. Klimastabile Mischwälder und eine stärkere Laubholznutzung im Bauwesen entwickeln sich zu Schlüsselthemen für eine nachhaltige Bauzukunft. 64 Expertinnen und Experten aus Forstwirtschaft, Holzverarbeitung, Architektur, Wissenschaft, Verwaltung und Holzbau folgten der Einladung und bestätigten eindrucksvoll den hohen Bedarf an Austausch entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Zwei Impulsvorträge eröffneten unterschiedliche Perspektiven und ebneten die Grundlage für eine moderierte Gesprächsrunde. Angeregte Diskussionen sowie konstruktive Beiträge aus dem Publikum zeigten, wie groß das Potenzial ist. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig praxisnahe und innovationsfreundliche Lösungen sind, um den Markt mit neuen Produkten anzukurbeln. Das Ziel einer breiteren Laubholznutzung erfordert daher neben Investitionen in Produktentwicklung, passender Technik und Produktion auch Veränderungen im Normungs- und Zulassungsverfahren.

Holz gilt als ökologisch wegweisender Baustoff: regional verfügbar, nachwachsend, mit hoher CO₂- Speicherkapazität. Doch der Klimawandel verändert die Wälder grundlegend. Dr. Herbert Borchert (Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft) machte deutlich, dass insbesondere der langjährige „Brotbaum“ Fichte gefährdet sei. Zugleich betonte er: „Mit Laubholz steht künftig zusätzliches Potenzial zur Verfügung.“ Auch Adrian Blödt (Deutsches Innovationsinstitut für Holz, DIH) unterstrich den Beitrag des Holzbaus zur Klimastabilisierung und rief zur aktiven Nutzung neuer Laubholzressourcen auf: „Use it or lose it!“ Zugleich verwies er aber auch auf bestehende Hürden in der bauaufsichtlichen Zulassung.

Fachpanel: Fünf Perspektiven, ein gemeinsamer Auftrag – Laubholz vom Randthema zur Zukunftsressource

In einer von Hugo Wirthensohn (1. Vorsitzender des Holzforum Allgäu) moderierten Expertenrunde wurde klar: Laubholz muss aus der Nische in die breite Anwendung gebracht werden. Baufritz zeigt Pioniergeist und ist mit Geschäftsführerin und Umweltpreisträgerin Dagmar Fritz-Kramer den entscheidenden Schritt schon gegangen: Bereits Anfang nächsten Jahres sollen Forschungshäuser aus Laubholz montiert werden. “Wir möchten mutig vorangehen und uns nicht bremsen lassen”, erklärte sie. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen der gesamten Wertschöpfungskette zugutekommen: “Wir wollen zeigen, dass es geht.” Welche Holzarten wachsen künftig nach? Und womit können wir wie bauen? Das sind nur zwei von vielen Fragen, mit denen sich das Forschungsprojekt befasst.

Herausforderungen und Chancen entlang der Wertschöpfungskette

“Es ist nicht einfach”, ging Andreas Reßle, Geschäftsführer von ARS Starkholzplatten, auf die Herausforderungen bei Ernten, Transport, Logistik, Schneiden und Trocknen der Ressource Laubholz ein, doch: “Wir halten daran fest!” Johannes Kutter, stellvertretender Behördenleiter am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Krumbach-Mindelheim, betonte die Bedeutung des Waldumbaus, aus dem auch eine höhere Laubholzverfügbarkeit resultiert. Dazu bietet die Bayerische Forstverwaltung den Waldbesitzern neben kostenfreier Beratung auch entsprechende Förderprogramme. Daneben unterstützt sie regionale Vermarktungsstrukturen, um die künftigen Laubholzsortimente effizient nutzen zu können. “Es braucht ein breites Baumartenspektrum im Wald. Der Metzger hat auch nicht nur eine Sorte Wurst im Angebot!” Er ermutigt: “Bauen Sie Ihren Wald um in einen klimatoleranten Mischwald. Machen Sie Ihren Wald „enkeltauglich!” Allen Beteiligten dieses Know-how verfügbar zu machen und Regelwerke für die einzelnen Hölzer zu erarbeiten, ist die Anregung von Prof. Dr. Matthias Zscheile. Offen sein, z.B. bei der Messtechnik, neue Verfahren anzapfen, die KI nutzen, regt der Experte für industrielle Holzbe- und -verarbeitung von der Technischen Hochschule Rosenheim an. “Wir müssen mutig sein, neue Dinge anzufassen und neue Partnerschaften bilden, z.B. mit Forst und Messtechnik-Industrie, zwischen Verbänden, Instituten und forschenden Hochschulen”, ist er sich einig mit Adrian Blödt: “Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der gesamtheitlichen Betrachtung, entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Diese Vernetzung brauchen wir!” Mit dem Ziel, Produkte künftig wirtschaftlich an den Markt zu bringen, testet ARS aktuell eine Hybriddecke, wie Andreas Reßle und Rainer König, H.R.W. Vollholzwandsystem Obb. GmbH, berichteten.

Bei Baufritz hat man sich das ressourceneffiziente Bauen – auch mit Laubholz – vorgenommen. Firmenchefin Dagmar Fritz-Kramer wünscht sich von allen Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette: “Breiter aufstellen und vernetzen. Das macht uns als Branche resilient!”. Sie freut sich über den breit gefächerten Perspektivwechsel des 1. Laubholz-Forums, hat aber auch ihre Verantwortung erkannt: Gebäude aus Holz können nur dann klimaschonend sein, wenn die Wälder klimastabil werden. Dazu gehört, die Bauwirtschaft frühzeitig auf den Wandel vorzubereiten, aktiv zu gestalten und alle Beteiligten partnerschaftlich zu involvieren – damit Laubholz zu einem selbstverständlichen Baustoff der Zukunft werden kann. Pünktlich zum 130-jährigen Firmenjubiläum von Baufritz wird deshalb im Herbst 2026 eine kleine „Laubholz-Siedlung“ inklusive erster Forschungserkenntnisse vorgestellt.

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Rund 129 Jahre Erfahrung im ökologisch einwandfreien Holzbau und etabliert in der internationalen Architekturlandschaft – Baufritz vereint die umfassende Expertise wohngesunden Bauens in überzeugenden Unikaten: Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus, Doppelhaus und Reihenhaus. Zudem sind die rund 450 Mitarbeitenden aus Erkheim/Allgäu Experten für Nachverdichtung, Anbau, Aufstockung, Ersatz-Neubau und serielle Sanierung. Auch hier übernimmt die Mannschaft um Geschäftsführerin Dagmar Fritz-Kramer, Trägerin des Deutschen Umweltpreises 2023, die Vorreiterrolle für den Markt - mit der Expertise, die sich aus dem Verständnis des einstigen Zimmereibetriebs und in Zusammenarbeit mit Architekten, Handwerkern, Ingenieuren und Fachplanern, Experten für Statik, Bauphysik und Innenarchitektur sowie über 50 Baubiologen im eigenen Haus ergibt.

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  • Johannes Kutter vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Krumbach Mindelheim
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  • 1. Laubholzforum bei Baufritz in Erkheim - Adrian Blödt (DHI)
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  • 1.Laubholzforum in Erkheim bei Baufritz- Dagmar Fritz-Kramer
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