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Bild: Lufthansa Group

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350 Millionen Euro für Deutschlands größte eSAF-Anlage: Brandenburg eSAF erhält Förderbescheid

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke haben am 12. Mai 2026 in Schwedt den Förderbescheid für das Projekt „Brandenburg eSAF" übergeben. Bund und Land Brandenburg unterstützen das Vorhaben mit insgesamt 350 Millionen Euro. Auf dem Gelände der PCK-Raffinerie planen ENERTRAG und ZAFFRA – ein Joint Venture von Topsoe und Sasol – Deutschlands größte Produktionsanlage für strombasierte nachhaltige Flugkraftstoffe (Electric Sustainable Aviation Fuels, eSAF) im industriellen Maßstab. Das bisher unter „Concrete Chemicals" firmierende Projekt tritt damit in eine neue Phase.

Ab 2030 sollen in Schwedt jährlich mehr als 30.000 Tonnen eSAF produziert werden. Damit deckt die Anlage rechnerisch ein Viertel der deutschen eSAF-Beimischquote ab, die die EU-Verordnung ReFuelEU Aviation ab 2030 vorschreibt. Das Gesamtinvestitionsvolumen liegt bei über 500 Millionen Euro; der Bund steuert 245 Millionen Euro bei, das Land Brandenburg 104 Millionen Euro. Die finale Investitionsentscheidung ist bis Ende 2027 vorgesehen, der Produktionsstart für 2030. Mit den ingenieurtechnischen Studien wurde im April 2026 die Griesemann Gruppe beauftragt.

Technisches Herzstück ist das Fischer-Tropsch-Verfahren, mit dem aus grünem Wasserstoff und biogenem CO₂ synthetische Kohlenwasserstoffe entstehen. Das Endprodukt verursacht laut den Projektpartnern im Vergleich zu fossilem Kerosin mehr als 90 Prozent weniger CO₂-Emissionen. ZAFFRA bringt seine G2L-eFuels-Plattform ein, die Sasols Fischer-Tropsch-Synthese mit der eREACT-Technologie von Topsoe kombiniert. Das benötigte biogene CO₂ stammt aus der Papierproduktion des in Schwedt ansässigen Herstellers LEIPA Georg Leinfelder.

Der grüne Wasserstoff soll zum Großteil über das deutsche Wasserstoff-Kernnetz bezogen werden, konkret über die FLOW-Pipeline des Fernleitungsnetzbetreibers Gascade. Ergänzt wird die Versorgung durch eine zusätzliche Elektrolyse vor Ort von ENERTRAG. Durch den Aufbau der eSAF-Produktion sollen am Standort Schwedt rund 150 dauerhafte qualifizierte Arbeitsplätze entstehen, in der Bauphase werden bis zu 1.500 Beschäftigte in der Region erwartet.

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    German Federal Minister for Economic Affairs Katherina Reiche and Brandenburg's Minister-President Dietmar Woidke officially handed over the funding decision for the "Brandenburg eSAF" project in Schwedt on 12 May 2026. The federal government and the state of Brandenburg are supporting the venture with a total of 350 million euros. On the site of the PCK refinery, ENERTRAG and ZAFFRA – a joint ven