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Biogasanlage in Sindelfingen nimmt Betrieb auf
Die Stadtwerke Sindelfingen haben im März eine neue Anlage zur Aufbereitung von Biogas zu Biomethan in Betrieb genommen. Auf dem Gelände der ehemaligen Kreismülldeponie bei Stuttgart soll künftig Rohbiogas aus einer Vergärungsanlage in Leonberg zu einspeisefähigem Biomethan verarbeitet und in das Gasnetz eingespeist werden. Das Projekt ist Teil eines interkommunalen Ansatzes zur Verwertung von Bioabfällen aus den umliegenden Landkreisen und zielt darauf ab, fossiles Erdgas schrittweise zu ersetzen sowie die regionale Energieversorgung zu stärken.
Nach Angaben der Projektbeteiligten wird das Rohbiogas mittels Membrantechnologie auf eine Methanreinheit von über 97 Prozent aufbereitet. Jährlich sollen so rund 40.000 Megawattstunden erneuerbare Energie in das Erdgasnetz eingespeist werden. Zusätzlich wird das bei der Aufbereitung anfallende Kohlenstoffdioxid (CO₂) abgeschieden und in Lebensmittelqualität als Wertstoff vermarktet.
Beteiligt sind die Landkreise Böblingen und Esslingen sowie die Stadt Sindelfingen. Insgesamt belaufen sich die Investitionen für Vergärungsanlage und Biogasaufbereitung auf etwa 54 Millionen Euro. Gemeinsam sollen die Anlagen jährlich rund 18.000 Tonnen CO₂ einsparen.
Aus Sicht der Projektbeteiligten stärkt die Anlage die Energiesouveränität, da Bioabfälle regional erfasst, verarbeitet und energetisch genutzt werden. Die Wertschöpfung verbleibe damit in der Region, während gleichzeitig die Abhängigkeit von Energieimporten sinke.
Geschäftsführer Dr. Karl Peter Hoffmann erklärte bei der Inbetriebnahme, das erzeugte Biomethan ersetze fossiles Erdgas und werde insbesondere für die klimafreundliche Fernwärmeerzeugung genutzt. Dadurch könne der Anteil erneuerbarer Energien deutlich gesteigert und die Versorgungssicherheit für die Haushalte vor Ort verbessert werden.