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Drei Fragen an Detlef Brüggemeyer, OGE

Im September hat die Open Grid Europe (OGE) gemeinsam mit DVGW und GWI in Werne eine europaweit einzigartige H₂-Trainingsstrecke aufgebaut – ein realistisches Testumfeld, in dem neue Arbeitsprozesse für den sicheren Wasserstofftransport entwickelt und geschult werden. Mit Detlef Brüggemeyer sprechen wir darüber, warum diese Anlage ein zentraler Baustein für den Hochlauf der Wasserstoffinfrastruktur ist. Er ist Mitglied der Geschäftsführung der Open Grid Europe GmbH (CTO) und verantwortlich für den technischen Bereich.

  1. Wozu haben OGE, DVGW und GWI die H2-Trainingsstrecke ins Leben gerufen?

    Als Gasnetzbetreiber ist OGE ein wichtiger Akteur der Energiewende und Wegbereiter der grünen Transformation in Deutschland und Europa. Das von uns betriebene Fernleitungsnetz umfasst rund 12.000 km – zwei Drittel des deutschen Erdgasverbrauchs fließen durch unser Netz. Gleichzeitig entwickeln wir uns weiter zu einem führenden Infrastruktur- und Dienstleistungsanbieter für gasförmige Energie. Dazu gehört auch, dass wir eine Wasserstoffinfrastruktur (wo möglich aus dem Bestandssystem) entwickeln und betreiben sowie zugehörige Dienstleistungen anbieten. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, die Trainingsstrecke in Werne zu bauen. Dort sind alle wichtigen Anlagenkomponenten für den Wasserstoff-Transport vorhanden, das heißt, wir können alle Arbeitsabläufe unter realen Bedingungen üben. Aus unserer Sicht ist die H2-Trainingsstrecke ein wichtiger Schritt in eine Zukunft mit viel Energie.
  2. Was unterscheidet die Arbeit an Erdgasleitungen von der Arbeit an Wasserstoffleitungen?

    Die Mitarbeitenden von OGE verfügen bereits über eine umfangreiche Expertise im Umgang mit Erdgas. Wasserstoff unterscheidet sich allerdings deutlich in der Beschaffenheit und seinen Eigenschaften. Es ist das kleinste Molekül und findet die kleinsten Lücken - das korrekte Anziehen von Flanschverbindungen erhält dadurch zusätzliche Bedeutung. Zudem ist Wasserstoff bekanntlich sehr reaktionsfreudig, insbesondere im Hinblick auf Sauerstoff. Deshalb wird eine Stickstoffspülung bei vielen Arbeiten nötig.

    Das hat Auswirkungen auf unsere zukünftigen Arbeitsprozesse. Diese werden hier auf der Trainingsstrecke entwickelt, angepasst, verbessert und dann als Best Practice in den Schulungen ausgerollt. Das bedeutet Sicherheit für die, die das Wasserstoffnetz Instand halten, für die Umwelt, für diejenigen, die in der Nähe des Wasserstoffnetzes leben und für die Industrie und alle anderen, die auf eine sichere Versorgung mit Wasserstoff angewiesen sind.
  3. Wie läuft die theoretische und praktische Schulung ab?

    Wir beginnen mit einem Tag Theorie bei unseren Kollegen vom GWI. Darauf folgen drei Tage auf der OGE-Trainingsstrecke bestehend aus einem halben Tag Theorie-Auffrischung sowie einer Einweisung in die Trainingsstrecke respektive die dort geplanten Übungen und anschließend 2,5 Tage praktisches Training.
    In diesen 2,5 Tagen Praxis werden Sperrpläne erstellt, Leckagen detektiert, Armaturenfunktionsprüfungen durchgeführt, es wird ein geflanschtes Rohrpassstück ein- und ausgebaut sowie eine Leitungssperrmaßnahme geplant, vorbereitet und schließlich durchgeführt. Alles mit dem Ziel, die Anwendung von neuen Arbeitsmitteln- und Verfahren sowie das eigenverantwortliche Arbeiten im H2-Umfeld kennenzulernen.

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