Blog-Eintrag —
Vom Gas- zum Pelletheizwerk: Wie in Tessin die Wärmewende umgesetzt wird
Der Begriff „Wärmewende“ ist abstrakt. Was bedeutet das konkret? Wie stellen wir unsere Wärmenetze auf fossilfreie Technologien um? In diesem Blogbeitrag erfährst du mehr darüber am Beispiel der Stadt Tessin in Mecklenburg-Vorpommern.
Es ist ein Thema, das Mieter wie Hauseigentümer beschäftigt: Wie heizen wir weitestgehend ohne Öl und Gas? Bei HanseWerk Natur haben wir davon eine klare Idee. Damit die Fernwärme aus unseren Netzen, die bei dir zu Hause ankommt, fossilfrei wird, stellen wir unsere Energieträger um.
Fossilfreie Wärme für mehr als 300 Haushalte
Ein gutes Beispiel dafür ist unser Heizwerk in Tessin in Mecklenburg-Vorpommern. Die Energiezentrale versorgte die Kundinnen und Kunden im Wohnquartier um den Rosengarten zuvor per Erdgas mit Wärme. Mehr als 300 Wohneinheiten beheizen wir dadurch. Doch seit vergangenem Jahr liefern nun Holzpellets anstatt des Gases die nötige Energie.
Die Energiezentrale betreiben wir im Auftrag der Tessiner Wohnungsbaugesellschaft (TWG). Die spart in ihrem Quartier seit der Umstellung mehr als 580 Tonnen CO2 pro Jahr ein.
Neue Technik, gleiches Gebäude
Früher standen in der Energiezentrale zwei Erdgaskessel sowie ein Erdgas-Blockheizkraftwerk. Nun versorgen zwei Pellet-Kessel mit je 400 Kilowatt Leistung die angeschlossenen Haushalte mit fossilfreier Wärme. Sie werden durch einen 50 Quadratmeter großen Pufferspeicher ergänzt. Durch diese Kombination steht immer genügend Wärme zur Verfügung. In zwei großen Silos auf dem Gelände des Heizwerkes wird der Pellet-Nachschub gelagert.
Anlage wird ständig überwacht
Der Betrieb der Anlage ist in die zentrale Leittechnik von HanseWerk Natur eingebunden. Dort können Fachleute aus der Ferne die Energiezentrale in Echtzeit überwachen und jederzeit den Betrieb steuern. Die Bereitschaft rund um die Uhr stellt sicher, dass Störungen aus der Ferne behoben werden können, noch bevor die Mieterinnen und Mieter davon etwas merken.
Optimierter Betrieb
Die Fernüberwachung ermöglicht uns nicht nur, schnell auf Veränderungen zu reagieren. Sie trägt auch zu einem optimalen Betrieb des Wärmenetzes bei. Alle Datenquellen – beispielsweise Brennstoffeinsatz und produzierte Wärmemenge – laufen im betrieblichen Leitsystem zusammen. Trendkurven zeigen Auffälligkeiten meist schon Stunden vor einer eventuellen Störung an, sodass HanseWerk Natur frühzeitig eingreifen kann.
Nach über einem Jahr Betrieb können wir eine positive Bilanz ziehen: Die Anlage läuft mit sehr hohem Nutzungsgrad und weniger Asche als bei vergleichbaren Pelletanlagen. Der Aschecontainer muss nur einmal jährlich geleert werden.
Insgesamt flossen 1,4 Millionen Euro in die Modernisierung der Energiezentrale in Tessin. Die Maßnahme erhielt Fördergelder aus der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze.
Einen Blick in das Innere unseres modernen Pellet-Heizwerks könnt ihr in diesem Video werfen: