Pressemitteilung —
Die LEW feiert 70 Jahre Kraftwerk Schwabmünchen: Seit sieben Jahrzehnten im Dienst von Mensch, Wasser und Region
- Rund 500 Besucherinnen und Besucher beim Tag der offenen Tür
- Kraftwerk leistet Beitrag zu Energieversorgung, Hochwasserschutz, Grundwasserstabilisierung und Trinkwassersicherung an der unteren Wertach
- Projekt „Wertachau Vital“ offiziell eingeweiht
- Mehr als sechs Millionen Euro in die ökologische Entwicklung der unteren Wertach investiert
- Temperaturmonitoring untersucht Auswirkungen des Klimawandels auf die Wertach
Mit einem Festakt, der offiziellen Einweihung des Gewässerentwicklungs- projekts „Wertachau Vital“ und einem Tag der offenen Tür hat die LEW das 70-jährige Bestehen des Kraftwerks Schwabmünchen gefeiert. Rund 500 Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen des Kraftwerks zu werfen. Weitere 30 Gäste aus Politik, Verwaltung, Wasserwirtschaft, Fischerei, Naturschutz und Landwirtschaft nahmen am Festakt teil. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die vielfältige Bedeutung des Kraftwerks für die Region – von der erneuerbaren Energieerzeugung über Hochwasserschutz und Gewässerentwicklung bis hin zur Stabilisierung des Grundwassers und der Sicherung der Trinkwasserversorgung.
Zu den Gästen zählten unter anderem der Vorsitzende der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag Klaus Holetschek, die Landtagsabgeordneten Carolina Trautner, Leo Dietz und Peter Wachler, die stellvertretende Landrätin des Landkreises Augsburg Sabine Grünwald, Schwabmünchens Erster Bürgermeister Benjamin Schorer sowie Andreas Lindenmaier, Leiter des Sachgebiets Wasserwirtschaft bei der Regierung von Schwaben. Als Höhepunkt des Festakts enthüllten Klaus Holetschek, LEW-Vorstand Dietrich Gemmel und Michael Bohlinger, Geschäftsführer der LEW Wasserkraft, gemeinsam die Jubiläumsstele zum 70-jährigen Bestehen des Kraftwerks.
Vom Flussschutz zur Lebensader der Region
Als das Kraftwerk Schwabmünchen 1956 in Betrieb ging, stand die Stromerzeugung nicht im Mittelpunkt. Die Anlage wurde errichtet, um die Folgen der staatlichen Flusskorrektion an der Wertach zu begrenzen. Ziel war es, die fortschreitende Eintiefung der Flusssohle zu stoppen und den Wasserhaushalt entlang des Flusses zu stabilisieren.
Mit dem Bau des ersten von fünf Stützschwellenkraftwerken entlang der Wertach schuf das Kraftwerk die Grundlage für die Entwicklung der heutigen unteren Wertach. Das Prinzip der Stützschwellenkraftwerke hat sich bewährt: Es verbindet Flusssanierung und erneuerbare Energieerzeugung. Die Anlagen stabilisieren die Flusssohle und den Grundwasserhaushalt und leisten damit einen wichtigen Beitrag für Hochwasserschutz, Trinkwasserversorgung und ökologische Gewässerentwicklung. Die Wertach ist dadurch heute stabiler, lebendiger und ökologisch wertvoller. Gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels gewinnen diese Leistungen weiter an Bedeutung.
Wertachau Vital offiziell eingeweiht
Mit der offiziellen Einweihung von „Wertachau Vital“ würdigte die LEW zugleich ein Projekt, das beispielhaft für die partnerschaftliche Entwicklung der Wertach steht. Gemeinsam mit der Stadt Schwabmünchen, dem Freistaat Bayern, Fachbehörden, Anliegern und weiteren Partnern wurden über viele Jahre Maßnahmen entwickelt, die Hochwasserschutz, Gewässerentwicklung und ökologische Aufwertung miteinander verbinden.
Auf einer Länge von rund 450 Metern wurden Uferbereiche gesichert, neue Kies- und Gewässerstrukturen geschaffen sowie Flussabschnitte aufgeweitet. Die Maßnahmen verbessern die Lebensbedingungen für Fische und andere Wasserorganismen und stärken die ökologische Qualität des Flusses. Insgesamt investierte die LEW mehr als sechs Millionen Euro in die ökologische Entwicklung der unteren Wertach.
Großes Interesse am Tag der offenen Tür
Besonders gefragt waren die Führungen durch das Kraftwerk, die Tauchvorführungen der LEW-Tauchergruppe, die Präsentation eines Rettungsroboters für Wasserrettungseinsätze sowie die Bootstouren auf der Wertach. Auch die Fischökologie stieß auf großes Interesse: Besucherinnen und Besucher erhielten Einblicke in die Pflege von Kieslaichplätzen und die Bedeutung der Fischaufstiegshilfen für heimische Fischarten. Auch nutzten die Gäste die Gelegenheit, sich über die vielfältigen Aufgaben der Wasserkraft und die Entwicklung der Wertach zu informieren.
Dabei wurde auch deutlich, welche Bedeutung ein stabiler Wasserhaushalt für Mensch und Natur hat. Angesichts längerer Trockenperioden und steigender Temperaturen gewinnt dieses Thema weiter an Bedeutung. Gemeinsam mit Wissenschaft, Fachbehörden und Fischerei untersucht die LEW deshalb die Entwicklung der Wertach im Rahmen eines langfristigen Temperaturmonitorings. Die Erkenntnisse sollen dazu beitragen, Lebensräume für Fische und andere Wasserorganismen zu erhalten und Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels weiterzuentwickeln.
_______________Stimmen zum Jubiläum
Klaus Holetschek, Vorsitzender der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag
„Verlässlich, sauber, heimisch: Wasserkraft gehört zur bayerischen DNA. Seit Generationen liefern unsere Flüsse zuverlässig Strom, unabhängig von Importen und von fossilen Brennstoffen. Damit sind Kraftwerke wie in Schwabmünchen ein unerlässlicher Grundpfeiler einer sicheren und bezahlbaren Energieversorgung für Schwaben und darüber hinaus. 70 Jahre Wasserkraftwerk Schwabmünchen sind 70 Jahre Verantwortung für Mensch, Region und Natur.“
Dietrich Gemmel, Vorstand der Lechwerke AG
„Das Kraftwerk Schwabmünchen steht exemplarisch für die Mehrfachfunktion moderner Wasserkraft. Es erzeugt erneuerbaren Strom, trägt zum Hochwasserschutz bei, stabilisiert die Grundwasserverhältnisse entlang der unteren Wertach und schafft die Grundlage für eine sichere Trinkwasserversorgung in der Region. Gleichzeitig entwickeln wir die Wertach gemeinsam mit vielen Partnern ökologisch weiter. Diese Verbindung von Versorgungssicherheit, Gewässerschutz und regionaler Verantwortung macht die besondere Bedeutung des Standorts aus.“
Benjamin Schorer, Erster Bürgermeister Schwabmünchen
„Das Kraftwerk Schwabmünchen liegt seit 70 Jahren vor den Toren unserer Stadt und hat ihre Entwicklung über viele Jahrzehnte hinweg mitgeprägt. Es steht für Verlässlichkeit, Innovationskraft und den verantwortungsvollen Umgang mit unseren Ressourcen. Für die Bürgerinnen und Bürger ist es weit mehr als eine technische Anlage – es ist ein fester Bestandteil unserer Infrastruktur und zugleich ein Stück Schwabmünchner Identität. Das Jubiläum ist eine schöne Gelegenheit, allen zu danken, die mit ihrem Engagement dazu beigetragen haben, diese Erfolgsgeschichte über sieben Jahrzehnte hinweg zu schreiben.“
Sabine Grünwald, stellvertretende Landrätin des Landkreises Augsburg
„Die Wertach prägt unsere Region seit Generationen – als Lebensraum, Erholungsraum und Quelle erneuerbarer Energie. Das Kraftwerk Schwabmünchen steht seit 70 Jahren für eine verlässliche Stromerzeugung und zeigt, wie technische Infrastruktur und Verantwortung für unsere Gewässer zusammenwirken können. Gerade angesichts der Herausforderungen des Klimawandels sind ein nachhaltiger Umgang mit unseren Flüssen, wirksamer Hochwasserschutz und der offene Dialog aller Beteiligten wichtiger denn je.“
Andreas Lindenmaier, Regierung von Schwaben, Leiter Sachgebiet Wasserwirtschaft
Der Flussbau an der Wertach hat mittlerweile eine lange Tradition. Seit rund 150 Jahren versucht der Mensch, das Flusstal besser bewirtschaften zu können und Siedlungen vor Hochwasser zu schützen. Ob der Grüntensee mit seinem Hochwasserrückhalt, die Stützkraftschwellen, wie das Wasserkraftwerk Schwabmünchen, oder auch das Projekt Wertach vital im Bereich der Stadt Augsburg – alle sind Bausteine der heutigen Flusslandschaft Wertach. Ziel der bayerischen Wasserwirtschaftsverwaltung ist dabei stets die Bürger vor den Wassergefahren zu schützen und den Fluss gleichzeitig zu einem lebendigen, vielfältigen Lebensraum für Menschen, Pflanzen und Tiere zu entwickeln.
Michael Bohlinger, Geschäftsführer LEW Wasserkraft
„Die Geschichte des Kraftwerks Schwabmünchen zeigt, dass Wasserkraft weit mehr ist als Stromerzeugung. Seit sieben Jahrzehnten trägt die Anlage dazu bei, die untere Wertach zu stabilisieren und ihre vielfältigen Funktionen für Mensch und Natur zu erhalten. Mit Projekten wie den Fischwanderhilfen, Wertachau Vital und unserem Temperaturmonitoring entwickeln wir diesen Weg konsequent weiter und stellen uns gemeinsam mit unseren Partnern den Herausforderungen des Klimawandels.“
Dr. Oliver Born, Fischereifachberater des Bezirks Schwaben
„Die Anforderungen an unsere Gewässer haben sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verändert. Insbesondere die Folgen des Klimawandels rücken zunehmend in den Fokus und erfordern neue Ansätze, um Lebensräume für Fische und andere Wasserorganismen zu erhalten. Die langjährige Zusammenarbeit mit der LEW an der Wertach zeigt, dass sich die Nutzung der Wasserkraft und die Weiterentwicklung ökologisch wertvoller Gewässerlebensräume erfolgreich miteinander verbinden lassen.“
Florian Pfänder, Landwirt und Mitinhaber des benachbarten Pfänder-Hof Schwabmünchen
„Als energieintensiver landwirtschaftlicher Betrieb schätzen wir die verlässliche Stromerzeugung des Kraftwerks Schwabmünchen aus erneuerbarer Wasserkraft. Darüber hinaus hat das Kraftwerk für unseren Betrieb eine wichtige Bedeutung: Durch seine grundwasserstabilisierende Wirkung trägt es dazu bei, dass viele unserer Flächen entlang der Wertach landwirtschaftlich genutzt und bewirtschaftet werden können.“
_______________
BU 20260703_70 Jahre KW Schwabmünchen1:
Festakt mit Enthüllung der Jubiläumsstele: v.l. Michael Bohlinger (Geschäftsführer LEW Wasserkraft), Andreas Lindenmaier (Regierung von Schwaben, Leiter Ressort Wasserwirtschaft), Sabine Grünwald (stv. Landrätin Landkreis Augsburg), Benjamin Schorer (Erster Bgm. Stadt Schwabmünchen), Abgeordnete Peter Wachler (MdL) und Carolina Trautner (MdL), Klaus Holetschek (Fraktionsvorsitzender, MdL), Dietrich Gemmel (Vorstand LEW), Abgeordneter Leo Dietz (MdL).
BU 20260703_70 Jahre KW Schwabmünchen2:
Großer Andrang beim Tag der offenen Tür: Rund 500 Besucherinnen und Besucher informierten sich über die vielfältigen Aufgaben des Kraftwerks Schwabmünchen für Energieversorgung, Hochwasserschutz und Trinkwassersicherung.
BU 20260703_70 Jahre KW Schwabmünchen3:
Die Führungen durch das Kraftwerk gehörten zu den beliebtesten Programmpunkten des Tages. Besucherinnen und Besucher erhielten dabei Einblicke in die Technik der Wasserkraft und den Betrieb der Anlage.
BU 20260703_70 Jahre KW Schwabmünchen3:
Vom Wasser aus wurden die Maßnahmen des Projekts „Wertachau Vital“ besonders greifbar. LEW-Stauanlagenverantwortlicher Ralf Klocke erläuterte die umgesetzten Maßnahmen zur Stabilisierung des Flusses und zur ökologischen Aufwertung des Gewässers
Themen
Kategorien
Regionen
Über die LEW-Kraftwerke an der Wertach
Die Kraftwerke Schwabmünchen, Mittelstetten, Großaitingen, Bobingen und Inningen erzeugen jährlich im Kraftwerksverbund 52 Millionen Kilowattstunden CO2-freien Strom. Das entspricht einem Jahresstrombedarf von ca. 16.000 Haushalten.
Über die LEW
Die Lechwerke sind als regionales Energieunternehmen im Südwesten Bayerns tätig. 2026 feiern die Lechwerke das 125-jährige Bestehen. Der Grundstein für das Unternehmen und die Stromversorgung der Region wurde 1901 mit der Inbetriebnahme des ersten Wasserkraftwerks in Gersthofen gelegt. Die Herkunft prägt das Unternehmen bis heute: Verantwortung übernehmen, Stabilität gewährleisten und Energiezukunft gestalten.
Heute werden unter der Marke LEW Privat-, Gewerbe- und Geschäftskunden sowie Kommunen mit Strom versorgt. Die LEW bietet zudem ein breites Angebot an Energielösungen. Das Tochterunternehmen LEW Verteilnetz (LVN) betreibt das Stromverteilnetz in der Region. Mit 36 betriebsgeführten Wasserkraftwerken ist die LEW einer der führenden Erzeuger von umweltfreundlicher Energie aus Wasserkraft in Bayern. In eigenen Anlagen auf Freiflächen und Gebäuden erzeugt die LEW auch Strom aus Photovoltaik. Außerdem bietet die LEW Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen Netz- und Anlagenbau, Energieerzeugung, Elektromobilität und Telekommunikation an. Die LEW betreibt ein eigenes, über 9.000 Kilometer langes Glasfasernetz in der Region.