Pressemitteilung —
Staustufe Faimingen: Mehr Hochwasserschutz und neue Fischwege an der Donau
- ODK schließt umfassendes Umwelt- und Infrastrukturprojekt ab – die LEW steuert Baumaßnahmen
- Stärkung der bestehenden Hochwasserschutzanlagen
- Naturnah gestaltete Aufstiegshilfe und zusätzliche Lebensräume
- Investitionen von 5,6 Millionen Euro in Fischaufstiegshilfe und Hochwasserschutz
An der Donau bei Faimingen ist ein zentrales Infrastrukturprojekt für den Hochwasserschutz und die ökologische Entwicklung der Donau abgeschlossen: Mit der umfassenden Sanierung der Dämme und dem Bau einer Fischaufstiegshilfe hat die Obere Donau Kraftwerke AG (ODK) die Staustufe technisch und ökologisch weiterentwickelt. Die modernisierten Dämme leisten einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Region vor Hochwasser. Gleichzeitig stellt eine neue naturnah gestaltete Fischaufstiegshilfe auch die Durchgängigkeit für Fische wieder her. Ergänzend wurden Uferbereiche naturnah gestaltet und der Zugang zum Donauradweg verbessert. So entsteht ein Abschnitt der Donau, der Sicherheit, ökologische Qualität und Lebensqualität miteinander verbindet.
Die offizielle Einweihung fand heute gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Kommunen, Behörden sowie aus Fischerei und Naturschutz statt.
Stärkung des Hochwasserschutzes entlang der Donau
Die Sanierung der Dämme bildete einen Schwerpunkt der Maßnahme an der Staustufe Faimingen. Auf einer Länge von rund 5 Kilometern wurden die bestehenden Hochwasserschutzanlagen abschnittsweise verstärkt und an aktuelle technische Anforderungen angepasst. Die Dämme wurden stabilisiert und punktuell erhöht, um ihre Schutzfunktion langfristig sicherzustellen.
Zum Einsatz kam dabei ein sogenannter schlitzweiser Bodenaustausch: In regelmäßigen Abständen wurden schmale Bereiche im Damm geöffnet, bestehendes Material entfernt und durch durchlässigen Kies ersetzt. Dieses Vorgehen verbessert die Stabilität und macht die Dämme widerstandsfähiger gegenüber Hochwasserereignissen.
Über die rein technische Sicherung hinaus wurden die Uferbereiche gezielt ökologisch aufgewertet. Flach angelegte Uferzonen mit Kies, Steinen und Totholz schaffen geschützte Bereiche für Jungfische, Amphibien und Insekten. Strömungslenkende Elemente und kleine Inselstrukturen sorgen für eine hohe strukturelle Vielfalt und fördern die Artenvielfalt im und am Wasser.
Naturnahe Fischwanderhilfe mit zusätzlichem Lebensraum
Die neue Fischaufstiegshilfe ist als naturnahes Umgehungsgewässer gestaltet und ermöglicht es heimischen Arten wie Huchen, Nase, Barbe und Äsche, die Staustufe wieder in beide Richtungen zu passieren. Auf einer Länge von rund 470 Metern überwinden die Tiere dabei eine Höhendifferenz von mehr als sechs Metern zwischen Unter- und Oberwasser – über flache Kiesbereiche, strukturreiche Strömungszonen und ruhige Rückzugsbereiche. Damit entsteht nicht nur ein funktionsfähiger Wanderkorridor, sondern zugleich neuer Lebensraum entlang der Donau: Flachwasserzonen, eingebrachte Wurzelstöcke und unterschiedliche Strömungen bieten Schutz, Nahrung und Laichmöglichkeiten für zahlreiche Wasserorganismen.
„Mit der neuen Fischwanderhilfe bringen wir ein Stück natürliche Flussdynamik zurück an die Donau“, sagt Dr. Jörg Franke, Technischer Vorstand der ODK. „Gleichzeitig setzen wir mit der Dammsanierung aktuelle technische Anforderungen um und leisten einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz in der Region. Mit den neuen Uferstrukturen verbessern wir zudem die Lebensbedingungen für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten entlang der Donau nachhaltig. Die Maßnahmen in Faimingen zeigen so beispielhaft, wie sich Wasserkraft, Hochwasserschutz und ökologische Entwicklung sinnvoll miteinander verbinden lassen.“
Die LEW hat Planung und Umsetzung der Baumaßnahmen gesteuert und die Arbeiten in enger Abstimmung mit allen Projektbeteiligten koordiniert. „Ein Projekt dieser Größenordnung gelingt nur, wenn viele an einem Strang ziehen“, sagt Projektleiter Manuel Jurtz. „Gerade die enge Zusammenarbeit mit Donautal-Aktiv, Fischerei, Naturschutz und den Kommunen vor Ort hat dazu beigetragen, dass wir nicht nur eine funktionierende Anlage schaffen, sondern die Staustufe insgesamt zukunftsfähig weiterentwickeln konnten – mit spürbarem Mehrwert für Natur und Region.“
Wichtiger Baustein der EU-Wasserrahmenrichtlinie
Die Fischwanderhilfen sind ein wichtiger Baustein für die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie, die als zentrales Kriterium die Durchgängigkeit der Flüsse für Fische und Wasserlebewesen vorgibt. Die LEW hat in den vergangenen Jahren an ihren Kraftwerken an Iller, Günz und Wertach die Durchgängigkeit bereits hergestellt und dabei eng mit Fischerei und Naturschutz zusammengearbeitet. Die in diesen Projekten gesammelten Erfahrungen kann das Unternehmen jetzt für die Realisierung der Fischwanderhilfen an der Donau nutzen.
Mehrwert für die Region und ihre Menschen
Auch für die Menschen in der Region ergeben sich durch das Infrastrukturprojekt konkrete Verbesserungen: Im Zuge der Bauarbeiten wurde die Dammauffahrt zum Donauradweg ertüchtigt. Damit ist eine der meistgenutzten Freizeitachsen der Region nun einfacher und sicherer erreichbar. Für Radfahrerinnen, Spaziergänger und Anwohner wird die Donau an dieser Stelle besser zugänglich und erlebbar.
Während der Bauzeit standen die Projektbeteiligten im engen Austausch mit regionalen Akteuren, um Einschränkungen möglichst gering zu halten und die Nutzung vor Ort zu berücksichtigen.
Investitionen in Sicherheit, Natur und Infrastruktur
Insgesamt investierte die ODK rund 5,6 Millionen Euro in die Maßnahmen an der Staustufe Faimingen. Davon entfallen etwa vier Millionen Euro auf die Fischaufstiegsanlage sowie rund 1,6 Millionen Euro auf die Ertüchtigung der Dämme entlang der Donau.
Die Maßnahmen sind Teil eines umfassenden Programms zur schrittweisen Verbesserung der ökologischen Durchgängigkeit entlang der Donau. Bereits umgesetzt wurde eine Fischaufstiegsanlage am Kraftwerk Gundelfingen. Weitere Projekte an den Staustufen Leipheim, Günzburg, Offingen und Oberelchingen stehen in den Startlöchern.
Mit den Investitionen werden Hochwasserschutz, erneuerbare Energie und ökologische Entwicklung entlang dieses Donauabschnitts gezielt miteinander verbunden und weiterentwickelt.
Über das Wasserkraftwerk Faimingen
Das Kraftwerk Faimingen gehört zu den sechs leistungsstarken Donaukraftwerken der Obere Donau Kraftwerke AG (ODK). Die Wasserkraftwerke Oberelchingen, Leipheim, Günzburg, Offingen, Gundelfingen und Faimingen erzeugen jährlich etwa 280 Millionen Kilowattstunden Strom aus erneuerbarer Energie. Mit dieser Menge können mehr als 80.000 Haushalte das ganze Jahr über mit elektrischer Energie versorgt werden. Die ODK gehört zu 60 Prozent der Rhein-Main-Donau GmbH (RMD), München, und zu 40 Prozent der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW), Stuttgart. Der erzeugte Strom wird von der EnBW AG abgenommen und vermarktet, die damit auch die Kosten der Maßnahmen trägt. Die Wasserkraftwerke werden von der LEW betriebsgeführt und von deren Zentralwarte in Gersthofen bei Augsburg aus ferngesteuert.
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BU: Die neue Fischaufstiegshilfe ist weit mehr als ein Wanderweg für Fische: Naturnah gestaltete und teilweise beschattete Bereiche schaffen wertvolle Rückzugsräume – ein wichtiger Beitrag angesichts steigender Wassertemperaturen. Bild v.r.: Dr. Michael Bohlinger (LEW Wasserkraft), Andreas Mühlig (EnBW), Dr. Jörg Franke (ODK), Dr. Willy Lehmeier (Landratsamt Dillingen), Katja Müller (Bürgermeisterin Lauingen), Walter Albrecht (LEW), Günther Ruck (Fischereigesnossenschaft Schwäbische Donau), Manuel Jurtz (LEW Wasserkraft), Dr. Oliver Born (Fischereifachberatung des Bezirks Schwaben). Foto: LEW/Peter Fastl
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Über die LEW
Die Lechwerke sind als regionales Energieunternehmen im Südwesten Bayerns tätig. 2026 feiern die Lechwerke das 125-jährige Bestehen. Der Grundstein für das Unternehmen und die Stromversorgung der Region wurde 1901 mit der Inbetriebnahme des ersten Wasserkraftwerks in Gersthofen gelegt. Die Herkunft prägt das Unternehmen bis heute: Verantwortung übernehmen, Stabilität gewährleisten und Energiezukunft gestalten.
Heute werden unter der Marke LEW Privat-, Gewerbe- und Geschäftskunden sowie Kommunen mit Strom versorgt. Die LEW bietet zudem ein breites Angebot an Energielösungen. Das Tochterunternehmen LEW Verteilnetz (LVN) betreibt das Stromverteilnetz in der Region. Mit 36 betriebsgeführten Wasserkraftwerken ist die LEW einer der führenden Erzeuger von umweltfreundlicher Energie aus Wasserkraft in Bayern. In eigenen Anlagen auf Freiflächen und Gebäuden erzeugt die LEW auch Strom aus Photovoltaik. Außerdem bietet die LEW Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen Netz- und Anlagenbau, Energieerzeugung, Elektromobilität und Telekommunikation an. Die LEW betreibt ein eigenes, über 9.000 Kilometer langes Glasfasernetz in der Region.