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Warum GMP im Alltag entschieden wird – und nicht im Audit
Was Rückverfolgbarkeit, Dokumentation und präzise Wägeprozesse wirklich bedeuten.
Die pharmazeutische Industrie zählt zu den am strengsten regulierten Branchen weltweit. Im Mittelpunkt aller regulatorischen Vorgaben steht ein klares Ziel: Arzneimittel müssen jederzeit sicher, wirksam und von gleichbleibender Qualität sein. Um dies sicherzustellen, gelten verbindliche Regeln zur Good Manufacturing Practice, kurz GMP.
GMP ist dabei weit mehr als eine formale Anforderung. Sie definiert verbindlich, wie Produkte hergestellt, geprüft, dokumentiert und freigegeben werden – und macht aus vielen einzelnen Prozessschritten eine kontrollierte, nachvollziehbare Gesamtkette. Qualität entsteht dabei nicht am Ende, sondern wird systematisch über den gesamten Herstellprozess hinweg abgesichert.
Qualität entsteht im Prozess – nicht im Prüflabor
GMP beschreibt ein umfassendes Regelwerk, das alle Bereiche der pharmazeutischen Herstellung einschließt – von der Rohstoffannahme über die Verarbeitung bis hin zur Verpackung und Dokumentation. Entscheidend ist dabei nicht allein das Endprodukt, sondern der Weg dorthin. Jeder Prozessschritt muss geplant, kontrolliert und reproduzierbar sein.
In der Praxis bedeutet das: Produktionsprozesse müssen validiert sein, Zuständigkeiten klar definiert und Abweichungen systematisch erfasst werden. Maschinen, Anlagen und Messmittel dürfen nur eingesetzt werden, wenn ihre Eignung nachgewiesen ist. Arbeitsanweisungen müssen verständlich, aktuell und verbindlich sein. GMP schafft so den Rahmen für eine Produktion, in der Qualität nicht nur geprüft, sondern aktiv hergestellt wird.
Rückverfolgbarkeit als Kernprinzip der GMP
Ein zentrales Element der Good Manufacturing Practice ist die lückenlose Rückverfolgbarkeit. Jede Messung, jede Zählung und jede Freigabe müssen eindeutig einem Produkt, einer Charge, einem Zeitpunkt und einer verantwortlichen Person zugeordnet werden können.
GMP fordert deshalb, dass alle relevanten Daten vollständig, korrekt und manipulationssicher dokumentiert werden. Änderungen an Parametern, Eingriffe durch Bedienpersonen oder Wiederholungen von Messungen müssen jederzeit nachvollziehbar sein. Diese Transparenz bildet die Grundlage für interne Qualitätssicherung ebenso wie für externe Audits durch Behörden.
Dokumentation: Nachweis statt Annahme
In GMP-regulierten Produktionsumgebungen gilt ein klarer Grundsatz: Was nicht dokumentiert ist, gilt als nicht durchgeführt. Dokumentation ist damit kein nachgelagerter Verwaltungsschritt, sondern integraler Bestandteil jedes qualitätsrelevanten Prozesses.
Neben digitalen Systemen spielen gedruckte Protokolle weiterhin eine wichtige Rolle. Sie ermöglichen eine unmittelbare Kontrolle direkt am Prozesspunkt und dienen als belastbarer Nachweis gegenüber Auditor:innen. Besonders bei kritischen Prozessschritten bietet das gedruckte Dokument einen entscheidenden Vorteil: Es erlaubt die eindeutige persönliche Unterschrift der verantwortlichen Person. Diese Unterschrift bestätigt nicht nur die Durchführung eines Arbeitsschritts, sondern auch dessen inhaltliche Richtigkeit und Freigabe.
Damit schafft die Kombination aus strukturierter Datenerfassung und persönlicher Bestätigung ein hohes Maß an Transparenz und Verantwortlichkeit. Die Prozesssicherheit steigt, Interpretationsspielräume werden reduziert und die Nachvollziehbarkeit im Auditfall deutlich verbessert.
Warum Wägetechnologien für GMP entscheidend sind
An dieser Stelle rücken Wägetechnologien in den Fokus. Waagen und Wägeindikatoren, die im Pharmaumfeld meist kombiniert als Tisch- oder Bodenwaagen zum Einsatz kommen, sind in GMP-regulierten Prozessen an zahlreichen kritischen Punkten eingebunden – etwa beim Abwiegen von Wirkstoffen, beim Zählen von Tabletten oder bei der Endkontrolle verpackter Arzneimittel.
GMP stellt hier hohe Anforderungen: Messergebnisse müssen präzise, stabil und reproduzierbar sein. Gleichzeitig müssen sie klar zuweisbar sein und nachvollziehbar dokumentiert werden. Hinzu kommt, dass die eingesetzten Systeme auch unter anspruchsvollen Bedingungen, etwa in Reinräumen, zuverlässig arbeiten müssen. Jede Abweichung kann unmittelbare Auswirkungen auf Produktsicherheit und Compliance haben.
Wie Wägeindikatoren GMP-Anforderungen praktisch unterstützen
Moderne Wägeindikatoren leisten hier mehr als die reine Gewichtsanzeige. Sie unterstützen Hersteller dabei, GMP-Anforderungen im Produktionsalltag umzusetzen – insbesondere in den Bereichen Dokumentation, Benutzerkontrolle und Rückverfolgbarkeit.
Auch die Wägeindikatoren MiNexx® von Minebea Intec, einem weltweit führenden Hersteller von Wäge- und Inspektionstechnologien, sind darauf ausgelegt, diese Anforderungen zu unterstützen. Sie ermöglichen das Drucken von Wäge- und Zählergebnissen direkt am Prozesspunkt und schaffen so eine unmittelbare, strukturierte Dokumentationsbasis. Gedruckte Belege enthalten Informationen wie Gewicht oder Stückzahl, Datum und Uhrzeit, Produkt- oder Chargenkennzeichnungen sowie Benutzerinformationen. Dadurch entsteht eine lückenlose, nachvollziehbare Dokumentation. Manuelle Übertragungen entfallen und das Fehlerrisiko wird reduziert.
Ein weiterer zentraler Aspekt im GMP-Umfeld ist die Zugriffskontrolle. Das 3-stufige Benutzermanagement der Wägeindikatoren MiNexx® unterstützt klar definierte Rollen und Verantwortlichkeiten. Bedienhandlungen lassen sich eindeutig einzelnen Personen zuordnen und revisionssicher dokumentieren. Gleichzeitig werden unautorisierte Eingriffe zuverlässig verhindert. In Kombination mit der systematischen Erfassung von Prozessdaten wird Rückverfolgbarkeit nicht nur formal erfüllt, sondern konsequent im Arbeitsalltag verankert.
Im Zusammenspiel mit hochauflösenden Wägeplattformen, z.B. der MiNexx® 3000 von Minebea Intec, entstehen abgestimmte Wägesysteme, die sich für unterschiedliche pharmazeutische Anwendungen eignen – von fein auflösenden Zählprozessen bis hin zur Verwiegung größerer Gebinde. Die konsistente Systemarchitektur unterstützt reproduzierbare Messergebnisse und erleichtert die Qualifizierung im regulierten Umfeld.
Auditfähigkeit als Ergebnis integrierter Prozesse
GMP-Compliance zeigt sich besonders im Audit. Dann wird sichtbar, ob Prozesse nicht nur definiert, sondern auch zuverlässig umgesetzt werden. Integrierte Wägetechnologien mit strukturierter Dokumentation erleichtern diese Nachweise erheblich.
Wenn Messergebnisse eindeutig dokumentiert, sofort verfügbar und logisch aufgebaut sind, lassen sich Abläufe schnell erklären und belegen. Das spart Zeit, reduziert Unsicherheiten und stärkt das Vertrauen von Auditor:innen in Prozesse und Qualitätsmanagement.
GMP im Alltag konsequent leben
GMP ist kein starres Regelwerk, sondern ein gelebter Qualitätsstandard. Präzise Wägetechnologien, kontrollierte Prozesse und eine verlässliche Dokumentation greifen dabei ineinander.
Systeme, die Messung, Benutzerkontrolle und Dokumentation konsequent zusammenführen, unterstützen pharmazeutische Hersteller dabei, strenge regulatorische Anforderungen sicher umzusetzen – nicht als zusätzliche Belastung, sondern als integralen Bestandteil stabiler, transparenter und auditfähiger Produktionsprozesse.
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Minebea Intec ist ein weltweit führender Hersteller industrieller Wäge- und Inspektionstechnologien. Mit Hauptsitz in Hamburg bietet das Unternehmen Produkte und Dienstleistungen, die seit mehr als 150 Jahren für Innovation, Performance und Zuverlässigkeit stehen. Das Produktportfolio beinhaltet u.a. hochauflösende Plattformwaagen, Wägezellen, Behälter- und Silowaagen, Kontrollwaagen, Metalldetektoren, Röntgen- und visuelle Inspektionssysteme sowie intuitive Softwarelösungen. Über 1.000 Mitarbeiter an 18 Standorten erhöhen die Präzision und Effizienz von Wäge- und Produktionsprozessen industrieller Kunden. Ein Netzwerk von über 200 Partnern in 72 Ländern ergänzt die Vertriebs- und Service-Standorte des Global Players. Die Leistungsstärke und ausgeprägte German Quality spiegeln sich im Markenversprechen „the true measure“ wider.
Minebea Intec ist Teil der MinebeaMitsumi Gruppe, einem führenden Anbieter für hochpräzise Fertigungsteile wie Kugellager oder Motoren sowie hochwertige elektronische Komponenten wie Sensoren, Antennen und IoT Lösungen. Der Konzern mit Hauptsitz in Tokio und weltweit rund 84.000 Mitarbeitenden meldete für das Geschäftsjahr 2025 einen konsolidierten Nettoumsatz von 1.522.703 Millionen Yen (ca. 9,3 Milliarden Euro).