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Pressemitteilung -

Grundstein für die Produktion klimafreundlicher Wärme: Stadtwerke Dessau und Novocarbo unterzeichnen langfristigen Wärmeliefervertrag

Die Stadtwerke Dessau und Novocarbo treiben gemeinsam die Dekarbonisierung kommunaler Wärmeversorgung weiter voran: Mit dem langfristigen Wärmeabnahmevertrag entsteht in Dessau-Roßlau ein neuer Standort, der erneuerbare Wärme für das Fernwärmenetz liefert und Pflanzenkohle für mehr Klimaschutz produziert.

Hamburg/Dessau-Roßlau. Die Stadtwerke Dessau haben mit dem Climate-Tech-Unternehmen Novocarbo und deren Obergesellschaft Hevella Carbon einen langfristigen Wärmeabnahmevertrag geschlossen. Novocarbo plant im Zuge dessen den Carbon Removal Park Dessau. Nach Beschluss des Aufsichtsrates wurde die Vereinbarung im Beisein von Oberbürgermeister Dr. Robert Reck, Stadtwerke-Geschäftsführer Dino Höll sowie Geschäftsführer der Novocarbo GmbH Dr. Karl Reinhard Kolmsee geschlossen.

Der Vertrag sieht eine jährliche Liefermenge von bis zu 13,5 Gigawattstunden (GWh) vor, die den wirtschaftlichen und kontinuierlichen Betrieb der Anlage über eine Laufzeit von 15 Jahren ab Inbetriebnahme sicherstellen soll. Im Gegenzug wird die Fernwärmeversorgung GmbH Dessau die bereitgestellte grüne Fernwärme abnehmen. Die Inbetriebnahme ist derzeit spätestens zum 1. Januar 2028 geplant. Damit entsteht für die Region eine langfristig planbare, fossilarme Wärmequelle.

„Mit diesem Vertrag gehen wir einen wichtigen nächsten Schritt in der Weiterentwicklung unserer Wärmeversorgung hin zur Klimaneutralität“, erklärt Oberbürgermeister Dr. Robert Reck. „Die Nutzung innovativer Technologien und regionaler Potenziale ist ein starkes Signal für aktiven Klimaschutz vor Ort“, so Reck.

Biochar Carbon Removal als nachhaltig zirkulärer Infrastrukturansatz

Im Zentrum des Projekts steht das Verfahren Biochar Carbon Removal (BCR). Dabei werden im Carbon Removal Park Dessau biogene Reststoffe wie beispielsweise Holzhackschnitzel oder Fruchtkerne durch Pyrolyse in Pflanzenkohle und erneuerbare Wärme umgewandelt. Der natürliche Kohlenstoff bleibt stabil in der Pflanzenkohle gebunden und schafft die Grundlage für dauerhafte CO₂-Speicherung in nachgelagerten Anwendungen.

Durch die hohen Pyrolysetemperaturen von 600-700°C entsteht zudem nutzbare Abwärme, die in das Fernwärmenetz eingespeist wird. Dank der Verwertung organischer Reststoffe ergibt sich ein zirkuläres Modell, in dem bestehende Ressourcen sinnvoll wiederverwertet anstatt entsorgt werden. Ein Ansatz, der insbesondere für Kommunen und Industrie zunehmend an Bedeutung gewinnt.

„Dessau-Roßlau ist ein starkes Beispiel dafür, wie regionale Partnerschaften die Dekarbonisierung voranbringen können – und wie wir weiter mit lokaler Biomasseverarbeitung und Energieversorgung die Region gezielt stärken wollen“, sagt Dr. Karl Kolmsee, Geschäftsführer von Novocarbo.

Pflanzenkohle: ein innovativer Rohstoff für die Bundesgartenschau 2035?

Neben der Wärmeerzeugung produziert Novocarbo an ihren Standorten Pflanzenkohle mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. In der Landwirtschaft und urbaner Begrünung verbessert sie Bodenstruktur sowie Wasser- und Nährstoffnutzung und unterstützt dabei die Biodiversität.

Vor diesem Hintergrund bildet die geplante Bundesgartenschau 2035 in Dessau-Roßlau eine ideale Kulisse für zukunftsgedachte Gärten. Pflanzenkohle kann als Bestandteil moderner Substrate dazu beitragen, klimaresiliente Grünflächen und Böden sowie CO2-Speicherung im urbanen Raum umzusetzen, und so innovative Ansätze direkt sichtbar und erlebbar machen.

Über Bodenanwendungen hinaus eröffnet Pflanzenkohle auch in der Bauindustrie neue Chancen. Als Zusatzstoff beispielsweise im Asphalt kann sie fossile Materialien teilweise ersetzen und zur Entwicklung emissionsärmerer Baustoffe sowie Verbesserung der Materialeigenschaften beitragen.

Beitrag zur kommunalen Wärmewende

Mit der geplanten Anlage wird ein wichtiger Baustein zur klimafreundlichen Wärmeversorgung geschaffen und das Fernwärmenetz zuverlässig ergänzt. Gleichzeitig profitieren die Bürgerinnen und Bürger in Dessau-Roßlau von einer langfristig sicheren und zunehmend regenerativen Wärmeversorgung.

„Die Nutzung unvermeidbarer Abwärme aus der Pflanzenkohleproduktion ist ein konkreter Beitrag zum Klimaschutz. So können wir fossile Energieträger schrittweise durch innovative Wärmequellen ersetzen und unsere Fernwärmeversorgung nachhaltig in Richtung Klimaneutralität weiterentwickeln“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Dino Höll.

Die Zusammenarbeit schafft Planungssicherheit und unterstützt den kontinuierlichen Ausbau treibhausgasarmer Wärmequellen in Dessau-Roßlau. Grundlage hierfür sind die kommunale Wärmeplanung der Stadt Dessau-Roßlau sowie der Fernwärme-Transformationsplan der Stadtwerke Dessau. Dieser beschreibt den Weg zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung und sieht vor, bis 2030 mindestens 30 Prozent erneuerbare Energien oder unvermeidbare Abwärme in das System zu integrieren. Er baut auf dem energie- und klimapolitischen Leitbild der Stadt Dessau-Roßlau auf, das eine deutliche Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien am Wärmeverbrauch vorsieht.

Über die Stadtwerke Dessau

Die Dessauer Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH – DVV – Stadtwerke sind der kommunale Energieversorger der Stadt Dessau-Roßlau. Sie versorgen Dessau-Roßlau mit Energie, einschließlich der Fernwärme, Mobilität, Wasser und Telekommunikation und sind einer der größten Arbeit- und Auftraggeber in Dessau-Roßlau.

Im Rahmen ihrer Wärmetransformation treiben sie den Ausbau klimafreundlicher Energiequellen voran. Dazu gehören unter anderem geplante Anlagen im Rahmen der innovativen Kraft-Wärme-Kopplung (iKWK) am Standort Zoberberg mit einer erwarteten Wärmeerzeugung von rund 5,2 Gigawattstunden pro Jahr sowie weitere Projekte an den Standorten Wagonbau und Kochstedt mit zusätzlichen Kapazitäten von zusammen etwa 5,7 Gigawattstunden jährlich. www.dvv-dessau.de

Über Novocarbo

Novocarbo ist ein Climate-Tech-Unternehmen, das Biochar Carbon Removal im industriellen Maßstab umsetzt. Das Unternehmen produziert und handelt Pflanzenkohle und bringt diese in Anwendungen für Bodengesundheit, Wassermanagement und nachhaltige industrielle Materialien. Gleichzeitig stellt Novocarbo erneuerbare Wärme für Kommunen und Industrie bereit.

In den kommenden zwei Jahren plant Novocarbo zwei weitere Standorte, um zusätzliche Kapazitäten unter anderem für die Dekarbonisierung kommunaler Infrastrukturen weiter voranzutreiben.

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Novocarbo treibt die Dekarbonisierung mit einem einzigartigen Konzept voran: Das Hamburger Start-up betreibt Carbon Removal Parks, mit denen es bis 2050 bis zu 1 Gigatonne CO₂ der Atmosphäre entziehen kann. Mit moderner Pyrolyse-Technologie verarbeitet Novocarbo pflanzliche Reststoffe zu Pflanzenkohle (Biochar). Der in der Biomasse vorhandene Kohlenstoff wird gebunden und in der Pflanzenkohle gespeichert. Die Pflanzenkohle hat vielfältige positive Effekte in der Landwirtschaft, im Gartenbau, in blau-grüner Infrastruktur und in der Bauindustrie.

Beim Pyrolyse-Prozess entsteht zudem regenerative, klimaneutrale Überschussenergie. Diese kann in Form von „Energy-as-a-Service“-Partnerschaften Unternehmen oder Stadtwerken angeboten werden. Als Pionier des Handels mit Kohlenstoffentnahmezertifikaten (Carbon Credits) nimmt Novocarbo eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung von Biochar Carbon Removal Lösungen ein.

www.novocarbo.com

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