Pressemitteilung —
Veranstaltungen der Universität Trier im Juli 2026
Veranstaltungstipps
IAFPA2026
34. Jahrestagung der International Association for Forensic Phonetics and Acoustics
26. Juli bis 29. Juli 2026 | Campus II, Kapelle
Von Deepfakes und Ähms – Stimmgutachter:innen treffen sich in Trier
Ob es um den „Maskenmord“ in Idar-Oberstein geht oder um die Entführung von Jan-Philip Reemtsma
– immer, wenn die Stimme vor Gericht eine Rolle spielt, sind dies Fälle für die Phonetik, die Wissenschaft vom Sprechen unter all seinen Aspekten. Es gibt weltweit nicht viele Gutachtende, die solche Fälle bearbeiten. Vom 26. bis 29. Juli 2026 versammeln sie sich in Trier. Das Fach Phonetik ist Gastgeber der 34. Jahrestagung der internationalen Vereinigung für forensische Phonetik und Akustik (IAFPA). Erwartet werden ca. 90 Teilnehmende aus aller Welt, die Gutachten zu Fragen der Stimme und des Sprechens für Gerichte erstellen oder zu dem Thema forschen. Dieses Anwendungsfeld der Phonetik hat in Trier Tradition, die von den 1980er Jahren mit Prof. Jens-Peter Köster, der das Phonetik-Institut gründete, bis heute reicht.
Das wissenschaftliche Programm reicht von der Erforschung individueller Atem- und Sprechmuster bis hin zu hochaktuellen Fragestellungen wie der Erkennung KI-generierter Stimmen und sogenannter Deepfakes. Angesichts der rasanten Fortschritte im Bereich des Voice Clonings gewinnt die zuverlässige Unterscheidung zwischen echten und künstlich erzeugten Stimmen zunehmend an Bedeutung. Eine Sonderveranstaltung widmet sich außerdem der Tätigkeit forensischer Sachverständiger in unterschiedlichen Rechtssystemen. „Wir in Trier sind stolz darauf, dass wir die forensische Anwendung auch in unser Lehrprogramm integriert haben und damit Studierende gezielt an solche Fragestellungen heranführen“ sagt JProf. Katharina Zahner-Ritter, die Professorin im Fach Phonetik, die die Tagung zusammen mit ihrer Vorgängerin und langjährigen Vorsitzenden der IAFPA, Prof. Dr. Angelika Braun, federführend organisiert. Sie selbst hat ihren Forschungsschwerpunkt u.a. im Bereich der Prosodie (Sprechmelodie und Akzentuierung) und Zweitspracherwerb (z. B. fremdsprachliche Akzente). Die beiden Professorinnen sind sich einig, dass gerade die Prosodie und fremdsprachliche Akzente viele Fragestellung für die Forensik eröffnen, deren nähere Betrachtung sehr lohnt. So betreuen die beiden bereits jetzt mehrere gemeinsame Master-Projekte, die auf der Tagung vorgestellt werden. Die Phonetik erforscht alle Aspekte des Sprechens und der gesprochenen Sprache. In Trier wird momentan im Rahmen von Drittmittelprojekten besonders im Bereich der Sprechmelodie, regionalakzentuierter Sprache sowie dem Zweitspracherwerb geforscht. Diese Erkenntnisse finden nicht nur in der Forensik Anwendung, sondern zum Beispiel auch in der Sprach- und Stimmtherapie, dem Bildungssektor sowie in technologischen Bereichen wie der automatischen Spracherkennung oder dem Voice Cloning.
Die Universität Trier gehört zu den wenigen herausragenden Ausbildungsstandorten für Phonetik in Deutschland und bietet als eine von nur zwei Hochschulen einen eigenständigen Masterstudiengang (M.A. Phonetik) in diesem Fach an. Im Bachelorstudium kann Phonetik in Trier sowohl als Nebenfach als auch als Schwerpunkt im interdisziplinären Studiengang „Sprache, Technologie und Medien“ (B.Sc.) studiert werden.
Tagungswebsite: www.iafpa2026.uni-trier.de
Kontakt:
Fachbereich II, Phonetik
JProf. Dr. Katharina Zahner-Ritter & Prof. Dr Angelika Braun
www.phonetik.uni-trier.de
Instagram: @phonfacts_
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Wissen hoch 4: Film & Vortrag zur UN-Sicherheit
Neues Vortragsformat samt Rahmenprogramm der Universität Trier
16. Juli 2026 | 18:00 Uhr | Broadway Filmtheater Trier
Das neue Vortragsformat samt Rahmenprogramm der Universität Trier geht in Runde zwei. Diesmal mit Prof. Dr. Manuel Fröhlich und dem Film „The Veto“ mit Special Guest.
Bei Wissen4verschmelzen Kinosaal und Hörsaal. In Kooperation mit dem Broadway Filmtheater beleuchtet die Uni ein aktuelles Thema aus verschiedenen Perspektiven und auf verschiedene Arten: 4 Vorträge aus 4 verschiedenen Fächern, dazu 4 Filme und 4 Podcasts. 2026 läuft das Format unter dem Obertitel „Krieg & Frieden“.
Den Auftakt machte Prof. Dr. Jennifer Turner mit Perspektiven auf Grenzen. Am Donnerstag, den 16.7. um 18 Uhr folgt Politikwissenschaftler Prof. Dr. Manuel Fröhlich mit dem Vortrag „UN-Sicherheit? Die Vereinten Nationen inmitten von globalen Krisen und Zeitenwenden“.
Achtzig Jahre nach der Gründung der Vereinten Nationen befindet sich die Weltorganisation inmitten großer Umbrüche und Turbulenzen: Massive Einschnitte bei Finanzen und Personal, blockierte Entscheidungswege und vor allen Dingen die Infragestellung grundlegender Prinzipien und Werte zum Einsatz von Gewalt oder der staatlichen Souveränität treffen den Kern der Funktionsfähigkeit und der Existenz der UNO als Institution internationaler Sicherheit. Die Frustrationen und Grenzen der Organisation spiegeln ebenso wie ihre Handlungs- und Reformmöglichkeiten den Zustand einer Weltpolitik inmitten von Zeitenwenden und Epochenbrüchen. Im Anschluss ist Zeit für Fragen und Diskussion.
Film mit Schalte zu Regisseur Tim Slade
Bereits zwei Tage vorher, am 14.7. zeigt das Broadway um 19 Uhr „The Veto“. Der 59-minütige dokumentarische Film thematisiert das Veto-Recht der ständigen Mitglieder im UN-Sicherheitsrat als möglicherweise größte Bedrohung für globalen Frieden und Sicherheit. Im Anschluss an die Vorführung wird Regisseur Tim Slade für Publikumsfragen und ein Gespräch mit Manuel Fröhlich zugeschaltet.
Der Eintritt zu Vortrag und Film ist frei.
Die weiteren Termine des Jahres zu „Krieg und Frieden“ sind:
29. Oktober: Prof. Dr. Lutz Raphael (Geschichte) betrachtet „Wege in und aus dem Krieg im Europa des 20. Jahrhunderts“.
17. Dezember: Prof. Dr. Birgit Peters (Jura) fragt: „Kann aus Rechtsbruch Gewohnheit werden? Zum Völkerrecht unter Trump.“
Auch diese Vorträge werden von Filmen begleitet, die von den Vortragenden selbst ausgewählt wurden und mit fachlichem Bezug eingeleitet werden.
Podcast gestartet
Ergänzt wird die Reihe vom Podcast „Wissen hoch 4“, in dem neben den Vortragenden in anderen Folgen noch weitere Forschende zu Wort kommen. Die erste Folge mit Prof. Dr. Sebastian Heilman über den Aufstieg Chinas und die Konkurrenz zu den USA ist bereits veröffentlicht und auf Youtube als Video und als Audio auf Spotify, Apple Podcasts und weitern Podcast-Plattformen verfügbar.
Zum Video-Podcast: https://www.youtube.com/@UniTrier/videos
Alle Termine der Universität Trier finden Sie unter https://kalender.uni-trier.de