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Während des Laborseminars: Jana Seibel

Pressemitteilung

Dank des Chamäleons und „Jugend forscht“: Biologie-Sonderpreisträgerin Jana Seibel erlebt einen Tag an der Universität Vechta

Kann ein Chamäleon zählen? Mit dieser verhaltensbiologischen Frage beschäftigte sich die 19-jährige Jana Seibel beim Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ im Landkreis Diepholz. Für ihr naturwissenschaftliches Engagement zeichnete das Fach Biologie der Universität Vechta die Abiturientin mit einem Sonderpreis aus: Einem exklusiven Schnuppertag auf dem Campus, der jetzt tiefe Einblicke in das universitäre Leben im Fach Biologie bot.

Um ihre Forschungsfrage zu beantworten, gestaltete Jana Seibel, frischgebackene Abiturientin des Gymnasiums an der Willmsstraße in Delmenhorst, ein Experiment. Über ein variables Futterangebot versuchte sie, mathematische Fähigkeiten bei den Reptilien nachzuweisen. „Die Ergebnisse waren zwar nicht eindeutig“, aber genau das habe sie dazu animiert, über weitere Experimente nachzudenken, erklärt die 19-Jährige. „Vielleicht reagiert das Chamäleon am Ende weniger auf die reine Anzahl als vielmehr auf bestimmte Farben.“

Präsentiert wurde das Projekt damals traditionell im Berufsbildungszentrum (BBZ) in Diepholz, wo junge Talente ab der 4. Klasse bis zum Alter von 21 Jahren ihre Forschungsprojekte in den klassischen MINT-Fachgebieten (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) vorstellen. Der Landkreis Diepholz fungiert dabei als offizielle Pateninstitution für den Regionalwettbewerb.

Das systematische Vorgehen der Schülerin überzeugte auch die Fachjury. Seit Jahren engagieren sich Lehrende des Fachs Biologie der Universität Vechta dort in der Jury; in diesem Jahr vertraten neben Dr. Mihaela Jönsson Tim Bauermeister und Dr. Christiane Stuntebeck die Hochschule. Neben der personellen Unterstützung sponsert die Universität Vechta seit vergangenem Jahr zwei Sonderpreise im Bereich Biologie, um herausragende Schülerleistungen direkt auszuzeichnen.

Den gewonnenen Erlebnistag löste Jana Seibel nun direkt auf dem Campus in Vechta ein. Das dichte Programm spiegelte die Bandbreite des Biologiestudiums wider: Nach einer Vorlesung bei Professor Dr. Markus Böggemann ging es für die Sonderpreisträgerin direkt in die wissenschaftliche Praxis. Im anschließenden Laborseminar stand Anatomie auf dem Lehrplan. Nach der Mittagspause in der Mensa folgten verhaltensbiologische Vorträge von Studierenden aus einem Exkursionsmodul zum Zoo Osnabrück, bevor der Tag am Nachmittag mit der Bestimmung von Helgoländer Würmern gemeinsam mit zwei Bachelorstudentinnen endete.

Für Seibel war der Tag eine Bestätigung ihres Weges, auch wenn sie beruflich eine andere Richtung einschlägt: Sie wird in Kürze ein duales Studium der Betriebswirtschaftslehre (BWL) beginnen. „Die Biologie wird dort zwar keine Rolle mehr spielen, aber das Interesse an den Naturwissenschaften bleibt definitiv bestehen“, so Seibel.

Die Initiative der Universität Vechta bei „Jugend forscht“ ist Teil einer strategisch angelegten Nachwuchsförderung in der Region. Den Grundstein für Seibels Erfolg legte das Gymnasium in Delmenhorst, das über ein sogenanntes „OpenLab“ im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft Freiräume für das eigene Experimentieren bot. Ein aufmerksamer Lehrer erkannte ihr biologisches Interesse und ermutigte sie zur Teilnahme.

Hier setzt auch die überregionale Vernetzung an: Das Fach Biologie der Universität Vechta ist eng mit dem Verbundprojekt „MINT4YOUth“ verzahnt. Unter der Leitung von Professor Dr. Michael Ewig (Didaktik der Biologie an der Universität Vechta) bündelt und stärkt dieses Cluster die außerschulischen MINT-Aktivitäten in den Landkreisen Diepholz, Vechta und Cloppenburg. Das Projekt unterstützt Jugendliche gezielt dabei, nötige Kompetenzen und Ressourcen für Wettbewerbe wie „Jugend forscht“ zu entwickeln. Mit dem Campus-Besuch von Jana Seibel schließt sich dieser Kreis der Förderung von der Schule bis zur Hochschule.

„Als Universität und insbesondere im Fach Biologie liegt uns die MINT-Bildung besonders am Herzen“, betont Anjilie Stuke aus dem Fach Biologie. „Herausragendes Engagement von Schülerinnen und Schülern muss belohnt werden. Gleichzeitig bietet ,Jugend forscht‘ uns als Hochschule eine hervorragende Plattform, um jungen Menschen aus der Region die Perspektiven eines naturwissenschaftlichen Studiums direkt vor Ort aufzuzeigen.“

Vor dem Laborseminar: Prof. Dr. Markus Böggemann, Jana Seibel und Anjilie Stuke

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