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Prof. Dr. Markus Fauser spricht bei der Vernissage über die Ausstellung
Prof. Dr. Markus Fauser spricht bei der Vernissage über die Ausstellung

Pressemitteilung -

Erste Brinkmann-Dauerausstellung in Vechta | Frühwerke des Poeten zu sehen

Dieter Brinkmann widmet die Universität Vechta jetzt die erste Dauerausstellung in den Räumen der Bibliothek, Driverstraße 26. Der Leiter der Arbeitsstelle Brinkmann, Prof. Dr. Markus Fauser, hat die Schau bei der Vernissage vorgestellt und eröffnet. Interessierte können zu den Öffnungszeiten der Bibliothek die Ausstellung kostenlos besuchen.

„Dass wir heute so viel über Rolf Dieter Brinkmann wissen und in Vechta bestaunen können, haben wir einerseits den vielen Fördernden und Unterstützenden zu verdanken“, sagte Prof.in Dr.in Verena Pietzner bei der Vernissage. „An dieser Stelle möchte ich auch nochmal die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Vechta hervorheben. Die Förderung der Stadt habe beispielsweise die Brinkmann-Trilogie ermöglicht. „Andererseits sei auch der Arbeitsstelle Brinkmann an der Hochschule zu danken: Herr Professor Fauser hat seit 2009 Vechta als das Zentrum der Brinkmann-Forschung etabliert“, so die Präsidentin der Universität Vechta.

Die Universitätspräsidentin Prof.in Dr.in Verena Pietzner und Bürgermeister Kristian Kater bei der Ausstellungseröffnung.

„Brinkmann ist längst ein national wie international bekannter, in Forschung und zeitgenössischer Literatur etablierter und gelesener, nach wie vor einflussreicher Autor“, sagte Prof. Dr. Markus Fauser. „Die Entwicklung und Entstehung seiner schriftstellerischen Karriere kann Vechta heute in allen Stufen von den Anfängen her zeigen.“ Bereits als Schüler des Gymnasium Antonianum hat Brinkmann geschrieben. Die Ausstellung an der Universität Vechta zeige das Frühwerk in herausragenden Dokumenten ebenso wie Sammlungen aus seiner Zeit in Essen und Köln. Briefe und Briefbücher, Gedichtsammlungen und selbstgestaltete Postkarten aus Austin, Texas geben einen faszinierenden Einblick in Brinkmanns Arbeit. Dabei seien bei der Ausstellung nur rund ein Drittel der im Besitz der Uni Vechta befindlichen Arbeiten des Künstlers zu sehen, sagte Professor Fauser. Für die Präsentation aller Sammlungsstücke bräuchte es mehr Platz. Beispielsweise in einem extra angelegten „Brinkmann-Museum“, welches in Kooperation mit der Stadt Vechta und weiteren Fördernden möglich sein könnte, äußert der Literaturwissenschaftler. Bürgermeister Kristian Kater ist sich jedenfalls sicher: Brinkmann gehöre – ebenso wie der Komponist Andreas Romberg – zu den berühmten Söhnen der Region, und die Arbeitsstelle Brinkmann an der Universität habe zusammen mit der Stadt dessen Arbeit einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht; beispielsweise auch durch den gemeinsam herausgebrachten Stadtführer, welche auf den Spuren Brinkmanns durch Vechta leitet.


Ein Highlight der Ausstellung ist das große Gemälde des Brinkmann-Freundes Henning John von Freyend: Das grüne Hemd von Rolf Dieter Brinkmann. Außerdem zeigt die Schau aber auch weitere Bilder der POP-ART aus der erst kürzlich erworbenen Sammlung des MÄRZ-Verlegers Jörg Schröder. Fotos, zeitgenössische Ansichten und Porträtserien sind ebenfalls Teil der Schau.

„Brinkmanns Werk erlaubt fundamentale Einblicke in die Verlags- und Mediengeschichte der frühen Bundesrepublik“, erklärt der Arbeitsstellenleiter Fauser. Nicht nur literarische Handschriften seien zu sehen, auch die wechselseitige Erhellung ganz unterschiedlicher Medien (Film, Foto, Collage) gehe aus den gezeigten Objekten deutlich hervor. „Als Vertreter der literarischen Moderne ist Brinkmanns Leistung ebenso bedeutend wie seine Arbeit bei der Vermittlung neuer amerikanischer Literatur, der Pop Art und Popliteratur seit 1965“, sagte Prof. Dr. Markus Fauser. Vechta besitze mittlerweile die umfassendste Sammlung mit Originaldokumenten vom Autor und zu seiner Wirkungsgeschichte.


Rolf Dieter Brinkmann
Der am 16. April 1940 in Vechta geborene Brinkmann arbeitete seit den frühen 60er-Jahren als freier Autor. Vechta verließ er 1959, hatte eine Buchhändlerlehre in Essen absolviert und war dann nach Köln gezogen. In rascher Folge erschienen Gedichtbände, Erzählungen, Essays und der schonungslose, stark autobiografisch geprägte Roman "Keiner weiß mehr". Als radikaler literarischer Erneuerer hat Brinkmann Einfluss auf nachfolgende Lyrikergenerationen im deutschen Sprachraum. Anfang der 70er-Jahre zog sich Brinkmann fast völlig aus dem von ihm verachteten Literaturbetrieb zurück. Er starb 1975 im Alter von nur 35 Jahren bei einem Verkehrsunfall in London. Sein wichtigster Gedichtband "Westwärts 1&2" erschien kurz vor seinem Tod.

Arbeitsstelle Brinkmann an der Universität Vechta
Die Arbeitsstelle pflegt das literarische Erbe des Autors in umfassendem Sinne. Zu der vollständigen Sammlung der Texte treten ihre wissenschaftliche Erschließung und Publikation (Bibliographie, Tagungen, Handbücher, populäre Darstellungen) sowie die Öffentlichkeitsarbeit und die regionale wie lokale Vermittlung. Ein Schwerpunkt ist der Erwerb von Nachlässen.


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Zukunftsfragen der Gesellschaft stehen als Transformationsprozesse in ländlichen Räumen im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Diskurses. Durch die engmaschige Verbindung von Forschung, Lehre und Transfer und die gezielte Profilierung in den Bereichen Lehrer*innenbildung, Soziale Dienstleistungen, Agrar und Ernährung sowie Kulturwissenschaften befähigt die Universität Vechta künftige Generationen, komplexe Herausforderungen in ländlichen Räumen einer globalisierten Welt zu bewältigen.

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