Pressemitteilung —
Geschichte verstehen, Orientierung bieten: Prof. Dr. Eugen Kotte begeht 25-jähriges Dienstjubiläum
Seit 2008 lehrt und forscht Prof. Dr. Eugen Kotte an der Universität Vechta. Als Inhaber der Professur für Didaktik der Geschichte sowie Neuere und Neueste Geschichte schlägt er eine Brücke von der geschichtswissenschaftlichen Forschung hin zur gesellschaftlichen Gegenwart. Nun feierte der Historiker sein 25-jähriges Jubiläum im Öffentlichen Dienst.
Ob die Aufarbeitung der Verbrechen der Nationalsozialisten, die Demokratisierung verfassungsstaatlicher Systeme oder der kritische Blick auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen: Für Prof. Dr. Eugen Kotte ist Geschichtswissenschaft weit mehr als die reine Analyse der Vergangenheit. „Historisches Lernen beinhaltet nicht nur die Kenntnis über vergangene Vorgänge, sondern sollte gleichzeitig eine Orientierung in der Gegenwart und eine Gestaltungshilfe für die Zukunft ermöglichen“, betont Kotte anlässlich seines Jubiläums.
Rechnet man seine Jahre vor der offiziellen Verbeamtung mit – etwa die Mitwirkung an der Ausstellung „Mythen der Nationen“ im Deutschen Historischen Museum Berlin oder seine fünfjährige Tätigkeit als DAAD-Lektor an der Adam-Mickiewicz-Universität im polnischen Posen –, ist Kotte sogar schon seit rund drei Jahrzehnten in Forschung und Lehre aktiv. Nach einer akademischen Assistenz und darauf folgenden Lehrstuhlvertretung an der Universität Augsburg folgte 2008 der Ruf an die Universität Vechta.
In Vechta übernahm der Historiker von Beginn an Verantwortung in der universitären Selbstverwaltung: Er fungierte unter anderem als Sprecher der damaligen Abteilung für Kulturgeschichte und vergleichende Landesforschung, als erster Sprecher der Kommission für die kulturwissenschaftlichen Studiengänge sowie als Direktor des Instituts für Geistes- und Kulturwissenschaften. Aktuell bringt er seine Erfahrung als Mitglied der Kommission für Forschung und Nachwuchsförderung (KFN) ein.
Fachlich zeichnet Kottes Professur eine seltene und ertragreiche Konstellation aus: die Verbindung von Geschichtsdidaktik sowie Neuerer und Neuester Geschichte ab dem späten 18. Jahrhundert. Statt sich auf die reine Schulfachdidaktik zu beschränken, setzt Kotte auf das Konzept der „Geschichtskultur“ im Sinne einer modernen Public History. Außeruniversitäre Lernorte wie Museen, Archive und Gedenkstätten sowie praxisnahe Exkursionen bilden feste Bestandteile seiner Lehre.
Wie hochaktuell dieser Ansatz ist, zeigte sich unter anderem anlässlich des 80. Jahrestages des Endes der nationalsozialistischen Herrschaft: Gemeinsam mit seiner wissenschaftlichen Mitarbeiterin Hannah Sandstede organisierte Kotte eine Vortragsreihe, an die sich ein Workshop zur Gedenkstättenarbeit in Kooperation mit der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten in Celle und Bergen-Belsen anschloss. Angesichts eines wachsenden Rechtsradikalismus und eines um sich greifenden Antisemitismus stieß das Angebot auf breites Engagement unter den Studierenden. Die Ergebnisse dieses Projekts werden in Kürze in einem Sammelband veröffentlicht.
Rückblickend schätzt Kotte neben den regionalgeschichtlichen Bezügen innerhalb Niedersachsens vor allem den internationalen wie kollegialen Austausch – sei es während seiner Zeit an Universitäten in Polen, den USA und Ägypten oder in der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit seinen Mitarbeiterinnen in Vechta.