Pressemitteilung —
„Ich kann diesen Schritt nur jedem empfehlen!“ | Gert Stuke über seinen Bachelor-Abschluss mit 78 Jahren an der Universität Vechta
Lebenslanges Lernen gilt wohl bereits als „geflügeltes Wort“ – für Gert Stuke ist es aber gelebte Praxis. Der Friesoyther Unternehmer, langjährige Präsident der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK) und Träger des Oldenburger Wirtschaftspreises sowie des Niedersächsischen Verdienstordens, hat im Alter von 78 Jahren seinen Bachelor-Abschluss an der Universität Vechta erlangt – im Fokus stand das Thema, welches ihn selbst umtreibt: das lebenslange Lernen und die entsprechenden Angebote. Aktuell studiert er im Masterstudiengang Transformationsmanagement in ländlichen Räumen. Seine Geschichte zeigt nicht nur, wie gut sich ein Studium im höheren Lebensalter realisieren lässt, sondern liefert zugleich wertvolle Impulse für die Zukunft der akademischen Weiterbildung.
Nach dem Ende seiner aktiven Ehrenämter suchte Gert Stuke nach einer neuen, wie er es beschreibt, „sinnvollen Herausforderung“. Der Einstieg an der Universität Vechta erfolgte zunächst über ein Gaststudium im Bereich Transformationsmanagement. „Ich wollte mich aber vertieft mit den Veränderungen in ländlichen Räumen beschäftigen – ein Thema, das mich schon in meiner beruflichen und ehrenamtlichen Praxis begleitet hat“, erklärt Stuke.
Ausschlaggebend für die Entscheidung für den Studienort Vechta war die persönliche Beratung vor Ort – „die beste, die ich bekommen konnte!“. Gemeinsam mit der Zentralen Studienberatung wurde geprüft, wie bestehende Qualifikationen angerechnet werden können. Trotz eines Realschulabschlusses konnte Stuke durch den Nachweis jahrzehntelanger Berufserfahrung und ehrenamtlichen Engagements rund ein Drittel der erforderlichen Leistungspunkte anrechnen lassen.
„Wir haben das gesamte Studienangebot seziert und genau analysiert, wo meine Vorkenntnisse zu den Modulinhalten passten“, berichtet Stuke. Die formale Abwicklung sei dann über das Immatrikulationsamt und die Fachverantwortlichen innerhalb von zwei Wochen erfolgt.
Der Alltag an der Universität brachte für den erfahrenen Manager völlig neue Erfahrungen mit sich. „Ich musste erst lernen, wie man lernt – und wie man Klausurfragen präzise versteht und beantwortet“, räumt Stuke ein, das sei die größte Herausforderung gewesen. Neben fachlichen Inhalten eignete er sich durch Beratungsangebote an der Universität Vechta und im Austausch mit Kommilitoninnen die Nutzung moderner digitaler Lernplattformen und Werkzeuge an.
Besonders positiv hebt er die Atmosphäre auf dem Campus Vechta und die Zusammenarbeit mit den jüngeren Studierenden hervor: „Das Miteinander zwischen den Generationen hat hervorragend funktioniert. Ich konnte Lebenserfahrung einbringen, während die jüngeren Studierenden mir die Standpunkte, Erkenntnisse und Erlebnisse einer anderen Generation näherbrachten. Wir haben uns gegenseitig unterstützt und voneinander profitiert.“
Seine Erfahrungen verarbeitete Gert Stuke auch wissenschaftlich in seiner mit der Note 1,7 bewerteten Bachelor-Arbeit. Darin kommt er zu dem Schluss, dass angesichts des demografischen Wandels weder Politik noch Wissenschaft ausreichend auf die Notwendigkeit flexibler Weiterbildungsangebote vorbereitet seien. Stuke plädiert für den Ausbau modularer, hybrider und intergenerationeller Bildungsformate an Hochschulen. Universitäten müssten künftig verstärkt als Lernorte für alle Lebensphasen wahrgenommen werden, um Wissen und Praxiserfahrung der älteren Generation für gesellschaftliche Transformationsprozesse nutzbar zu machen.
Zurzeit absolviert Stuke die Master-Module an der Universität Vechta. Den entsprechenden Abschluss hat er fest im Auge: „Sich Ziele zu setzen – und sei es die nächste Klausur, um sich dann Schritt für Schritt vorzuarbeiten – ist wichtig!“.
Sein Fazit zum Studium im höheren Alter an der Universität Vechta fällt durchweg positiv aus: „Die persönliche Betreuung, die kurzen Wege und die freundliche Atmosphäre auf dem Campus machen Vechta zu einem idealen Ort für lebenslanges Lernen. Ich kann diesen Schritt nur jedem empfehlen!“.
Gert Stuke
Stuke stammt aus Friesoythe. Rund 25 Jahre lang war er unter anderem Inhaber einer Kaufhausgruppe. Ab 2010 gründete er verschiedene Gesellschaften. Stuke ist seit Juli 2021 Ehrenpräsident der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK). Das Amt des IHK-Präsidenten hatte er bis 2021 mehr als zehn Jahre inne. Zuvor war Stuke von 2006 bis 2010 IHK-Vizepräsident und seit 2008 Vorsitzender des IHK-Beirates Oldenburger Münsterland.
2015 und 2019 übernahm er zusätzlich die Präsidentschaft der IHK Niedersachsen. Gemeinsam mit anderen Wirtschaftsvertretern setzte er sich zudem intensiv für die Universitätsmedizin Oldenburg ein. Für seine besonderen Verdienste um den Erhalt und die Entwicklung der Universität Vechta wurde ihm 2007 die Würde des Ehrensenators verliehen. Stuke hat sich darüber hinaus im Vorstand der Wirtschaftlichen Vereinigung Oldenburg – Der Kleine Kreis engagiert. Parallel war der Unternehmensberater von 2008 bis 2011 Vorstandsmitglied des Arbeitgeberverbandes Oldenburg.
Stuke ist Träger des Niedersächsischen Verdienstordens. Der damalige Niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte ihm im Januar 2020 das Verdienstkreuz 1. Klasse in Anerkennung an seine Verdienste um das Land Niedersachsen verliehen.