Pressemitteilung —
Klangvoller Abschluss des globalen Dialogs: Partizipatives Orchester beendet Internationale Konferenz an der Universität Vechta
Eine Woche lang stand der Campus der Universität Vechta im Zeichen des weltweiten akademischen und kulturellen Austauschs. Den kreativen Höhepunkt der diesjährigen Internationalen Woche und den Abschluss der dazugehörigen Fachkonferenz „“Research+ in Dialogue: International Perspectives on Science and Society“ bildete das „Orquestra Participativa“. Musizierende aus den Vereinen Vechtas und darüber hinaus waren eingeladen, mit Hochschulangehörigen und Gästen aus vielen unterschiedlichen Ländern im Mitmach-Orchester ein Konzert zu gestalten. Unter der Leitung des renommierten portugiesischen Dirigenten und Percussionisten Pedro Carneiro führte das experimentelle Projekt regionale und internationale Gäste in einer gemeinsamen musikalischen Improvisation zusammen.
Die Verknüpfung von theoretischem Diskurs und gelebter Praxis, um neue Perspektiven für die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit zu eröffnen, das war ein zentrales Anliegen der Organisatoren der Internationalen Konferenz. Dass dieser intensive intellektuelle Austausch in einem partizipativen Orchester mündete, zeigt eindrucksvoll: Dialog funktioniert auf vielen Ebenen. Wissenschaft und Kultur ergänzen sich dort am besten, wo Menschen Barrieren abbauen, um gemeinsam Neues zu schaffen.
Das Konzept des „Orquestra Participativa“ setzt konsequent auf Niedrigschwelligkeit. Eingeladen waren Mitglieder der Vechtaer Musikvereine und alle Interessierten – unabhängig von Alter, Herkunft oder musikalischen Vorkenntnissen. Statt fester Partituren oder klassischer Notenblätter diente dem Ensemble lediglich eine kurze Tonfolge sowie ein begleitender Text zur atmosphärischen Orientierung als Ausgangspunkt. Die Musik entstand vollständig im Moment, gesteuert durch die Dynamik der Gruppe und die präzise, nonverbale Führung Carneiros.
Dr. Oliver Schöndube, Verwalter der Professur Musikpädagogik, hat den Kontakt zu Pedro Carneiro hergestellt: „Die Performance begann in konzentrierter Stille, aus der sich durch rhythmisches Pochen und gemeinsames Atmen sukzessive ein komplexes Klangbild entwickelte. Pedro leitete das Orchester mit einer unverwechselbaren Mischung aus Energie, Empathie und Präzision. Seine Gesten waren klar, seine Blicke wachsam, seine Leitung anregend, immer präsent, um die Gruppe zu führen, ohne sie zu beherrschen. Er schuf Raum für Improvisation, für Überraschungen, für das, was passiert, wenn Menschen wirklich miteinander musizieren.“
„Nun haben wir gerade gut 34 Minuten Musik gemacht – miteinander Freude erlebt und dafür gesorgt, dass es hier gerade tiefer Frieden herrschte. Ein Frieden, der von hier ausstrahlen kann. Und den die Welt so dringend braucht“, fasste Pedro Carneiro das Experiment nach dem anhaltenden Abschlussapplaus zusammen.
Für Carneiro ist dieser Ansatz weit mehr als ein künstlerisches Experiment – es ist zutiefst pädagogische und gesellschaftliche Arbeit. Seit Jahren entwickelt der Dirigent inklusive Musikprojekte, die Menschen mit und ohne körperliche oder geistige Einschränkungen gleichermaßen einbeziehen. Um Barrieren im Kulturbetrieb nachhaltig abzubauen, kommen in seiner Arbeit unter anderem speziell modifizierte Instrumente und technisch unterstützte Notationsformen zum Einsatz.
Internationale Woche und Internationale Konferenz
Vom 8. bis zum 12. Juni haben die „Internationale Woche“ und die „Erasmus+ Staff Week“ an der Universität Vechta stattgefunden. Die Veranstaltungsreihen brachten internationale Gäste, Lehrende sowie Studierende in vielfältigen Formaten zusammen. Die Internationalen Konferenz „Research+ in Dialogue“ bot dabei den Teilnehmenden verschiedener Fachrichtungen einen intensiven Tag voller Vorträge, Diskussionen, Poster-Sessions und Austausch über zentrale wissenschaftliche Themen der Internationalen Woche.