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Alle Beteiligten der Fachtagung freuten sich über die gute Resonanz. Klar war für sie: Wenn Pflege und Beruf nicht besser koordinierbar werden, drohen der Region wirtschaftliche Nachteile. (Foto: Anna Kampmann / LK Cloppenburg)

Pressemitteilung

Pflege und Beruf besser vereinbaren | Fachtagung in Cloppenburg rückt pflegende Angehörige und regionale Lösungsansätze in den Mittelpunkt

Landkreis Cloppenburg. Wie können Berufstätigkeit und die Pflege von Angehörigen besser miteinander vereinbart werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Fachtagung „Pflege im Wandel: Vereinbarkeit von Pflege und Beruf als regionaler Standortfaktor“, die am 24. August 2026 im Kreishaus Cloppenburg stattfand.

Die gemeinsam von der Universität Vechta, dem Forschungsverbund 4N und dem Landkreis Cloppenburg veranstaltete Tagung brachte 60 Teilnehmende aus Wissenschaft, Pflegepraxis, Wirtschaft, Politik und Verwaltung zusammen. In Fachvorträgen, Workshops, einem Nachwuchspanel und einer Podiumsdiskussion wurden Herausforderungen und konkrete Lösungsansätze für den ländlichen Raum erörtert.

Im Zentrum standen die Lebens- und Arbeitssituation pflegender Angehöriger. Viele von ihnen übernehmen über Jahre hinweg einen erheblichen Teil der Versorgung und müssen diese Aufgabe zugleich mit ihrer Erwerbstätigkeit vereinbaren. Unternehmen, Kommunen und Politik sind deshalb gefordert, verlässliche Rahmenbedingungen und passende Entlastungsangebote zu schaffen.

„Die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf ist eine der großen gesellschaftlichen Herausforderungen der kommenden Jahre“, betont Prof. Dr. Andrea Teti von der Universität Vechta. „Pflegende Angehörige sichern einen wesentlichen Teil der Versorgung. Wenn sie Beruf und Pflege nicht miteinander vereinbaren können, hat dies auch Folgen für Unternehmen, Fachkräftesicherung und die Entwicklung der Region.“

„Wenn wir über Pflege im Wandel sprechen. Dann sprechen wir über eines der drängendsten Themen unserer Zeit”, betonte Dr. Stefanie Föbker, Leiterin des Amtes für Bildung, Integration und Demografie. „Vereinbarkeit von Pflege und Beruf ist kein rein privates Thema. Sie ist ein knallharter Standortfaktor für unsere Region.”

Die Workshops befassten sich unter anderem mit betrieblichen Arbeitszeit- und Unterstützungsmodellen, technischen Lösungen im Pflegealltag sowie mit „Pflege auf Distanz“ und der mentalen Belastung pflegender Angehöriger. Drei Nachwuchswissenschaftlerinnen präsentierten im Rahmen eines Tagungsstipendiums ihre Forschungsarbeiten.

Besonders gelobt wurde die lebendige Podiumsdiskussion „Wie viel wert ist uns Pflege und Care-Arbeit?“, moderiert von Carola Schede. Dabei wurde deutlich, dass der Wert von Pflege nicht allein anhand der Kosten beurteilt werden kann. Gute Unterstützungsstrukturen ermöglichen pflegenden Angehörigen, erwerbstätig zu bleiben, entlasten das Versorgungssystem und stärken den Wirtschaftsstandort.

Als zentrales Ergebnis blieb der Auftrag, die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Kommunen, Unternehmen, Pflegepraxis und Interessenvertretungen fortzuführen. Ziel sind konkrete regionale Schritte, um Pflege und Beruf künftig besser miteinander vereinbaren zu können.

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