Pressemitteilung —
Prof. Dr. Christopher Osterhaus auf W3-Professur an der Universität Vechta berufen
Prof. Dr. Christopher Osterhaus ist nach erfolgreichem Abschluss seines Tenure-Track-Verfahrens auf eine W3-Professur für Entwicklungspsychologie im Handlungsfeld Schule an der Universität Vechta berufen worden. Damit setzt er seine Arbeit an der Universität Vechta nun auf einer unbefristeten W3-Professur fort.
In den vergangenen Jahren hat Osterhaus an der Universität Vechta das Developing Minds Lab aufgebaut. Im Zentrum seiner Forschung steht die Frage, wie Kinder sich ein Bild von der Welt machen: wie sie andere Menschen, Wissen und Evidenz verstehen und wie sich daraus soziale Kognition, Theory of Mind – also die Fähigkeit, unter anderem Gedanken oder Gefühle bei sich selbst und anderen zu erkennen und zur Erklärung oder Vorhersage von Verhalten zu nutzen – und wissenschaftliches Denken entwickeln.
Diese Fragen untersucht Osterhaus mit seinem Team in mehreren größeren Forschungsprojekten. Dazu gehören ASSESS-AToM, gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), SCUOLA im Rahmen von Pro*Niedersachsen, MINT-FiT, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, sowie LEAD, ein europäisches Verbundprojekt in Zusammenarbeit mit den Universitäten Pavia und Warschau.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der internationalen und kulturvergleichenden Forschung. Eine zentrale Rolle spielt dabei das in Vechta gegründete internationale Forschungsnetzwerk MIND. Gemeinsam mit Partnern in Japan, Argentinien, El Salvador und Costa Rica untersucht Osterhaus, wie sich Theory of Mind und wissenschaftliches Denken in unterschiedlichen kulturellen und Bildungskontexten entwickeln. Perspektivisch soll das Netzwerk um Partnerinnen und Partner in China, Indien und Kenia erweitert werden. Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in kindlichen Entwicklungsprozessen besser zu verstehen und entwicklungspsychologische Grundlagenforschung konsequent international auszurichten.
„Ich habe mich in Vechta vom ersten Tag an sehr willkommen gefühlt und bin besonders dankbar für die vielen Kolleginnen und Kollegen, die mich unterstützt und begleitet haben. Auch meine Tätigkeit als Vizepräsident für Forschung, Nachwuchsförderung und Internationales hat mir ganz neue Einblicke in die Universität eröffnet“, sagt Osterhaus.
Auch wissenschaftlich waren die vergangenen Jahre für ihn von Aufbau und Weiterentwicklung geprägt. „Mit meinem Team, dem Developing Minds Lab, neuen Forschungsprojekten und internationalen Kooperationen ist in den vergangenen Jahren sehr viel entstanden. Ich freue mich darauf, diese Arbeit nun langfristig weiterzuführen und die verschiedenen Forschungslinien noch enger miteinander zu verbinden.“
Für die kommenden Jahre möchte Osterhaus insbesondere die internationale und kulturvergleichende Forschung weiter stärken. Zugleich soll der Transfer entwicklungspsychologischer Erkenntnisse in Schule und Unterricht eine noch größere Rolle spielen. Dabei geht es unter anderem darum, wie wissenschaftliches Denken gefördert werden kann und wie Kinder lernen, Wissen, Evidenz und unterschiedliche Perspektiven auf die Welt zu verstehen und zu beurteilen.
Auch in der Lehre soll dieses Profil an der Universität Vechta weiter ausgebaut werden, unter anderem im Zuge der Planungen für die neuen Studiengänge Psychologie und Kindheitspädagogik, die zum Wintersemstemer 2027/28 starten. Ziel ist es, Forschung, Lehre und Fragen von Bildung und kindlicher Entwicklung noch enger miteinander zu verbinden.
Einen Einblick in dieses Forschungsprogramm gibt Osterhaus am 15. Dezember um 17.30 Uhr im Rahmen seiner Antrittsvorlesung. Unter dem Titel „Wie wir uns ein Bild von der Welt machen. Entwicklungspsychologische Perspektiven auf Wissen, Evidenz und soziale Beziehungen“ stellt er in der Aula der Universität Vechta zentrale Fragen und aktuelle Projekte seiner Forschung vor. Über eine Anmeldung bis zum 28. Oktober 2026 an sekretariat.abpps@uni-vechta.de würde sich das Organisationsteam freuen.