Pressemitteilung —
Professor Dr. Christoph Schubert begeht 25-jähriges Dienstjubiläum | 15 Jahre Vechta
Ob die rhetorischen Strategien in US-Präsidentschaftsdebatten, sprachliche Stereotype in Hollywood-Filmen oder die Wechselwirkung von Sprache, Bild und Ton: Professor Dr. Christoph Schubert hat in den vergangenen 25 Jahren im Öffentlichen Dienst – und insbesondere in seinen bisherigen 15 Jahren an der Universität Vechta – in der anglistischen Linguistik in Forschung und Lehre vielfältige Schwerpunkte gesetzt. Zum Dienstjubiläum gratulierte Interimspräsident Professor Dr. Thomas Bals.
„Die anglistische Linguistik untersucht die englische Sprache auf allen Ebenen – von der Grammatik über Shakespeares Wortschatz bis hin zu modernen digitalen Kommunikationsformen“, erklärt Schubert. „Da Sprache eine zentrale Grundlage menschlicher Interaktion bildet, bietet die Linguistik ein sehr vielfältiges Beschäftigungsfeld in allen Bereichen der Kommunikation“. Genau diese Vielseitigkeit fasziniert den Sprachwissenschaftler bis heute.
Schuberts Weg im Öffentlichen Dienst begann 1997 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Würzburg, wo er 2000 promovierte und sich 2006 habilitierte. Nach Stationen als Privatdozent und Vertretungsprofessuren quer durch Deutschland – in Augsburg, Kiel, Erfurt und Würzburg – zog es ihn schließlich in den Nordwesten. Obwohl ihm seine Würzburger Alma Mater im Frühjahr 2011 eine unbefristete Stelle anbot, entschied sich Schubert bewusst für den Ruf nach Vechta. Zum Oktober 2011 trat er hier seine Professur an. Ein Schritt, den er nicht bereut hat: Die 25 Jahre im Öffentlichen Dienst vollendete er zwar bereits im Jahr 2022, doch 2026 markiert nun sein persönliches 15-jähriges Jubiläum auf dem Campus in Vechta.
In der Forschung richtet Schubert den Blick vor allem auf drei hochaktuelle Themenfelder. Ein Schwerpunkt liegt auf der politischen Kommunikation: Er analysiert die Sprache US-amerikanischer Präsidenten in Wahlkampfdebatten und bei Staatsbanketten. Während im Wahlkampf strategische verbale Angriffe dominieren, geht es bei Staatsbanketten um Höflichkeit und interkulturellen Humor.
Darüber hinaus untersucht Schubert die Sprache der Popkultur und deren Wirkung auf ein Massenpublikum. Hier zeigt er auf, wie durch sprachliche Techniken im Filmdialog Spannung erzeugt wird oder auch Stereotype – etwa über Hispanics in Hollywood-Produktionen – konstruiert werden. Drittens widmet er sich der multimodalen Linguistik, also der Wechselwirkung von Sprache, Bild und Ton im Internet und im Film.
Auch in der Selbstverwaltung der Universität Vechta ist der Wissenschaftler tätig. Aktuell ist Schubert Studienfachsprecher, Mitglied im Fakultätsrat sowie Mitglied in der Kommission für internationale Kooperationen. In seiner bisherigen Vechtaer Zeit war er Mitglied im Prüfungsausschuss BA CS, in der Studienkommission, in der Kommission für Forschung und Nachwuchsförderung, in der Ethikkommission und in Berufungskommissionen, darunter auch als Vorsitzender. Von 2014 bis 2015 war er Direktor des Instituts für Geistes- und Kulturwissenschaften und von 2021 bis 2023 Studiendekan der damaligen Fakultät III. Gerade die Zeit als Studiendekan bleibe ihm in besonderer Erinnerung: Unter den dynamischen Bedingungen der Corona-Pandemie galt es, Lehre und Prüfungen immer wieder kurzfristig und flexibel neu zu organisieren.
Ein Highlight seiner bisherigen Dienstjahre in Vechta sei zudem die internationale Vernetzung. Zwei von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Konferenzen legten den Grundstein für hochkarätige Publikationen. Aus der Zusammenarbeit mit dem renommierten Tilburger Linguisten Jan Renkema entstand das gemeinsame Handbuch „Introduction to Discourse Studies“ (2018) beim Amsterdamer Verlag John Benjamins. Zuletzt erschien 2023 der von Schubert mitherausgegebene Sammelband „Stylistic Approaches to Pop Culture“ beim internationalen Traditionsverlag Routledge in New York – ein Beleg dafür, dass von Vechta aus Impulse in die moderne Sprachwissenschaft fließen.