Blog-Eintrag —
Vanessa Spaleck im Interview
Was ist eigentlich Medialität? Sind das hauptsächlich Jenseitskontakte oder ist das ein viel breiteres Feld?
Medialität bedeutet für mich, dass wir mit der Geistigen Welt in Kontakt stehen. Das umfasst viel mehr als nur Jenseitskontakte. Medialität kann zum Beispiel in einer beratenden Form stattfinden, bei der wir Impulse, Hinweise oder Antworten aus der Geistigen Welt erhalten.
Dazu gehören aber auch andere Bereiche, wie die spirituelle Heilung oder die Zusammenarbeit mit geistigen Helfern und Führern, die uns im Leben unterstützen können.
Zur Geistigen Welt zähle ich Engel, Geistführer, Verstorbene und viele weitere liebevolle Begleiter, die uns auf unserem Weg zur Seite stehen.
Wie konkret muss man sich die Kommunikation mit dem Jenseits vorstellen?
Die Kommunikation mit der Geistigen Welt passiert über unsere Hellsinne. Das bedeutet, dass ein Medium Informationen nicht mit den normalen, äußeren Sinnen wahrnimmt, sondern auf einer inneren Ebene. Dazu gehören Hellfühlen, Hellsehen, Hellwissen, Hellhören und in seltenen Fällen auch Hellriechen oder Hellschmecken.
Man kann sich das so vorstellen: Beim Hellsehen erscheint ein Bild im inneren Auge – also wie eine Vorstellung oder Erinnerung, nur dass sie nicht aus einem selbst kommt. Beim Hellhören ist es ähnlich: Es ist kein Ton im Außen, sondern eher ein inneres Hören, wie ein Gedanke, der ganz klar „gesendet“ wirkt. Oft ist auch das Hellfühlen stark beteiligt, zum Beispiel wenn Emotionen oder körperliche Eindrücke wahrgenommen werden.
Meistens ist es eine Mischung aus all diesen Sinnen. Die Geistige Welt nutzt die Kanäle, die bei jedem Medium am stärksten ausgeprägt sind, und darüber entsteht eine Art innerer Dialog.
Gibt es eine Sitzung, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Es gibt sehr viele Sitzungen, die mich tief berührt haben und die mir selbst immer wieder Sinnfragen über das Leben beantworten. In der Geistigen Welt haben unsere Verstorbenen oft eine ganz andere Perspektive auf Ereignisse und Entwicklungen, als wir sie zu Lebzeiten haben. Das allein ist für mich immer wieder sehr bewegend.
Eine Begegnung ist mir jedoch besonders in Erinnerung geblieben. Eine Mutter kam zu mir, die ihren Sohn verloren hatte und davon ausging, dass es Suizid gewesen sei. Ich hatte keinerlei Vorinformationen über ihn. In der Sitzung zeigte sich jedoch sehr klar, was in den Momenten vor seinem Tod tatsächlich geschehen war. Es wurde deutlich, dass er sich nicht vorsätzlich das Leben genommen hatte, sondern dass es sich um einen tragischen Unfall handelte.
Diese Erkenntnis hat für die Mutter alles verändert. Als sie zu mir kam, saß mir eine zutiefst erschöpfte, traurige Frau gegenüber, fast nur noch ein Schatten ihrer selbst. Etwa ein halbes Jahr später sah ich sie wieder – und vor mir stand eine Frau in ihrer Kraft, lebendig und aufgerichtet. Die Gewissheit, dass sie nichts übersehen oder versäumt hatte und dass ihr Sohn nicht aus innerer Verzweiflung gegangen war, hat sie innerlich befreit und Heilung ermöglicht.
Gibt es einen ersten einfachen Impuls/ eine Übung, wenn ich mir meiner eigenen Medialität bewusst werden möchte?
Ja, definitiv. Der erste Schritt ist oft viel einfacher, als viele Menschen denken. Aus meiner Erfahrung stehen die meisten Menschen bereits mit der Geistigen Welt in Kontakt, ohne es bewusst als Medialität wahrzunehmen. Viele haben verstorbene Angehörige, die ihnen sehr nahestanden, und spüren ihre Präsenz manchmal ganz selbstverständlich. Dieses Gefühl von „Jetzt ist meine Oma da“ oder „Ich habe gerade an meinen Vater gedacht und er fühlt sich mir nah“ kennen viel mehr Menschen, als man vermuten würde.
Wir sprechen innerlich mit unseren Verstorbenen, erzählen ihnen von unserem Tag, stellen ein Foto auf oder führen am Grab einen inneren Dialog. Wenn man es genau betrachtet, ist all das bereits eine Form von Jenseitskontakt – nur ganz natürlich und ungezwungen. Ein erster einfacher Impuls kann sein, sich bewusst einen Moment Zeit zu nehmen und sich innerlich zu fragen: Wie geht es meiner lieben verstorbenen Person in der Geistigen Welt gerade?
Dann geht es darum, kurz innezuhalten und zu spüren, welcher Gedanke, welches Gefühl oder welches innere Bild auftaucht. Oft kommt ein ganz leiser Impuls zurück. Der Verstand meldet sich dann schnell mit Zweifeln, doch tief im Inneren spüren viele Menschen, dass hier tatsächlich eine Verbindung besteht. Sich zu erlauben, dass dieser Kontakt real sein darf, ist oft der wichtigste erste Schritt.