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Fahrermangel setzt Deutschlands Mobilität unter Druck: autonomes Fahren kann den Verkehr entlasten
Der Fahrermangel stellt in Deutschland für den öffentlichen Verkehr und die Logistikbranche eine Herausforderung dar. Gleichzeitig nimmt der Andrang auf die Straßen zu und der Druck auf das Transportsystem steigt. Laut Branchenexperten und Forscher ist eine systemische Verwendung von autonomem Fahren – in die vorhandene Mobilität integriert – die Lösung.
Deutschland steckt mitten in einer strukturellen Mobilitätskrise. Laut dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen werden 2030 bundesweit 60.000 Fahrer fehlen. Gleichzeitig wird sich das Verkehrsaufkommen erhöhen, und die Betriebskosten werden steigen. Laut Mobilitätsforschern riskiert die Kombination aus Fahrermangel, Andrang auf den Straßen und instabilem Betrieb das Vertrauen in den öffentlichen Verkehr und Gütertransport auszuhöhlen.
„Wir müssen jetzt handeln. Deutschland hat ein enormes Potenzial im Bereich des autonomen Fahrens, und das müssen wir ausnutzen. Wir machen keine lautstarken Robotaxi-Ankündigungen, sondern haben die besten Voraussetzungen für reelle, nachhaltige und systemische Lösungen“, erklärt Oliver May-Beckmann, Geschäftsführer von MCube – Münchens Forschungszentrum für Mobilität. Er ergänzt:
„Autonome Systeme bieten erst einen Wert, wenn sie dort eingesetzt werden, wo sie ganzheitlich unterstützen; nämlich im öffentlichen Verkehr, in der Logistik und in der integrierten Mobilität. Nicht als Zusatz, sondern als Systeminnovation. Das Potenzial ist insbesondere in den ländlichen Gebieten groß, wo autonome Systeme Lücken im öffentlichen Verkehr schließen können, die Erreichbarkeit verbessern und die Mobilität allen zugänglich machen.“
Deutschland soll wegweisend in Europa sein
Technologisch ist Deutschland bereits weit, und autonome Shuttle-Fahrzeuge sowie teilweise autonome Fahrzeuge werden heute im realen Verkehr getestet. Was die Gesetzgebung betrifft, hat sich Deutschland mit klaren Rollen für die technische Überprüfung positioniert, und deshalb sind die Möglichkeiten für eine Lösung für Deutschlands zunehmende Mobilitätsherausforderung gegeben.
„Der gesetzliche Rahmen steht. Jetzt geht es darum, ihn mit praxisnahen Genehmigungen, Betriebsmodellen und verantwortungsvollen Prozeduren auszufüllen, damit aus Pilotprojekten ein verlässlicher Betrieb wird“,so Oliver May-Beckmann.
Studien der ETH Zürich belegen in Simulationen, dass geteilte, autonome Flotten in Zukunft die Anzahl der PKW um 90 Prozent reduzieren können. Laut Holo, einem dänischen Unternehmen, das sich auf das Implementieren und Betreiben von autonomen Fahrzeugen in Europa spezialisiert hat, sieht man ein großes Potenzial darin, die autonome Technologie den Betrieb dort unterstützen zu lassen, wo das Personalaufkommen nicht Schritt halten kann.
„Der Fahrermangel ist nicht ein Problem, das sich mit Neueinstellungen lösen lässt. Er erfordert neue Lösungen. Autonome Fahrzeuge können dazu beitragen, den kollektiven Verkehr dort am Laufen zu halten, wo heute das Angebot reduziert wird, vor allem in dünn besiedelten Gebieten. Beim autonomen Fahren geht es nicht darum, Fahrpersonal zu entfernen, sondern es soll ein unter Druck stehendes Transportsystem gestärkt werden“, insbesondere als Transportalternative auf festen Strecken oder in Gebieten, in denen die Stellen schwer zu besetzen sind“, weiß Stefan Krogh-Hansen, CEO bei Holo.
Das Risiko des Zögerns – und des Übereilens
Deutschland und Europa befinden sich an einem strategischen Wendepunkt. Oliver May-Beckmann fordert eine gemeinsame europäische Softwarebasis für das autonome Fahren: offen, interoperabel und unabhängig von US-amerikanischen und chinesischen Plattformen. Er betont, dass Europa bei einer zu langsamen Entwicklung technologischen und operativen Einfluss verliert. Wenn es zu schnell geht, kann das öffentliche Vertrauen verloren gehen.
Deutschlands Herausforderungen beim Einstellen von Fahrpersonal führen dazu, dass schon heute in mehreren Städten Fahrten nicht stattfinden und die Fahrpläne reduziert werden. Deshalb fordert Holo zum Handeln auf, wenn das Dienstleistungsniveau in Zukunft abgesichert werden soll:
„Mit dem gesetzlichen Rahmen hat Deutschland ein starkes Fundament für das autonome Fahren geschaffen. Jetzt geht es um den nächsten Schritt, bei dem auf diesem Momentum aufgebaut wird und die Erfahrungen in den breiteren, skalierbaren Betrieb umgesetzt werden. So wird einerseits Stillstand vermieden, andererseits wird gewährleistet, dass man in Zukunft als starker Mobilitätsfaktor gilt”, erklärt Stefan Krogh-Hansen.
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Holo ist ein dänisches Unternehmen, das autonome Fahrzeuge und Transportsysteme in ganz Skandinavien in Betrieb nimmt und betreibt. Das Unternehmen arbeitet mit öffentlichen und privaten Akteuren bei der Entwicklung der Mobilitätslösungen der Zukunft zusammen. Mehr erfahren auf https://www.letsholo.com/.