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Bilde: Holo

Press release -

Fahrermangel setzt Österreichs Mobilität unter Druck: autonomes Fahren kann den Verkehr entlasten

Der Fahrermangel bedroht den öffentlichen Verkehr und den Gütertransport in Österreich. Gleichzeitig wächst das Verkehrsaufkommen auf den Straßen. Laut Branchenexperten und Forscher kann die autonome Technologie zu einem wichtigen Tool werden – nicht als Ersatz für Menschen, sondern als Ergänzung in einem angespannten Transportsystem.

Österreich verzeichnet zunehmende Herausforderungen beim Einstellen von Fahrpersonal in den Bereichen Güter- und Personentransport. Laut einem Bericht der Wirtschaftskammer fehlen in Österreich bis zu 8.000 LKW-Fahrer. Die Lage wird sich in den kommenden Jahren verschlechtern, wenn etwa 20 Prozent der Fahrer in Rente gehen. Die Gewerkschaft vida warnt vor steigenden Betriebskosten und einem zunehmenden Druck auf die Fahrer, was die Einstellungslage zusätzlich verschlechtern kann.

„Der Fahrermangel ist kein Problem, das wir allein durch Neueinstellungen beheben können. Wir müssen an neue Betriebsformen und Technologien denken. Autonome Fahrzeuge können keine Fahrer ersetzen, sie können aber dort entlasten, wo die Personaldecke zu dünn ist und dazu beitragen, vorhandene Strecken zu erhalten und die Mobilität zu verbessern”, weiß Stefan Krogh-Hansen, CEO im Mobilitätsunternehmen Holo, das sich mit dem Implementieren und Betrieb von autonomen Fahrzeugen in Europa beschäftigt.

Laut Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pree, Professor für Software-Engineering am Fachbereich Informatik der Universität Salzburg und einer der führenden österreichischen Experten auf dem Gebiet, hat Österreich gute Voraussetzungen, um mit autonomer Technologie zu arbeiten. Er sieht aber auch Barrieren:

„Das Potenzial für autonome Technologie ist enorm, und es ist eine Branche, die einen positiven Einfluss auf den Arbeitsmarkt haben kann, indem der sich verschärfende Fahrermangel zumindest zum Teil ausgeglichen werden kann. Die Implementierung mag anspruchsvoll sein, doch insbesondere auf Autobahnen und in ausgewählten Regionen sollte die Technologie bereits heute im Pilotberieb eingesetzt werden“, sagt Wolfgang Pree.

Ein großes Potenzial mit besonderen Herausforderungen

Laut Holo liegt die Herausforderung nicht nur im Fahrermangel, sondern auch in einem Transportsystem, das zunehmend belastet wird, und der Verkehrssicherheit. Laut EU-Parlament werden bis zu 95 Prozent der Unfälle auf den Straßen der EU durch menschliches Versagen verursacht. Dem kann autonomes Fahren potenziell mit verbesserter Automatisierung und Assistenzsystemen entgegenwirken. Laut Holo kann die Technologie bereits heute den Betrieb unterstützen und die Sicherheit verbessern.

„Autonome Flotten können ein angespanntes Transportsystem ergänzen, in dem herkömmliche Lösungen nicht mehr tragbar sind. Gleichzeitig zeichnet sich ab, dass autonome Fahrzeuge die Sicherheit auf den Straßen verbessern können“, sagt Stefan Krogh-Hansen. Dieser These stimmt Wolfgang Pree zu:

„Die Technologie kann die Fahrer auf den Autobahnen unterstützen und Müdigkeit sowie Fehler reduzieren. So wird zweifelsohne die Anzahl der Unfälle reduziert. Der Schritt scheint klein, ist aber sehr wichtig.“

Die Möglichkeiten sind vorhanden, die Praxis fehlt.

Laut Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur sind komplett autonome Fahrzeuge noch nicht für den kommerziellen Betrieb geeignet, und es sind mehr Tests und Standards erforderlich. Gleichzeitig belegt eine Allianz-Umfrage aus dem Jahr 2025, dass viele Österreicher der Technologie gegenüber Skepsis hegen und an deren Sicherheit zweifeln. Laut Wolfgang Pree erfordert die Übergangsphase Kooperation auf Behördenebene:

„Unternehmen und Behörden müssen vorsichtig agieren und akzeptieren, dass die Einführung derart neuer Technologien Zeit in Anspruch nimmt. Wenn wir Vertrauen aufbauen wollen, auch in der Bevölkerung, setzt dies kontrollierte Versuche in einer realistischen Umgebung voraus“, erklärt er.

Bei Holo teilt man diese Einschätzung und betont, dass autonomes Fahren keine schnelle Lösung ist, sondern eine notwendige Ergänzung in einem Transportsystem, das wegen Fahrermangel und zunehmendem Verkehrsaufkommen unter Druck steht.

Es geht darum, in Österreich Vertrauen herzustellen, indem Praxis und Betriebserfahrung aufgebaut werden. Auch die Technologie muss erprobt und angewandt werden, und man muss sich auf größere Implementierungen vorbereiten, damit ein robusteres und tragbareres Transportsystem entstehen kann – auch dann, wenn es nicht genügend Hände hinter dem Lenkrad gibt“, sagt Stefan Krogh-Hansen.

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Holo ist ein dänisches Unternehmen, das autonome Fahrzeuge und Transportsysteme in ganz Skandinavien in Betrieb nimmt und betreibt. Das Unternehmen arbeitet mit öffentlichen und privaten Akteuren bei der Entwicklung der Mobilitätslösungen der Zukunft zusammen. Mehr erfahren auf https://www.letsholo.com/

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