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Bakterien warnen vor Darmkrebs. Felix Burda Award verspricht mehr Sichtbarkeit für die Grundlagenforschung.

Pressemitteilung   •   Mai 12, 2016 13:33 CEST

Preisträger Prof. Dr. Peer Bork (EMBL) und Dr. Georg Zeller (EMBL) mit Laudator Prof. Dr. Dr. Otmar D. Wiestler beim FELIX BURDA AWARD 2016 in der BMW Welt München am 17.04.2016

München, 12.05.2016 – Das Europäische Laboratorium für Molekularbiologie in Heidelberg gewinnt mit seiner Studie „Mikrobielle Biomarker zur Früherkennung von Dickdarmkrebs“ in der Kategorie „Medizin & Wissenschaft“. Die Kombination aus FOBT und Mikrobiellen Biomarkern erkennt 45% mehr Krebsfälle als FOBT alleine.

Gegründet in 1974, zählt das Europäische Laboratorium für Molekularbiologie in Heidelberg (EMBL) zu den weltweit führenden Forschungseinrichtungen und gilt als Europas Flagschiff-Labor für Biowissenschaften. Mehr als 80 Forschergruppen decken hier das ganze Spektrum der Molekular Biologie ab. Prof. Dr. Peer Bork, Joint Head of Unit, Senior Scientist and Strategic Head of Bioinformatics Structural and Computational Biology Unit, hat mit seinen Kollegen Dr. Georg Zeller, Dr. Anita Voigt und Jessica Oberheim, anhand einer Machbarkeitsstudie bewiesen, dass die bakterielle Besiedelung im Darm als Ausgangspunkt für die Entwicklung eines neuartigen, nicht-invasiven Tests zur Darmkrebsfrüherkennung dienen kann. Mithilfe modernster Metagenomik haben die Wissenschaftler genaue Assoziationen des Darmmikrobioms mit Darmkrebs, insbesondere in frühen Stadien, ermittelt. Bestimmte Bakterienkonstellationen könnten damit als Warnsignal für Darmkrebs dienen.

Dieser neuartige Stuhltest zur Früherkennung von Darmkrebs basiert auf der Erkenntnis, dass Darmkrebspatienten eine gegenüber gesunden Personen veränderte Zusammensetzung der Darmbakterien haben. „Der Test identifiziert sogenannte Markerbakterien im Stuhl und könnte in Kombination mit dem bereits vorhandenen immunologischen Stuhltest einen idealen Screening-Test ergeben“, so der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft Prof. Dr. Dr. Otmar Wiestler, der den Felix Burda Award am 17.04.2016 an das EMBL übergab.

Das Ursprungsverfahren, das für die Identifikation dieser Markerbakterien angewendet wurde,war zeitlich und finanziell zu aufwändig, um Chancen auf die Anwendung in der Breite zu haben. Inzwischen aber wurde an der Entwicklung eines kostengünstigen Schnelltests gearbeitet.Dieser Test ist bereits anwendungsnah, muss aber noch in einer größeren klinischen Studie untersucht werden. Auf Basis des bisherigen Guajak-Tests auf verstecktes Blut im Stuhl (FOBT) konnte bei Kombination beider Systeme die Sensitivität um 45% deutlich verbessert werden.

Preisträger Prof. Bork zeigte sich begeistert über den Gewinn des Felix Burda Award: „Das ist eine tolle Sache. Denn wir kommen aus der Grundlagenforschung und durch diese Sichtbarkeit wird das Interesse für unsere Arbeit geweckt und uns Unterstützung angeboten, diese Arbeit weiterführen zu können – daher hat der Preis eine große Bedeutung für uns.“

Und Teamleiter Dr. Georg Zeller ergänzt: „An vielen Stellen wird dieser Preis auch als Türöffner fungieren können, um Zusammenarbeiten zu ermöglichen, die sonst für uns eher schwierig wären.“

Die Jury des Felix Burda Award würdigt den Leuchtturm-Charakter der Arbeit. Sie bewertete sie als sehr durchdacht, breit angelegt und als qualitativ vollkommen neuen Ansatz. Darüber hinaus ist die Studie bereits jetzt hochrangig publiziert und involviert verschiedene führende Einrichtungen und Autoren. Sollten sich die Ergebnisse weiter bestätigen, wäre sie insbesondere bei der Entdeckung von Darmpolypen dem Okkultbluttest überlegen. Daher sieht die Jury in der vorgestellten Methode ein großes Potential.

Der Felix Burda Award 2016 wurde präsentiert von BMW, mit freundlicher Unterstützung von Olympus, AOK Bayern, Magen-Darm-Ärzte, Norgine, BMW BKK, Recordati Pharma, EndoChoice und Springer Medizin.

QUELLE: http://msb.embopress.org/content/10/11/766?cpetoc



Mehr zum Felix Burda Award lesen Sie hier: www.felix-burda-award.de

Bild- und Bewegtbildmaterial von der Verleihung sowie weiteres Pressematerial finden Sie zum Download unter

https://flic.kr/s/aHskv579yx

https://www.mynewsdesk.com/de/felix-burda-stiftung

Die Felix Burda Stiftung mit Sitz in München wurde 2001 von Dr. Christa Maar und Verleger Prof. Dr. Hubert Burda gegründet und trägt den Namen ihres 2001 an Darmkrebs verstorbenen Sohnes.  Zu den Projekten der Stiftung zählen der bundesweite Darmkrebsmonat März sowie der Felix Burda Award, mit dem Menschen, Institutionen und Unternehmen für herausragendes Engagement im Bereich der Darmkrebsvorsorge geehrt werden. Außerdem tourt das größte begehbare Darmmodell Europas kontinuierlich durch Deutschland und die APPzumARZT managed als Gesundheits-Butler gesetzliche Präventionsleistungen der ganzen Familie. Die Felix Burda Stiftung betreibt Websites und Social Media-Präsenzen und generiert mit jährlichen, konzertierten Werbekampagnen in Print, TV, Radio, Online und Mobile eine starke deutschlandweite Awareness für die Prävention von Darmkrebs.   
www.felix-burda-stiftung.de

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