Barmenia Versicherungen
„Die Unabhängigkeit von anderen Systemen ist viel wert. Gerade, wenn Tempo gefordert ist“
Der Wandel der Arbeitswelt und der Fachkräftemangel wirken sich auch auf die PR aus. Das spürt auch Martina Cohrs, Leiterin Presse der Barmenia Versicherungen. Sie positioniert verstärkt ihr Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber – und setzt dabei einen besonderen Fokus auf die interne Kommunikation.
Frau Cohrs, die Gesundheitsbranche hat mit der Corona-Pandemie eine Ausnahmesituation hinter sich. Wo liegen aktuell Ihre größten Herausforderungen?
Ganz eindeutig im Fachkräftemangel. Da befinden wir uns nicht nur im Wettbewerb mit anderen Unternehmen, sondern mit dem Standort Wuppertal auch im Wettbewerb mit Düsseldorf, Köln oder dem Ruhrgebiet. Und so attraktiv die Barmenia als Arbeitgeber auch ist: Diese Überzeugungsarbeit ist ein echter Langstreckenlauf.
Wird die PR gerade zum verlängerten Arm der Personalabteilung?
Nein, das nicht. Die Inhalte für die Fach- und Publikumsmedien bleiben. Aber die Akzente verschieben sich. Wir kommunizieren intern mehr als je zuvor. Das hebt die Wertschätzung der Mitarbeitenden und stärkt deren Loyalität. Letztlich sollen unsere Kolleginnen und Kollegen Botschafter des Unternehmens werden, die eben auch im Privaten sagen: „Ich arbeite gerne bei der Barmenia.“ Das ist mehr wert als viele Imagekampagnen – und insofern eine strategische Aufgabe.
Interne Kommunikation vor externer Kommunikation?
Das Gewicht der Internen nimmt zu. Ganz klar. Die vergangene Pandemie hat Erwartungen und Verhalten der Mehrheit der Mitarbeitenden geändert. Nur ein Stichwort: mobiles Arbeiten. Insofern ist es nur logisch, dass wir verstärkt nach innen kommunizieren, um uns weiterhin als Gemeinschaft zu verstehen, uns gegenseitig auf dem Laufenden halten und produktiv bleiben.
Sie nutzen inzwischen Mynewsdesk für Ihre Presse- und PR-Arbeit. Wie hilft Ihnen das Tool?
Wir hatten zuvor über die eigene Website kommuniziert. Der Prozess, dort etwas zu veröffentlichen, war jedoch eher komplex und zeitintensiv. Das ließ sich intern auch nicht ändern. Der Wechsel auf Mynewsdesk, das in die Barmenia-Website eingebunden ist, war ein Effizenz-Turbo. Der Umgang mit dem Tool ist wirklich einfach. Auch, wer lange nicht damit gearbeitet hat, findet sich spontan zurecht. Gerade für das Arbeiten ad hoc ist es das richtige Werkzeug.
Sie würden es weiterempfehlen?
Ja. Die Unabhängigkeit vom eigenen IT-Umfeld macht uns sehr flexibel – das ist viel wert. Zudem profitieren wir von einem guten Support und der stetigen Weiterentwicklung.
Setzen Sie bereits KI-Funktionen in Ihrer Arbeit ein?
Nein. Es laufen allerdings interne Versuche dazu. Denn es ist klar: Die KI wird definitiv künftig ein Tool sein, um schneller und effizienter zu werden. Um allerdings einen Mehrwert zu schaffen, muss der Einsatz vernünftig geplant und die Qualität gesichert werden. Es ist nichts gewonnen, am Ende farblose und austauschbare Texte zu veröffentlichen, aus denen nicht mehr die Barmenia spricht. Mein branchenübergreifender Eindruck ist: Die Mehrheit der PR-Manager ist sich dieser Herausforderung bewusst.
Was raten Sie anderen, um in der digitalen PR-Ära erfolgreich zu sein?
Die sozialen Medien sind längst zum Dreh- und Angelpunkt geworden. Und dort gilt: Die Frequenz muss stimmen. Im Zweifelsfall sollten Unternehmen lieber einen Kanal auslassen, als ihn halbherzig zu bespielen. Nur so lässt sich Reichweite gewinnen. Allerdings nicht mit belanglosen Inhalten. Ohne Relevanz für die Zielgruppe, das passende Format und das richtige Maß an Kreativität geht es nicht. Ob es dabei immer der offizielle Firmenaccount sein muss, der bedient wird, kann man hinterfragen. Denn die Algorithmen bevorzugen persönliche Profile.
Frau Cohrs, vielen Dank für das Gespräch.