Pressemitteilung —
Fantastische Wesen von Gerd Stenemann
Vom Käsewachs zur Kunstfigur
Was andere achtlos wegwerfen, verwandelt Gerd Stenemann in Kunst. Aus den roten Wachshüllen kleiner Käseportionen erschafft der Dülmener Künstler bizarre Fantasiewesen, die in farbenprächtigen, teils surrealen Bildwelten ein zweites Leben finden. Eine Auswahl seiner außergewöhnlichen Werke ist jetzt in der Ärztekammer Westfalen-Lippe zu sehen.
Manchmal entstehen die ungewöhnlichsten Ideen ganz nebenbei. Bei Gerd Stenemann begann alles vor vielen Jahren an einem gemütlichen Fernsehabend. Gedankenverloren spielte er mit der roten Wachshülle eines Mini-Käses — und entdeckte dabei ihre kreativen Möglichkeiten. Aus dem formbaren Material entstanden erste kleine Figuren. Was zunächst ein beiläufiger Zeitvertreib war, entwickelte sich zu einer außergewöhnlichen künstlerischen Leidenschaft.
Beim freien, intuitiven Formen ließ Stenemann seiner Fantasie freien Lauf. „Ich würde es als einen fast meditativen Zustand beschreiben“, erzählt er. Mehr als 14 Jahre lang schuf er auf diese Weise unzählige eigenwillige Geschöpfe: mal drollig, mal geheimnisvoll, mal bizarr. Manche erinnern an Comicfiguren oder Filmgestalten, andere scheinen einer fremden Galaxie entsprungen zu sein.
Doch die fantasievollen Skulpturen hatten einen entscheidenden Nachteil: Sie waren vergänglich. Sommerliche Hitze ließ sie weich werden und ihre Form verlieren, manche zerbrachen oder fielen in sich zusammen. Zudem war der Vorrat an Wachs begrenzt. So schmolz Stenemann immer wieder ältere Figuren ein, um daraus neue Wesen zu erschaffen — damit seine Kreationen nicht vollständig verschwanden, hielt er jede einzelne zuvor mit der Kamera fest.
Zweites Leben in digitalen Welten
Vor vier Jahren eröffnete sich seinen Fantasiewesen schließlich eine ganz neue Welt. Stenemann begann, die Fotografien seiner Figuren digital zu bearbeiten und sie in fantasievolle, oft überraschend surreale Szenerien einzubetten. Dabei entdeckt er selbst in den unscheinbarsten Dingen außergewöhnliche Möglichkeiten: Schmutzige Wände, moosbewachsene Steine, getrocknete Mandarinenschalen oder zerstoßene Bohnen werden durch digitale Verfremdung zu geheimnisvollen Landschaften und fantastischen Kulissen.
Die Ausstellung im Ärztehaus Münster, Gartenstraße 210—214, lädt bis zum 22. Dezember dazu ein, in diese ungewöhnlichen Bildwelten einzutauchen. Sie ist montags bis donnerstags von 8.00 bis 16.45 Uhr sowie freitags von 8.00 bis 13.30 Uhr geöffnet.
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