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Gemälde mit zwei sich küssenden Gesichtern, daneben ein Affe, ein bunter Vogel und eine große Blüte.
Zwischen Porträt, Naturmotiv und freier Komposition: Birgit Nattkempers Werk „Der Kuss“ gibt Einblick in die Vielfalt ihrer Ausstellung. Foto: privat

Pressemitteilung

Neue Ausstellung im Ärztehaus Münster: „Querbeet“ durch Farbe, Leben und Erinnerung

Ein Frosch zwischen Seerosen. Ein Meer, das sich in Farbe, Licht und Bewegung auflöst. Ein Gesicht, das mehr erzählt als eine Biografie. Wer die Ausstellung „Querbeet“ von Birgit Nattkemper besucht, begibt sich auf einen lebendigen Streifzug durch ein Künstlerinnenleben. Bis Ende August zeigt die Münsteraner Künstlerin eine Auswahl ihrer Arbeiten in der Ärztekammer Westfalen-Lippe.

Birgit Nattkemper arbeitet mit Acrylfarben, Aquarellen und Mischtechniken — auf Leinwand, Holz, fester Pappe und Kartonagen. Dabei geht es ihr nicht allein um das Sichtbare, sondern um das, was dahinterliegt: Erinnerungen, Stimmungen, Geschichten. Ihre Motive findet sie in der Natur, am Wasser, in der Stadt und vor allem bei Menschen, deren Biografien sie berühren. Besonders eindrücklich sind ihre Porträts. Sie zeigen Persönlichkeiten, die Spuren hinterlassen haben — wie etwa den politischen Aufklärer Paul Wulf oder die Bühnenfigur Elfriede Möllenbaum. Inspiriert von Künstlerpersönlichkeiten wie Frida Kahlo und Diego Rivera entstehen Arbeiten, die Charakter, Nähe und Ausdruck miteinander verbinden. Es sind Bilder, die den Menschen nicht nur abbilden, sondern ihm Raum geben.

Natur und Wasser ziehen sich wie ein roter Faden durch Birgit Nattkempers Ausstellung. Frösche und Seerosen, inspiriert durch einen Besuch im Viktoriahaus des Botanischen Gartens, begegnen maritimen Motiven, die zum Teil in Bildreihen entstanden sind. Dabei bewegt sich die Künstlerin frei zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion: Das Meer ist zunächst noch klar erkennbar, löst sich dann aber zunehmend in Farbflächen, Bewegung und Atmosphäre auf.

Eine zentrale Rolle spielt auch Münster, die Stadt, in der Birgit Nattkemper seit ihrem 18. Lebensjahr lebt. Ihr genauer Blick auf Straßen, Orte und Menschen fließt immer wieder in ihre Arbeiten ein. Dabei richtet sie die Aufmerksamkeit auch auf jene, die im Alltag leicht übersehen werden — so etwa in der Darstellung einer wohnungslosen Frau, die nicht als Randfigur erscheint, sondern als Mensch mit Würde und Geschichte.

„Querbeet“ ist bis Ende August im Ärztehaus Münster (Gartenstraße 210—214) montags bis donnerstags von 8 bis 16.45 Uhr und freitags von 8 bis 13.30 Uhr geöffnet.

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