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Walter Lausen (Landwirt und Mitglied im Arla Aufsichtsrat), Marlen Biß (Arla Landwirtin) Jan Philipp Albrecht (Landwirtschaftsminister, Schleswig-Holstein), Kasper Nielsen (Direktor Kommunikation & Nachhaltigkeit, Arla), v.l.n.r.
Walter Lausen (Landwirt und Mitglied im Arla Aufsichtsrat), Marlen Biß (Arla Landwirtin) Jan Philipp Albrecht (Landwirtschaftsminister, Schleswig-Holstein), Kasper Nielsen (Direktor Kommunikation & Nachhaltigkeit, Arla), v.l.n.r.

Pressemitteilung -

Arla Klimachecks als Wegbereiter einer nachhaltigeren Landwirtschaft: Minister Jan Philipp Albrecht zu Besuch auf Arla Hof in Ruhwinkel

Ruhwinkel, Kreis Plön/Schleswig-Holstein & Düsseldorf/NRW, 26.05.2021. Am heutigen Mittwoch besuchte Jan Philipp Albrecht, Minister für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Schleswig-Holstein den Hof von Arla Landwirtin Marlen Biß in der Landgemeinde Ruhwinkel im Kreis Plön. Während einer Hofbesichtigung stellten ihm die Landwirtin und Vertreter der Molkereigenossenschaft Arla vor, wie mittels des neuen Klimacheck-Programms auf den Höfen eine zukunftsorientierte und nachhaltigere Milchwirtschaft mit reduzierten Emissionen individuell umgesetzt werden kann. Im Rahmen des Arla Klimachecks ermitteln die Landwirte den CO2e-Fußabdruck (CO2e = CO2-Äquivalente) ihres Betriebs und erhalten eine ausführliche Beratung zur Emissionsreduzierung; von der Fütterung über den Düngemitteleinsatz bis zur Verwendung erneuerbarer Energien. Das Ziel der Molkereigenossenschaft Arla und ihrer Landwirt:innnen: Bis 2030 sollen die CO2e-Emissionen pro Kilogramm Milch um 30 Prozent reduziert und bis 2050 Netto-Null-CO2e-Emissionen erreicht werden.

Wie bei anderen Produktionsprozessen, entsteht auch bei der Milchproduktion ein CO2e-Fußabdruck. Damit trägt die Milchwirtschaft einen Teil der Verantwortung für die Bewältigung der globalen Klima-Herausforderungen. Mit den 2020 eingeführten, jährlichen Klimachecks geht Arla diese Herausforderung gemeinsam mit seinen Landwirt:innen systematisch an. Dabei spielen die Betriebe der Milchbauern und -bäuerinnen eine zentrale Rolle, denn der Großteil der Treibhausgasemissionen in der Wertschöpfungskette von Milchprodukten stammt von den Höfen; wie etwa Methan, das beim Verdauungsprozess der Kühe entsteht. Für die Landwirt:innen ist es wichtig zu verstehen, welche Bereiche ihrer Betriebe hauptsächlich für Emissionen verantwortlich sind und was sie tun können, um diese zu reduzieren. Mit dem Klimacheck bietet Arla ihnen ein zentrales, datenbasiertes Werkzeug zur Ermittlung ihrer CO2e-Bilanz und zeigt Verbesserungsmöglichkeiten für eine umweltschonendere und effizientere Produktion auf. Mit 1.267 Betrieben aus Deutschland, nahmen fast alle deutschen Arla Landwirt:innen an der ersten Runde des neuen Klimachecks teil; europaweit waren es 7.986 Arla Betriebe. So ist einer der weltweit größten Klima-Datensätze im Bereich der Milchwirtschaft entstanden. Auf Grundlage dieser Daten konnte Arla fünf zentrale Bereiche identifizieren, mit denen sich der CO2e-Fußabdruck bei der Milchproduktion reduzieren lässt. Zudem können die Landwirte datenbasierte Vergleichsanalysen durchführen, um ihren CO2e-Fußabdruck kontinuierlich zu verbessern und gemeinsam die Reduktionsziele der Molkereigenossenschaft zu erreichen.

„Eine zukunftsfähige Landwirtschaft muss und kann ihren Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel leisten“, so Minister Jan Philipp Albrecht. „Dabei geht es auch um intelligente, datenbasierte Lösungen, die die Landwirtinnen und Landwirte dabei unterstützen, die Emissionen bei ihrer Produktion kontinuierlich zu senken. Daher begrüße ich die Maßnahmen der Arla Genossenschaft und ihrer Mitgliedsbetriebe sehr.“

Im Rahmen des Besuchs von Minister Jan Philipp Albrecht erklärte Arla Landwirtin Marlen Biß, welche Stellschrauben sie für eine bessere Klimabilanz identifizieren konnte. Dabei liegt ihr besonderes Augenmerk auf dem Futter, das zum Großteil von ihren eigenen Feldern stammt. Denn der Klimacheck hat gezeigt, dass der Eiweißgehalt im Grundfutter, in Form von Gras, höher als nötig ist. Ein Zeichen dafür, dass sie den Dünger noch präziser einsetzen kann. Denn zu viel Eiweiß im Futter, bedeutet auch einen zu hohen Stickstoffgehalt in der Gülle, die die Kühe ausscheiden. Und Stickstoffüberschüsse führen auch zur Freisetzung von mehr klimaschädlichem Lachgas, das ein wesentlicher Emissionstreiber bei der Milchproduktion ist. Indem Marlen Biß ihren Dünger nun reduzierter und gezielter einsetzt, kann sie Emissionen senken und Kosten sparen. Gleichzeitig hat der Klimacheck gezeigt, dass der Betrieb zum Beispiel im Bereich der Stromversorgung schon sehr gut aufgestellt ist und fast klimaneutral arbeitet, unter anderem aufgrund der Stromproduktion in der eigenen Photovoltaikanlage. Im Sommer steht der nächste Klimacheck bei Marlen Biß an. Dann wird sich zeigen, welche Wirkung die Maßnahmen hatten, und wo weitere Potentiale zur Emissionsreduktion liegen.

„Der Kampf gegen den Klimawandel ist für uns alle in der Gesellschaft, Wirtschaft und Politik eine Jahrhundertaufgabe. Dabei sind wir uns als Molkereigenossenschaft unserer Verantwortung bewusst und wollen Teil der Lösung sein. Bereits in den vergangenen Jahren haben Arla Landwirtinnen und Landwirte kontinuierlich auf eine nachhaltigere Landwirtschaft hingearbeitet und zahlreiche Maßnahmen in ihren Betrieben umgesetzt, wie etwa Praktiken der Kreislaufwirtschaft, der Einsatz erneuerbarer Energien und der Fokus auf Biodiversität. Diesen Kurs möchten wir als Genossenschaft konsequent fortsetzen und haben umfangreich in die Entwicklung und Umsetzung eines verlässlichen Programms zur Messung der Klimaauswirkungen unserer Milchbetriebe investiert. Die daraus gewonnen Daten von fast 8.000 Betrieben aus sieben europäischen Ländern, ermöglichen uns als Genossenschaft und unseren Mitgliedern nun faktenbasierte Entscheidungen und Investitionen, um unser Etappenziel von minus 30 Prozent bei den CO2e-Emissionen bis 2030 zu erreichen“, so Walter Lausen, Landwirt aus Schleswig-Holstein und Mitglied im Aufsichtsrat von Arla Foods.

Zitate Marlen Biß:

  •  „Wir alle müssen uns dem Klimawandel stellen und gemeinsam dazu beitragen, dass wir nachhaltiger wirtschaften und leben. Das bedeutet für uns alle auch Veränderung. Dabei finde ich es als Landwirtin und Molkereigenossenschaft besser, vorweg- als hinterherzulaufen. Daher bin ich froh, dass wir mit unseren Klimachecks Pionierarbeit leisten und die Reduktion der Emissionen auf unseren Höfen systematisch angehen.“

  • „Der Klimacheck schafft Transparenz und zeigt mir sehr detailliert, an welchen Stellschrauben ich drehen kann, um die Klimabilanz unseres Betriebs zu verbessern. So habe ich eine unmittelbare Unterstützung für meine tägliche Arbeit und kann über die kommenden Jahre kontinuierlich daran arbeiten, die Emissionen weiter zu reduzieren. Damit kann ich mehr Verantwortung für eine noch nachhaltigere Landwirtschaft übernehmen.“

Marlen Biß (29) ist staatlich geprüfte Agrarbetriebswirtin. Seit 2014 leitet sie den Hof in Ruhwinkel, Schleswig-Holstein, gemeinsam mit ihrem Vater in vierter Generation. Sie trägt die Verantwortung für rund 80 Milchkühe und deren Nachzucht. Dabei legt sie einen besonderen Fokus auf das Tierwohl. Dazu gehört auch, dass die Kühe und Jungtiere von Frühjahr bis Herbst auf der Weide grasen. Als gewählte Genossenschaftsvertreterin vertritt sie bei Arla rund 90 Landwirt:innen, mit denen sie in regelmäßigen, regionalen Versammlungen aktuelle Themen bespricht. Nachhaltiges Wirtschaften ist für Marlen Biß selbstverständlich, um eine zukunftssichere Landwirtschaft zu gestalten. Zudem engagiert sie sich für die Umwelt als Mitglied im Naturschutzverein ihrer Gemeinde.

Fakten zum Arla Klimacheck Programm im Überblick:

Teilnahme & Vergütung: Insgesamt haben 7.986 Arla Landwirt:innen in sieben europäischen Ländern an den Klimachecks 2020 teilgenommen, um den CO2e-Fußabdruck ihres Betriebs für die Milchproduktion zu ermitteln. 1.267 Betriebe aus Deutschland waren dabei. Dies entspricht rund 93 Prozent der aktiven Genossenschaftsmitglieder und deckt 95 Prozent der produzierten Milch aller Arla Betriebe in Europa ab. Für die Teilnahme am freiwilligen Klimacheck erhalten die Landwirt:innen einen Zuschlag in Höhe von 1 Eurocent pro Kilogramm gelieferter Milch.

Ablauf und Datenerhebung: Die Landwirt:innen haben Daten aus ihren Betrieben zu 203 Fragen über eine Online Plattform bei Arla eingereicht. Die im Klimacheck erfassten Daten umfassen im Wesentlichen die Anzahl der Tiere, die Futterzusammensetzung, die Kulturpflanzenproduktion, den Einsatz von Düngemitteln, den Umgang mit Gülle sowie die Nutzung von Strom, Kraftstoff und erneuerbaren Energien. In einem zweiten Schritt wurden die Daten von externen Experten validiert und eine Vor-Ort-Beratung bei den Landwirt:innen zu Verbesserungsmöglichkeiten hat stattgefunden. Die Datenerhebung und die Beratung finden jährlich statt.

Ergebnis – durchschnittlicher Emissionswert: Der durchschnittliche Emissionswert der von Arla Landwirt:innen produzierten Rohmilch liegt bei 1,15kg CO2e pro Kilogramm Milch (Ausfuhr vom Hof). Dabei werden die Emissionen aus bewirtschafteten, kohlenstoffreichen Böden (Moorböden) eingerechnet, wie es den internationalen Richtlinien entspricht. Ohne Moorböden liegt der Arla Durchschnitt bei 1,06 kg CO2e pro Kilogramm Milch. Zum Vergleich: Nach Daten Der UN-Organisation FAO liegt der Durchschnitt in Westeuropa bei 1,37 kg CO2e pro kg produzierter Milch und global bei 2,5 kg CO2e pro kg produzierter Milch.[1]

Ergebnis – 5 Hauptfaktoren: Anhand der erhobenen Daten konnten fünf allgemeingültige Faktoren identifiziert werden, mit deren Hilfe sich der CO2e-Fußabdruck bei der Milchproduktion auf allen Arten von Arla Betrieben verringern lässt:

  • Eine bessere Futtereffizienz zur Verbesserung der Milchleistung.
  • Eine gezielte Fütterung, um einen Proteinüberschuss in den Futterrationen zu vermeiden.
  • Ein gesundes und langes Leben für die Kuh zur Verbesserung der Milchleistung.
  • Ein präziser Düngemitteleinsatz zur Reduzierung des Stickstoffüberschusses aus der Futtermittelproduktion.
  • Eine verbesserte Flächennutzung, um höhere Ernteerträge zu erzielen.

Methodik: Die Klimachecks basieren auf den Standards der ISO-Norm für Ökobilanzen/Lebenszyklusanalysen (14044) und folgen den Richtlinien der International Dairy Federation (IDF) zur Methodik der Berechnung des CO2e-Fußabdrucks. Die Emissionen von Tieren, Dung und Böden werden basierend auf den Vorgaben des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) ausgewertet. Die Arla Berechnungsmethode unterscheidet sich vom deutschen, nationalen Berechnungsstandard für einzelbetriebliche Klimabilanzen (BEK), der in Deutschland vom Bundeslandwirtschaftsministerium und in Teilen auch von anderen Molkereien genutzt wird. Daher sind die Werte des Arla Klimachecks nicht direkt mit Werten nach BEK-Berechnungen vergleichbar. 

Treibhausgase bei der Milchproduktion: Beim CO2e-Fußabdruck des Arla Klimachecks werden drei verschiedenen Treibhausgase berücksichtigt und in CO2-Äquivalente (CO2e) umgerechnet, um das Ergebnis in einen Gesamtwert zusammenfassen zu können. Bei den drei Gasen handelt es sich um Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N20), die an verschiedenen Stellen rund um die Milchproduktion auf den landwirtschaftlichen Betrieben entstehen. Dabei stammt das Kohlestoffdioxid aus dem Einsatz von Geräten, Futtermitteln und der Melktechnik, Methan entsteht bei dem natürlichen Verdauungsprozess der Milchkühe und Lachgas entsteht unter anderem durch anorganische Düngemittel für die Felder sowie bei der Lagerung von Mist und Gülle.

Weitere Informationen zu den Nachhaltigkeitsmaßnahmen von Arla Foods: www.arla.com/sustainability/

[1] Quelle: FAO Report, Climate change and the global dairy cattle sector, http://www.fao.org/3/CA2929EN/ca2929en.pdf

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Über Arla Foods

Arla Foods ist eine europäische Molkereigenossenschaft und gehört den rund 9.400 Arla Landwirt:innen aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Großbritannien, Luxemburg, Schweden und den Niederlanden. Das Unternehmen mit rund 20.000 Mitarbeitern erwirtschaftete 2020 einen globalen Umsatz von 10,6 Mrd. Euro. Arla Produkte werden weltweit unter bekannten Markennamen wie Arla®, Castello®, Lurpak® und Puck® in mehr als 100 Ländern der Erde vertrieben. Das Unternehmen ist der weltweit größte Hersteller von Molkereiprodukten in Bio-Qualität.

In Deutschland ist Arla Foods mit starken Marken wie Arla Buko, Arla Skyr und Arla Kærgården vertreten; in Norddeutschland kommt die weit verbreitete Regionalmarke Hansano hinzu. Deutschland gehört zu den sechs Kernmärkten des Unternehmens. Hierzulande gehört Arla Foods zu den Top Fünf der Molkereibranche und beschäftigt rund 1.750 Mitarbeiter:innen in zwei großen Milchwerken (Upahl, Mecklenburg-Vorpommern & Pronsfeld, Rheinland-Pfalz) und der Deutschland-Zentrale in Düsseldorf. Etwa 1.570 deutsche Genossenschaftsmitglieder, rund 270 davon in Schleswig-Holstein, beliefern die Werke mit Milch. Weitere Informationen finden Sie unter www.arlafoods.de

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