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Pressemitteilung -

Neues Lungenkrebs-Screening für Raucher: Bayerische Krebsgesellschaft begrüßt wichtigen Schritt in der Krebsfrüherkennung

München, 29.04.2026: Die Bayerische Krebsgesellschaft (BKG) begrüßt die Einführung des Lungenkrebs-Screenings für starke Raucherinnen und Raucher als neue Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Seit April können Menschen mit erhöhtem Risiko die Untersuchung mittels Niedrigdosis-Computertomographie (Low-Dose-CT) in Anspruch nehmen. Ziel ist es, Lungenkrebs früher zu erkennen und damit die Heilungschancen deutlich zu verbessern.

Jährlich erkranken in Deutschland rund 58.000 Menschen neu an Lungenkrebs, etwa 45.000 sterben daran (Bezugsjahr 2023). Lungenkrebs zählt damit zu den häufigsten und zugleich tödlichsten Krebserkrankungen. In der Häufigkeit des Auftretens steht Lungenkrebs bei Männern an zweiter Stelle nach Prostatakrebs, bei Frauen ist Lungenkrebs nach Brust- und Darmkrebs die dritthäufigste Krebserkrankung.[1] Tabakrauchen ist der Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Lungenkrebs.

In frühen Stadien ist Lungenkrebs meist asymptomatisch, d.h. es fehlen geeignete Früh- oder Warnsymptome, die auf die Erkrankung hinweisen. Entsprechend wird Lungenkrebs häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Zu diesem Zeitpunkt sind die Behandlungsmöglichkeiten eingeschränkt und die Prognose deutlich schlechter. Wird Lungenkrebs hingegen früh erkannt, verbessern sich die Heilungschancen deutlich.

„Das neue Screening-Angebot ist ein wissenschaftlich fundiertes Angebot für eine klar definierte Hochrisikogruppe. Es hilft dabei, Lungenkrebs früher zu diagnostizieren, Leid zu verringern und Leben zu retten. Gerade für die Risikogruppe der starken Raucher ist das ein wichtiger Fortschritt in der Krebsfrüherkennung. Es ist daher aus unserer Sicht konsequent, dass die Untersuchung nun auch von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird“, betont Prof. Dr. med. Volker Heinemann, Präsident der BKG.

Das Screening richtet sich gezielt an aktive und ehemalige starke Raucherinnen und Raucher zwischen 50 und 75 Jahren mit entsprechendem Risikoprofil. Dazu zählen Personen, die über 25 Jahre hinweg geraucht haben oder mindestens 15 Jahre mit einem hohen täglichen Konsum von 20 Zigaretten pro Tag. Rauchpausen innerhalb dieser Zeit dürfen nicht länger als 10 Jahre gewesen sein.[2]

Grundlage für die Einführung des Screenings sind große internationale Studien, die zeigen, dass ein strukturiertes Screening bei Hochrisikogruppen die Lungenkrebssterblichkeit deutlich senken kann. Gleichzeitig erfolgt das Angebot unter strengen Qualitätsanforderungen und nach umfassender ärztlicher Aufklärung über Nutzen und mögliche Risiken.[3]

Das Lungenkrebs-Screening ersetzt jedoch nicht die Prävention. „Der wirksamste Schutz vor Lungenkrebs ist es, gar nicht zu rauchen. Das Screening hilft, Lungenkrebs früher zu erkennen und damit die Heilungschancen zu verbessern“, erklärt Prof. Heinemann. „Gleichzeitig sollten Menschen konsequent alle weiteren Präventionsmöglichkeiten nutzen (Zitat zum Europäischen Kodex). Dazu gehört in Bezug auf Lungenkrebs auch, Passivrauchen zu vermeiden und Schadstoffbelastungen in der Atemluft zu reduzieren“, erklärt Prof. Heinemann.

Aus der Beratungspraxis der BKG zeigt sich zudem, dass Menschen mit Lungenkrebs häufig einen hohen Unterstützungsbedarf haben. Die Erkrankung wird oft spät diagnostiziert, die Behandlung ist belastend und eine Heilung kann häufig nicht in Aussicht gestellt werden.

Die BKG sieht in der Einführung des Lungenkrebs-Screenings einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der Krebsfrüherkennung und der Versorgung von Menschen mit erhöhtem Risiko. Entscheidend bleibt jedoch, das Screening verantwortungsvoll zu nutzen und weiterhin auf Prävention und Aufklärung zu setzen. Weitere Informationen: www.bayerische-krebsgesellschaft.de

Pressekontakt: Bayerische Krebsgesellschaft e.V.
Cornelia Gilbert M.A., Referentin für Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 089-54 88 40 –45, Fax 089-54 88 40 -40,
E-Mail: gilbert@bayerische-krebsgesellschaft.de
Nymphenburger Straße 21 a, 80335 München

Quellen:

[1] https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/kid_2025/kid_2025_c33_c34_lunge.pdf?__blob=publicationFile&utm_source=chatgpt.com

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