Pressemitteilung —
Ambitionierter Netzausbau für Heimatenergie in Unterfranken
Regensburg/Unterfranken. 170 Millionen Euro, und damit rund 27 Prozent mehr als 2025, wendet die Bayernwerk Netz GmbH in diesem Jahr auf, um das Stromnetz in Unterfranken fit für die Zukunft zu machen. Neben dem weiteren Ausbau und der Digitalisierung der Netze rücken Sicherheit, Stabilität und Resilienz des Energiesystems noch stärker in den Mittelpunkt. Bei einem Pressegespräch im Bayernwerk Netz-Kundencenter Fuchsstadt, unweit des Umspannwerks Fuchsstadt, skizzierten Vertreter des größten bayerischen Verteilnetzbetreibers die Energiewende in Unterfranken.
Komplexer, dezentraler, größer
Unser Energiesystem wird größer, dezentraler, komplexer. Es interagiert mit allen Akteuren, die einspeisen, und allen, die beziehen – bei gleichzeitig schnell wachsenden Bedarfen im System. „Neue Berechnungen zeigen, dass sich die Erzeugungsleistung der Erneuerbaren, überwiegend aus Photovoltaik und Windkraft, bis 2045 verdreifachen wird. Gleichzeitig rechnen wir in diesem Zeitraum mit einer Verdopplung des Stromverbrauchs, angetrieben durch E-Mobilität, Wärmepumpen und Rechenzentren“, konkretisierte Maximilian Nößner, Leiter Technik Franken. Damit steigen die Anforderungen an die Energieinfrastruktur.
Sichere Energie als Rückgrat einer starken Gesellschaft
Welche Voraussetzungen es braucht, um die Herausforderungen meistern zu können, erklärte Bernd Göttlicher, Leiter Kommunalmanagement Franken bei der Bayernwerk Netz: „Um die Stabilität und Sicherheit für Bayerns Energiezukunft sicherstellen zu können, braucht es eine geordnete und priorisierte Vergabe von Netzkapazitäten. Die Integration muss sorgsam, technisch sauber und vor allem entlang der Bedarfe des Netzes erfolgen. Hierfür braucht es einen verlässlichen ordnungspolitischen Rahmen.“
27 Prozent mehr Budget für den Netzausbau in Unterfranken
Die Bayernwerk Netz macht Tempo beim Ausbau der Netze. Allein in den Versorgungsgebieten der zwei unterfränkischen Kundencenter Fuchsstadt und Marktheidenfeld wurde das Netz 2025 um etwa 141 Kilometer Niederspannungskabel erweitert, im Mittelspannungsnetz kamen etwa 111 Kilometer Kabellänge hinzu. Die Maßnahmen gesamt waren mit 134 Millionen Euro budgetiert. Das Budget für 2026 liegt mit 170 Millionen Euro allein in Unterfranken um rund 27 Prozent höher als im Vorjahr. „Mit unserem Netzausbau stärken wir zugleich die regionale Wirtschaft. Wo immer es möglich ist, beauftragen wir Unternehmen aus Bayern. Eine Studie aus dem Jahr 2025 zeigt, dass dadurch von jedem investierten Euro 55 Cent im Freistaat verbleiben“, betonte Bernd Göttlicher.
Ambitioniertes Bauprogramm 2026 – Einblicke in aktuelle Netzausbauprojekte
Ausgewählte Maßnahmen des Bauprogramms 2026 stellten die Leiter der unterfränkischen Bayernwerk Netz-Kundencenter, Matthias Schneider (Fuchsstadt) und Frank Hubert (Marktheidenfeld), gemeinsam mit Thomas Kotarski, Leiter Betrieb Umspannwerke und Schaltstationen, im Rahmen des Pressegesprächs vor:
[1] Kundencenter Fuchsstadt
Netzverstärkung zwischen Winkels, Hausen und Haard (Landkreis Bad Kissingen)
Vor dem Hintergrund steigender Anforderungen an das Stromnetz verstärkt die Bayernwerk Netz ihre Netzinfrastruktur zwischen Winkels, Hausen und Haard im Landkreis Bad Kissingen. Im Mittelpunkt der Maßnahme steht die Verlegung von rund 17 Kilometern Mittelspannungskabel mit einem Querschnitt von 400 mm². Gleichzeitig werden rund 4,5 Kilometer bestehende Mittelspannungsfreileitung zurückgebaut und ein ein Kilometer langes Mittelspannungskabel erneuert. Darüber hinaus werden zwei neue Trafostationen errichtet, eine weitere Station wird modernisiert. Die mit rund 4,5 Millionen Euro budgetierte Maßnahme startete im Januar 2026 und soll bis November 2026 abgeschlossen sein.
Umfassende Netzmodernisierung zwischen Rügheim und Holzhausen (Landkreis Haßberge)
Die Bayernwerk Netz treibt den Ausbau ihrer Strominfrastruktur zwischen Rügheim und Holzhausen im Landkreis Haßberge weiter voran. Ziel der Maßnahme ist es, die Versorgungssicherheit zu erhöhen und die Netze für die Anforderungen der Energiewende fit zu machen. Hierfür werden rund vier Kilometer Mittelspannungskabel mit einem Querschnitt von 400 mm² sowie etwa ein Kilometer Niederspannungskabel mit 150 mm² verlegt. Gleichzeitig erfolgt die Verkabelung von 29 Hausanschlüssen. Nach Fertigstellung können rund zwei Kilometer Mittelspannungs- und etwa 500 Meter Niederspannungsfreileitung zurückgebaut werden. Zudem errichtet die Bayernwerk Netz in Rügheim eine neue Trafostation in der Kapellgasse und ersetzt eine weitere bestehende Station am Sportplatz durch eine smarte Trafostation. Projektstart war im Juli 2026, die Fertigstellung ist für Dezember geplant. Für die Maßnahme ist mit rund 1,2 Millionen Euro budgetiert.
Leistungsstarke Doppelanbindung für Wildflecken, Haselbach und Ziegelmühle (Landkreis Bad Kissingen)
Mit einer umfangreichen Netzbaumaßnahme stärkt die Bayernwerk Netz die Stromversorgung im Bereich Wildflecken, Haselbach und Ziegelmühle. Kern des Projekts ist der Bau einer neuen Mittelspannungsdoppelleitung. Im Rahmen der Baumaßnahme werden insgesamt rund 20 Kilometer Systemlänge Mittelspannungskabel mit einem Querschnitt von 400 mm² verlegt. Gleichzeitig können nach Abschluss der Arbeiten rund zehn Kilometer bestehende Mittelspannungsfreileitung zurückgebaut werden. Besondere technische Anforderungen stellen fünf Spülbohrungen entlang der Trasse dar. Darüber hinaus wird eine bestehende Trafostation ersetzt und eine weitere neu errichtet. Die Maßnahme schafft zusätzliche Kapazitäten für die Energieversorgung der Region und erhöht gleichzeitig die Versorgungssicherheit. Der Baustart erfolgte im September 2026, die Fertigstellung der Maßnahme ist für September 2027 vorgesehen. Das Maßnahmenbudget beträgt rund 5,2 Millionen Euro.
[2] Kundencenter Marktheidenfeld
Umfassende Ortsnetzverkabelung in Greußenheim (Landkreis Würzburg)
Die Bayernwerk Netz modernisiert und verstärkt die Strominfrastruktur in Greußenheim. Im Industriegebiet wird eine neue Mittelspannungsverbindung mit einem Querschnitt von 400 mm² zur neuen smarten Ortsnetzstation „Am Biotop“ hergestellt. Zusätzlich werden dort Niederspannungskabel mit einem Querschnitt von 240 mm² zur Anbindung und Verstärkung des Niederspannungsnetzes verlegt. Darüber hinaus wird die Verkabelung bestehender Niederspannungsfreileitungen im dritten Bauabschnitt fortgesetzt. Hier kommen Niederspannungskabel mit einem Querschnitt von 150 mm² zum Einsatz. Zudem wird die neue Trafostation in der Friedenstraße in die Netzstruktur eingebunden. Ein weiteres Teilprojekt umfasst den Austausch eines bestehenden Mittelspannungskabels in der Raiffeisenstraße durch eine leistungsfähigere Verbindung mit einem Querschnitt von 300 mm². Der Projektstart erfolgte im April 2026, der Abschluss ist für November 2026 geplant. Das Gesamtbudget liegt bei rund 1,1 Millionen Euro.
Mittelspannungsverkabelung stärkt das Stromnetz in Sommerkahl (Landkreis Aschaffenburg)
Mit Blick auf eine leistungsfähige Stromversorgung setzt die Bayernwerk Netz die Modernisierung des Mittelspannungsnetzes in Sommerkahl fort. Im Mittelpunkt des Projekts steht die Verkabelung der bestehenden Mittelspannungsfreileitung zwischen den Stationen in der Schulstraße, Im Taubenfeld und in der Frankenstraße. Auf einer Trassenlänge von rund 1,7 Kilometern verlegt die Bayernwerk Netz dafür ein neues Mittelspannungskabelsystem mit einem Querschnitt von 240 mm². Nach Abschluss der Maßnahme sind die drei Stationen nicht mehr über Freileitung, sondern dauerhaft über eine moderne Erdkabelleitung miteinander verbunden. Die Arbeiten starteten im Mai 2026. Der letzte Abschnitt der Verkabelung befindet sich derzeit im Bau und soll bis Ende Oktober abgeschlossen werden. Im kommenden Jahr erfolgt der Rückbau der künftig nicht mehr benötigten Mittelspannungsfreileitung. Der Rückbau beginnt östlich der Staatsstraße ST 2305 und erstreckt sich bis zur Station in der Schulstraße. Das Maßnahmenbudget beträgt rund 520.000 Euro.
Anschluss eines Funkturms zwischen Laufach und Hain (Landkreis Aschaffenburg)
Die Bayernwerk Netz baut die Strominfrastruktur im Bereich Laufach und Hain weiter aus. Dabei verlegt das Unternehmen rund 4,3 Kilometer Mittelspannungskabel mit einem Querschnitt von 240 mm². Zudem hat der Verteilnetzbetreiber im Bereich des DFMG-Mastes eine neue digitale Ortsnetzstation (digiONS) errichtet. Die Maßnahme schafft die netztechnischen Voraussetzungen für den Stromanschluss des DFMG-Mastes. Die bauliche Umsetzung begann im April 2026 und soll bis November 2026 fertiggestellt werden. Das Projekt ist mit rund 850.000 Euro budgetiert.
[3] Hochspannungsprojekte in Unterfranken
Um die wachsende Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien zuverlässig an die Verbraucher und gewerblichen Lastzentren zu verteilen, wird auch das überregionale 110-kV-Verteilnetz ausgebaut und modernisiert. Ziel der Maßnahmen bei Umspannwerken und Hochspannungsleitungen ist die Erhöhung der Netzkapazitäten, um mehr Strom sicher aufnehmen und verteilen zu können. Folgende vier Projekte prägen aktuell den Hochspannungsausbau in Unterfranken.
Erneuerung des Umspannwerks Dürrbachau in Würzburg (Stadt Würzburg)
Gemeinsam mit der Mainfranken Netze GmbH erneuert die Bayernwerk Netz das Umspannwerk Dürrbachau an der Unterdürrbacher Straße in Würzburg. Die Anlage ist ein wichtiger Ausgangspunkt für die Stromversorgung der Stadt Würzburg und der Region. Die bestehende Freiluftanlage wird durch eine moderne 110-kV-Innenraumschaltanlage ersetzt und um einen dritten Stromkreis erweitert. Der künftige Bayernwerk-Teil umfasst sieben Stromkreise und zwei Netztransformatoren. Die Bauarbeiten befinden sich in den letzten Zügen. Die vollständige Anlage soll Anfang 2027 in Betrieb gehen. Anschließend wird die bisherige Freiluftanlage zurückgebaut.
Modernisierung der Freileitung zwischen Großheubach und Trennfeld (Landkreise Miltenberg und Main-Spessart)
Zwischen den Umspannwerken Großheubach und Trennfeld hat die Bayernwerk Netz eine rund 31 Kilometer lange Hochspannungsleitung modernisiert. Die Verbindung verläuft durch Großheubach, Miltenberg, Bürgstadt, Collenberg, Stadtprozelten, Faulbach, Hasloch, Kreuzwertheim und Triefenstein. Standortbezogen wurden einzelne Stahlteile verstärkt, Maste erneuert oder erhöht. Die Arbeiten verbessern die Standsicherheit der Leitung auch bei extremen Wetterereignissen; gleichzeitig werden die erforderlichen Abstände zwischen Leiterseilen und Boden sichergestellt. Dadurch kann die Leitung weiterhin mit hoher Leistung betrieben werden, um die Region zuverlässig zu versorgen und Strom aus erneuerbaren Energien abzutransportieren. Die Anfang 2025 begonnenen Arbeiten sind inzwischen abgeschlossen.
Erweiterung und Erneuerung des Umspannwerks Hofheim (Landkreis Haßberge)
Im Landkreis Haßberge plant die Bayernwerk Netz die Erweiterung des Umspannwerks Hofheim an der Rügheimer Straße – ein wichtiger Netzknoten im Dreieck zwischen Bamberg, Coburg und Schweinfurt. Herzstück des Projekts ist ein dritter Netztransformator mit einer Leistung von 50 Megavoltampere. Damit steigt die Transformatorenleistung von derzeit 80 auf künftig 130 Megavoltampere. Zusätzlich entstehen ein zweites Schalthaus und eine neue Mittelspannungsschaltanlage. Das 2013 errichtete Umspannwerk wurde bereits für eine spätere Erweiterung vorbereitet, sodass die Arbeiten nahezu vollständig auf dem bestehenden Gelände umgesetzt werden können. Der Baustart ist für März 2027 vorgesehen, die Fertigstellung für Ende 2028. Während der Bauzeit bleibt das Umspannwerk in Betrieb.
Erneuerung der Freileitung Kastenweiher–Eltmann (Landkreise Haßberge, Bamberg und Erlangen-Höchstadt)
Mit dem Projekt Kastenweiher–Eltmann modernisiert und erweitert die Bayernwerk Netz eine insgesamt rund 55 Kilometer lange Hochspannungsverbindung. Auf etwa 40 Kilometern wird ein zusätzlicher Stromkreis aufgelegt. Auf weiteren rund 15 Kilometern ist ein standortgleicher Ersatzneubau vorgesehen. Rund 11 Kilometer der Trasse liegen in Unterfranken und führen durch die Gemeinden Oberaurach, Stettfeld, Ebelsbach und Eltmann. Durch die Maßnahme steigt die Leistungsfähigkeit der Leitung, sodass künftig mehr Strom aus erneuerbaren Energien aufgenommen und transportiert werden kann. Zugleich werden standortbezogen Maste verstärkt, erneuert oder erhöht, um die Standsicherheit sowie die notwendigen Abstände der Leiterseile zum Boden dauerhaft sicherzustellen. Der Baubeginn ist für 2027 geplant, die Inbetriebnahme im Folgejahr.
Sicherheit, Stabilität und Resilienz
Die Versorgungssicherheit im Netzgebiet der Bayernwerk Netz liegt bei über 99 Prozent. Für die restlichen 0-Komma-Prozent, denen klimatische und sicherheitsrelevante Risiken zugrunde liegen, gibt es keinen umfassenden Schutz, kann es keinen umfassenden Schutz geben. Die Bayernwerk Netz beobachtet die Sicherheitslage genau und nimmt Entwicklungen zum Anlass, ihre Aktivitäten bei Bedarf anzupassen – stets vor dem Hintergrund, im Krisenfall schnell und effektiv reagieren zu können. Mit Bundeswehr, Heimat- und Zivilschutz, THW und Freiwilligen Feuerwehren steht der Verteilnetzbetreiber im engen Austausch und führt gemeinsame Übungen durch.
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Kurzprofil Bayernwerk Netz GmbH
Seit mehr als 100 Jahren ist der Name Bayernwerk mit der Energieversorgung in Bayern verbunden. Die Bayernwerk Netz GmbH betreibt umfangreiche Energieinfrastruktur in Unter-und Oberfranken, in der Oberpfalz sowie in Nieder- und Oberbayern. Über diese Netzinfrastruktur werden rund sieben Millionen Menschen mit Energie versorgt.
Das Stromnetz der Bayernwerk Netz GmbH umfasst rund 156.000 Kilometer, das Straßenbeleuchtungsnetz rund 34.600 Kilometer. Das Unternehmen entwickelt seine Netzinfrastruktur kontinuierlich weiter und setzt dabei unter anderem digitale Technologien ein.
In Nord- und Ostbayern betreibt die Bayernwerk Netz GmbH zudem ein Erdgasnetz mit einer Länge von rund 6.000 Kilometern. Das Unternehmen ist an mehr als 20 Standorten in Bayern präsent. Sitz der Bayernwerk Netz GmbH ist Regensburg. Sie ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Bayernwerk AG.