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Foto Erik Nyheim: Veronika Stuksrud

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Drei Fragen an Erik Nyheim, Höegh Evi

Deutschland steht vor der Aufgabe, verlässliche Importstrukturen für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft zu schaffen. Schwimmende Terminals können dabei eine wichtige Brücke bilden. Höegh Evi entwickelt Infrastrukturlösungen für LNG, Ammoniak und Wasserstoff. CEO Erik Nyheim erläutert im Interview, wie sich LNG-Infrastruktur weiterentwickeln lässt, welche Rolle Ammoniak für Europas Wasserstoffimporte spielt und wie schwimmende Terminals die Energiewende unterstützen können.

  1. Wie kann sich LNG-Infrastruktur zu Wasserstoffinfrastruktur weiterentwickeln?

    Deutschlands LNG-Importnetz basiert größtenteils auf schwimmenden Terminals, sogenannten FSRUs. Diese Anlagen haben dazu beigetragen, die Gasimportkapazitäten in einer Phase unsicherer Energieversorgung rasch auszubauen. Sie boten eine Lösung, die schnell einsetzbar, flexibel und kosteneffizient war. Genau diese Eigenschaften sind auch für die Energiewende von großer Bedeutung.

    Heute investiert Europa in Wasserstoffinfrastruktur, darunter neue Pipelinenetze und die Umnutzung bestehender Gasinfrastruktur. Schwimmende Terminals fügen sich nahtlos in diesen Ansatz ein: Sie bieten eine flexible Möglichkeit, die globalen Energiemärkte mit der europäischen Nachfrage zu verbinden, während sich die Wasserstoffwirtschaft weiterentwickelt.

    Bei Höegh Evi haben wir vor Kurzem die Erprobung unserer modularen Ammoniak-Cracker-Technologie abgeschlossen. Die Tests haben bestätigt, dass die Technologie großvolumige Wasserstoffimporte ermöglichen kann, bei denen Ammoniak als Trägermedium dient. Sie kann auf schwimmender Infrastruktur eingesetzt und in bestehende sowie künftige Pipelinenetze integriert werden. Auch hybride Konzepte sind möglich, bei denen LNG- und Ammoniakinfrastruktur am selben Standort betrieben werden.

  2. Welche Rolle wird Ammoniak bei Europas Wasserstoffimporten spielen?

    Im Rahmen von REPowerEU strebt die EU an, bis zum Jahr 2030 insgesamt 20 Millionen Tonnen erneuerbaren Wasserstoffs bereitzustellen. Die Hälfte davon soll aus Importen stammen.

    Ammoniak dürfte eine wichtige Rolle dabei spielen, dieses Ziel zu erreichen. Während der Transport von Wasserstoff über große Entfernungen technisch anspruchsvoll und kostspielig sein kann, ist Ammoniak stabiler und lässt sich mithilfe etablierter maritimer Infrastruktur und globaler Handelsrouten effizient per Schiff transportieren.

    Dadurch entsteht die Möglichkeit, Regionen mit reichlich verfügbaren erneuerbaren Ressourcen mit der europäischen Industrie zu verbinden. Grüner Wasserstoff kann in grünes Ammoniak umgewandelt und per Schiff nach Europa transportiert werden. Dort wird das Ammoniak am oder in der Nähe des Importstandorts wieder in Wasserstoff umgewandelt. Mehrere geplante Importprojekte in Deutschland basieren auf diesem Modell. Dies zeigt, dass zunehmend anerkannt wird, welchen Beitrag Ammoniak dazu leisten kann, die Lücke zwischen heimischer Produktion und wachsender Nachfrage zu schließen.

    Höegh Evi unterstützt diese Wertschöpfungskette durch die Entwicklung schwimmender Ammoniakterminals mit und ohne Ammoniak-Cracking zur Wasserstoffgewinnung. Unser Ziel ist es, einen wettbewerbsfähigen Übergang Europas zur Wasserstoffwirtschaft zu unterstützen, indem wir einen breiteren Zugang zu den globalen Märkten ermöglichen.

  3. Wie können schwimmende Terminals die Energiewende in Deutschland beschleunigen?

    Deutschland unternimmt mit dem Wasserstoff-Kernnetz bereits wichtige Schritte zum Aufbau seiner Wasserstoffwirtschaft. Dieses Netz ist ein entscheidender erster Schritt zur Entwicklung eines Wasserstoffmarktes. Die Lieferketten, die Importinfrastruktur und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen befinden sich jedoch noch im Aufbau, und die prognostizierte Nachfrage kann nicht garantiert werden. Solange diese Voraussetzungen nicht geschaffen sind, wird es schwierig sein, den Wasserstoffverbrauch in größerem Maßstab auszubauen.

    Schwimmende Terminals bieten eine äußerst pragmatische Lösung, um Importinfrastruktur schnell bereitzustellen. Im Gegensatz zu großen Anlagen an Land, deren Bau mehrere Jahre dauert, kann ein Schiff kurzfristig eingesetzt werden. Zudem lassen sich die Kapazitäten schrittweise erweitern, während der Wasserstoffmarkt heranreift.

    Höegh Evi entwickelt außerdem Infrastrukturlösungen, die am selben Standort mehrere Energieträger und Anwendungen unterstützen können. Dazu zählen LNG, Ammoniakimporte, die Umwandlung von Ammoniak in Wasserstoff sowie Aktivitäten im Bereich der CO₂-Abscheidung und -Speicherung (CCS). Dies schafft Flexibilität – nicht nur bei der Art und Weise, wie Energie importiert wird, sondern auch bei der Diversifizierung und Weiterentwicklung des gesamten Energiesystems.

    In Deutschland kann diese Kombination aus Geschwindigkeit, Flexibilität und Skalierbarkeit dazu beitragen, Infrastrukturinvestitionen mit dem Tempo der Energiewende in Einklang zu bringen.

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