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Erste niederländisch-deutsche Wasserstoffleitung in den Startlöchern
Gasunie und Thyssengas haben erstmals eine formale Grundlage für grenzüberschreitenden Wasserstofftransport zwischen den Niederlanden und Deutschland geschaffen. Mitte Dezember unterzeichneten die Gasnetzbetreiber ein sogenanntes Joint Development Agreement als Vorstufe zu einem Netzkopplungsvertrag.
Die geplante Infrastruktur soll überwiegend aus bestehenden Erdgasleitungen bestehen, die für den Transport von Wasserstoff umgerüstet werden, und so den grenzüberschreitenden Transport zwischen den Niederlanden und Deutschland ermöglichen. Über Grenzpunkte in Oude Statenzijl (Groningen) und Vlieghuis (Drenthe) soll eine strategische Achse entstehen, die niederländische Industriegebiete, Häfen sowie Speicher- und Produktionsanlagen direkt mit industriellen Verbrauchszentren in Deutschland, insbesondere im Ruhrgebiet und Rheinland, verbindet.
Ein Kernbestandteil des Projekts ist die Integration der bestehenden Thyssengas-Leitung von Vlieghuis nach Ochtrup im Münsterland, deren Umrüstung bereits im Sommer 2025 begonnen wurde. Diese Verbindung ist zugleich Teil des deutschen Wasserstoff-Kernnetzes und der Initiative GET H2.
Mit dem Joint Development Agreement legen die Partner die technischen und organisatorischen Grundlagen für einen sicheren und zuverlässigen Wasserstofftransport über die Grenze. Ziel ist es, erste industrielle Abnehmer zu versorgen und die Grundlage für weitere grenzüberschreitende Wasserstoffverbindungen in Nordwesteuropa zu schaffen.
Nach Aussagen der Unternehmen wird der grenzüberschreitende Transport von Wasserstoff als wichtiger Baustein für die Entwicklung eines integrierten Wasserstoffmarktes in Nordwesteuropa gesehen. Die Initiative soll nicht nur die Versorgung zwischen den Niederlanden und Deutschland stärken, sondern Perspektiven für weitere Kooperationen eröffnen.