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ETW Energietechnik erhält Auftrag für Biomethananlage der Berliner Stadtreinigungsbetriebe
ETW Energietechnik hat nach eigenen Angaben einen Auftrag der Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) für die Errichtung einer Anlage zur Biomethanaufbereitung erhalten. Die gemeinsam mit dem Planungsbüro Rytec GmbH entwickelte Anlage soll künftig Deponiegas zu Biomethan veredeln und damit bislang ungenutzte Energiepotenziale erschließen.
Die Anlage sei darauf ausgelegt, bis zu 700 Normkubikmeter Deponiegas pro Stunde aufzubereiten zu können. Das daraus gewonnene Biomethan könne perspektivisch in bestehende Energiesysteme integriert werden, zudem leiste es einen Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasemissionen. Im Zentrum der Planung steht die Nutzung von Deponiegas als Rohstoffquelle für erneuerbares Gas — ein Ansatz, der im Biomethanmarkt zunehmend an Bedeutung gewinnen könne.
Die Aufbereitung von Deponiegas gilt als anspruchsvoll: Deponiegas weist häufig hohe Schadstoffkonzentrationen auf und seine Zusammensetzung schwankt stark. Auch ersetzen sich die Methanemissionen einer Deponie mit der Zeit zunehmend durch Sauer- und Stickstoffemissionen, was zu schwankenden Gasströmen führt. Daher sei die geplante Anlage auf einen flexiblen Betrieb, zwischen etwa 40 und 100 Prozent ausgelegt. In Kombination mit einer nachgeschalteten Stickstoffreduzierungseinheit (Nitrogen Reduction Unit) sei es außerdem möglich, Gasströme mit Stickstoffanteilen von über 22 Prozent auf Einspeisequalität zu bringen. Das Unternehmen verweist darauf, dass entsprechende Betriebserfahrungen bereits an einer Referenzanlage im italienischen Taranto gesammelt worden seien.
Zur Eigenen Energieversorgung werde zusätzlich ein Blockheizkraftwerk integriert, das mit anfallendem Off-Gas betrieben werden soll. Dadurch lasse sich der Strombedarf der Anlage teilweise decken und zugleich die Methanausbeute auf über 95 Prozent steigern. Insgesamt verdeutliche das Projekt nach Einschätzung der Beteiligten das Potenzial, Deponiegas systematisch in die Biomethanproduktion einzubinden und so zusätzliche erneuerbare Gasquellen zu erschließen.