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Europas Industrie formiert sich für Wasserstoff-Offensive
In Brüssel ist im April die „European Resilience Alliance for Clean Hydrogen and Derivatives“ (ERA) offiziell gestartet. Die Initiative vereint führende europäische Energie- und Industrieunternehmen entlang der Wasserstoff-Wertschöpfungskette. Darunter befinden sich mehrere zentrale Akteure der Gasinfrastruktur wie ENAGÁS, FLUXYS, GASGRID FINLAND, NORDION ENERGI und Open Grid Europe GmbH (OGE). Ziel ist es, den Einsatz von sauberem Wasserstoff zu beschleunigen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit sowie die Resilienz der europäischen Industrie zu stärken. Damit bündeln Unternehmen aus Erzeugung, Transport, Speicherung und industrieller Nachfrage ihre Interessen in einer gemeinsamen Plattform, um den stockenden Markthochlauf gezielt voranzubringen.
Gemeinsam mit Hydrogen Europe hat die Allianz ein White Paper vorgelegt. Darin werden zentrale Hemmnisse identifiziert, die den Markthochlauf derzeit bremsen. Genannt werden unter anderem fragmentierte regulatorische Vorgaben, komplexe Regeln für erneuerbare Kraftstoffe nicht-biologischen Ursprungs (RFNBO), hohe Stromkosten, unzureichende Nachfrage sowie Unsicherheiten beim Infrastrukturausbau. In der Folge hätten bislang weniger als sieben Prozent der großen Wasserstoffprojekte eine finale Investitionsentscheidung erreicht.
Die ERA will daher künftig mit einer einheitlichen Stimme gegenüber Politik und Regulierungsbehörden auftreten und gleichzeitig die gesamte Wertschöpfungskette besser koordinieren, um Engpässe zu identifizieren und abzubauen. Ziel ist es, Projekte schneller zur Umsetzung zu bringen und die Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Wasserstoffwirtschaft in Europa zu schaffen.
Miguel López, Vorstandsvorsitzender von thyssenkrupp AG, betonte in diesem Zusammenhang, Europas Verwundbarkeit sei strukturell bedingt. Die Abhängigkeit von Energieimporten, Technologien und Lieferketten gefährde langfristig die industrielle Wettbewerbsfähigkeit. Der Aufbau einer resilienten Wasserstoffwirtschaft sei daher nicht nur klimapolitisch, sondern auch wirtschaftlich notwendig.