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Größte kommerzielle Anlage für grünen Wasserstoff in Betrieb genommen
Der französische Wasserstoffproduzent Lhyfe hat im baden-württembergischen Schwäbisch Gmünd seine erste kommerzielle Produktionsanlage in Deutschland offiziell in Betrieb genommen. Nach Angaben des Unternehmens ist es die bislang größte Anlage in Deutschland, die ausschließlich dem freien Verkauf von grünem Wasserstoff dient. Zudem ist es die erste Wasserstoffproduktion des Unternehmens außerhalb Frankreichs. MIt einer Elektrolyseleistung von bis zu 10 MW kann die Anlange täglich etwa 4 Tonnen Wasserstoff erzeugen.
Mit dem neuen Standort will Lhyfe insbesondere energieintensive Industrien in der Region mit Wasserstoff versorgen. Damit der in Schwäbisch-Gmünd erzeugte Wasserstoff auch den Anforderungen der EU-Taxonomie entspricht, erfüllt die Anlage die sogenannten RFNBO-Kriterien. Diese schreiben vor, dass der Wasserstoffvollständig aus erneuerbaren Energiequellen hergestellt werden muss. Lhyfe nutzt hierfür Strom aus regionalen Wind- und Solarparks, abgesichert durchlangfristige Stromabnahmeverträge (PPAs).
Neben der Industriebeliefert Lhyfe auch den Mobilitätssektor. Auf dem Gelände befindet sich eine Befüllstation für Lkw. Zudem besteht ein Liefervertrag mit dem Tankstellenbetreiber H2 Mobility.
Die Anlage ist in modularer Containerbauweise errichtet und basiert auf mehreren Elektrolyse-Stacks. Dadurch lassen sich alle wesentlichen Prozesse – von der Stromumwandlung über Kühlung und Wasseraufbereitung bis hin zu Elektrolyse, Reinigung, Verdichtung und Abfüllung – kompakt auf einer vergleichsweisekleinen Fläche umsetzen.
Luc Graré, Leiter Mittel- und Osteuropa bei Lhyfe, betont, man sei bei der Standortwahl den konsequenten Bemühungen der Landesregierung Baden-Württembergs gefolgt .Gemeinsam verfolge man das Ziel, ein Modell für den Einsatz von grünem Wasserstoff zu etablieren.
Das Projekt gilt als Leuchtturm der vom Land Baden-Württemberg geförderten Initiative H2-Wandel – Modellregion Grüner Wasserstoff. Es wurde mit 2,1 Millionen Euro aus Landesmitteln und 4,3 Millionen Euro aus dem europäischen EFRE-Programm unterstützt. Insgesamt investierte Lhyfe rund 30Millionen Euro in die Anlage.