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Bild: Stefan Hobmaier/DIE GAS- UND WASSERSTOFFWIRTSCHAFT

Pressemitteilung

EnWG-Novelle: Gasnetze müssen zur Infrastruktur für klimaneutrale Moleküle werden

Der Bundestagsausschuss für Wirtschaft und Energie hat sich am Nachmittag in einer Anhörung mit der Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes zur Umsetzung des EU-Gas- und Wasserstoff-Binnenmarktpakets befasst. Aus Sicht des Verbands Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft ist die Novelle ein wichtiger Schritt, um die bestehende Gasinfrastruktur weiterzuentwickeln und den Hochlauf von Wasserstoff und Biomethan regulatorisch abzusichern. Dazu erklärte Dr. Timm Kehler, Vorstand von Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft:

„Die EnWG-Novelle ist eine zentrale Weichenstellung für die Transformation unserer Energieinfrastruktur. Entscheidend ist, dass sie nicht auf Stilllegung, sondern auf Vergrünung ausgerichtet wird. Gasnetze sind kein Auslaufmodell, sondern die Voraussetzung dafür, dass Wasserstoff, Biomethan und andere klimaneutrale Moleküle schnell und effizient in den Markt kommen.

Beim Wasserstoff-Kernnetz braucht es jetzt investitionsfreundliche Finanzierungsbedingungen. Der aktuelle Rahmen wird den Risiken des Hochlaufs noch nicht ausreichend gerecht. Wer privates Kapital für den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft mobilisieren will, muss Selbstbehalte, Eigenkapitalverzinsung und Refinanzierungszeiträume so ausgestalten, dass Investitionen tatsächlich möglich werden. Das gilt auch für regionale Wasserstoffnetze, die für die Anbindung von Industrie, Mittelstand und Verteilnetzstrukturen entscheidend sind.

Gleichzeitig muss Biomethan dauerhaft als fester Bestandteil der klimaneutralen Energieversorgung abgesichert werden. Biomethan ist bereits heute verfügbar, speicherbar und systemdienlich. Dafür braucht es eine nationale Biomethanstrategie, langfristige Netzanschlusssicherheit über mindestens 20 Jahre und objektive Kriterien für Biomethan-Eignungsgebiete. Die Transformation der Gasnetze darf nicht zulasten bestehender und künftiger Investitionen in erneuerbare Gase gehen.

Die Richtung stimmt, aber an zentralen Stellen muss der Gesetzentwurf nachgeschärft werden. Die Transformation gelingt nur, wenn Versorgungssicherheit, Investitionssicherheit und Bezahlbarkeit zusammengedacht werden.“

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Als Stimme der Branche bündelt der Verband DIE GAS- UND WASSERSTOFFWIRTSCHAFT e.V. die Interessen seiner Mitglieder und setzt sich dafür ein, dass die Potenziale von Wasserstoff und seiner Derivate sowie Biogas und Erdgas inklusive der dazugehörigen Infrastruktur genutzt werden. Zudem informiert er über die Chancen, die gasförmige Energieträger für ein klimaneutrales als auch resilientes Energiesystem bieten, und treibt die Transformation der Branche hin zu neuen Gasen voran. Der Verband wird von führenden Unternehmen der Energiewirtschaft getragen und umfasst die gesamte Wertschöpfungskette von Produktion, Transport, Verteilung bis hin zu Handel, Vertrieb und Anwendungen. Weitere Branchenverbände und Industrieunternehmen unterstützen ihn als Partner.

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