Pressemitteilung -
Von Windrädern am Stadion und einem Fahrrad-Versprechen
Spannende, kontroverse und launige Diskussion über »Fußball und Klimaschutz« beim 21-Talk im Fußballmuseum
Sportliche Großereignisse und Nachhaltigkeit – das geht per se erst einmal nicht Hand in Hand. Ob und wie es gelingen kann, den Profifußball klimaschonender zu organisieren: Darüber diskutierten Carsten Cramer, Sprecher der Geschäftsführung von Borussia Dortmund, der RWE-Vorstandsvorsitzende Dr. Markus Krebber und Dr. Imke Schmidt, Wissenschaftlerin am renommierten Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie, am Dienstag (3.3.) beim 21-Talk »Die 4. Halbzeit« im Deutschen Fußballmuseum. Es wurde ein Abend, der neben ambitionierten und kontroversen auch seine unterhaltsamen und sogar launigen Momente hatte. Und den Moderator Gregor Schnittker mit einer aus BVB-Sicht durchaus provokanten Feststellung einleitete: „Dem Klima ist es egal, wer Deutscher Meister wird!“
(Wer nicht vor Ort oder im Stream live dabei war, kann sich die Veranstaltung unter nachfolgendem Link re-live anschauen à: https://www.youtube.com/live/3glLQshovUs)
Dass der BVB 2026 nicht Meister wird, musste Carsten Cramer nach dem jüngsten 2:3 gegen den FC Bayern München wohl akzeptieren. Gäbe es eine Meisterschale für die Bemühungen um Nachhaltigkeit, hatten die Schwarzgelben wahrscheinlich bessere Chancen. Auch wenn der ver.di-Streik im ÖPNV am vergangenen Samstag „natürlich alles konterkariert hat, was wir an Spieltagen gemeinsam mit unserem Nachhaltigkeitspartner DSW21 eigentlich anstreben“ – nämlich möglichst viele Fans mit öffentlichen Verkehrsmitteln klimaschonend zum Stadion und zurückzubringen.
„Niemand will den Fans ihren Fußball wegnehmen!“
Mobilität ist der Hebel schlechthin bei Sport-Events wie Bundesligaspielen, Welt- und Europameisterschaften, Olympischen Spielen, aber auch anderen Großveranstaltungen außerhalb des Sports. Sie lösen Massenbewegungen überhaupt erst aus, die es sonst gar nicht gäbe. Auch Lieferketten, etwa für Merchandise-Artikel, verursachten erhebliche Emissionen. Dazu die Reiseaktivitäten der Mannschaften selbst, zumeist per Flugzeug. Kritikpunkte, die Dr. Imke Schmidt in die Diskussion einspeiste – und Carsten Cramers Widerspruch provozierte. „Wenn man das konsequent zu Ende denkt, stellt es unser Geschäftsmodell an sich in Frage.“ Der klimaneutrale Heimspieltag, bezogen auf die Emissionen vor Ort, sei ein Ziel. „Auf die Frage, wie wir professionellen Fußball spielen und alle Emissionen auf null fahren sollen, habe ich aber keine Antwort“, konterte er.
„Niemand wolle doch“, beruhigte die Wissenschaftlerin, „den Fans ihren Fußball wegnehmen.“ Und in der Tat sei „bemerkenswert, was der BVB alles unternimmt“. Trotzdem müsse man sich „immer die Frage stellen, was man noch mehr tun kann. Damit auch unsere Kinder und Kindeskinder noch in den Genuss emotionaler Fußballerlebnisse kommen“.
Neue PV-Anlage „ein cooler Doppelpass“ zwischen BVB und RWE
Dr. Markus Krebber warb dafür, beim Klimaschutz mehr auf die bereits erreichten Erfolge zu schauen. Ein gutes Beispiel sei die neue, leistungsstarke Photovoltaikanlage und der damit verbundene Batteriespeicher, die RWE 2025 auf dem Dach des Signal Iduna Parks installiert hat. Die weltweit größte auf einem Stadiondach. „Ein cooler Doppelpass zwischen RWE und uns“, sagte Cramer, denn „aus eigener Finanzkraft hätten wir dieses Projekt nicht umsetzen können“. Um die Akzeptanz für den Klimaschutz hochzuhalten, müsse in Zukunft die Bezahlbarkeit stärker in den Fokus rücken, so Krebber. „Wir müssen die Energiewende ökonomisch-rational angehen. Das Geld muss zuerst dort eingesetzt werden, wo wir kurzfristig die meisten CO2-Emissionen einsparen können. Teure Maßnahmen folgen später, wenn die Technik weiterentwickelt und günstiger ist.“
DSW21-Chef Jörg Jacoby: „Kein 100 m-Sprint, sondern ein Marathonlauf!“
Was sein größter Wunsch wäre, wenn er denn einen frei hätte? „Dass wir so schnell wie möglich eine Technologie finden“, so Krebber, „die es ermöglicht, ohne großen Flächenverbrauch unseren Energiebedarf zu stillen“. Derweil warb Jörg Jacoby, Vorstandsvorsitzender von DSW21, für einen langen Atem. „Dieser Transformationsprozess ist kein 100 m-Sprint, sondern ein Marathonlauf. Natürlich würden auch wir als 21-Gruppe bei der Mobilitätswende, der Wärmewende, der Energiewende, der energetischen Wohnungssanierung und vielen weiteren Themen noch schneller noch mehr machen. Aber der Investitionsbedarf ist gigantisch und die finanziellen Möglichkeiten der Städte und der kommunalen Unternehmen sind begrenzt.“
Mehr Fahrrad-Stellplätze? - „Wir machen das!“
Carsten Cramer versicherte, der BVB werde in Sachen Nachhaltigkeit ambitioniert bleiben. „Wir sind uns unserer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Wir wollen vorangehen. Wenn es möglich wäre, würden wir an den vier Stadionecken auch noch Windräder bauen.“ Realistischer ist das Versprechen, dass er Heide Kröger-Brenner vom ADFC abschließend gab. Für mehr bewachte Fahrrad-Abstellanlagen in Stadionnähe zu sorgen. „Ich weiß zwar noch nicht, wie wir das hinbekommen, weil unser eigenes Grundstück an den Stadiongrenzen endet. Aber ich versichere ihnen: Wir machen das!“
Themen
Kategorien
Regionen
21 – Wir machen´s einfach. Infrastruktur für Dortmund. Die Unternehmen der 21 sind seit über 160 Jahren erfolgreich am Markt und verändern sich und die Region stetig. Nutzen Sie die Chance und lernen Sie uns kennen: www.21.de