Greenpeace misst Nitratbelastung mit mobilem Labor im Landkreis Straubing-Bogen
Termin 19. Oktober 2026 10:30 – 12:00
Ort Kirchplatz (Parkplatz Kinderkrippe St. Martin), 94342 Straßkirchen
Grundwasser im Wahlkreis von Landwirtschaftsminister Alois Rainer stark belastet
Sehr geehrte Damen und Herren,
an vielen Grundwassermessstellen in Bayern liegen die Nitratwerte zuletzt über dem Schwellenwert von 50 Milligramm pro Liter. Betroffen ist auch der Landkreis Straubing-Bogen. Das offizielle Messnetz ist allerdings lückenhaft. Das nimmt die unabhängige Umweltorganisation Greenpeace zum Anlass, mit einem mobilen Messlabor die Nitratbelastung in Oberflächengewässern zu überprüfen. Wir laden Sie herzlich ein, bei der Probennahme und Analyse des Wassers dabei zu sein.
Für Interviews stehen Ihnen zur Verfügung:
- Vera Baumert, Naturschutz-Expertin bei Greenpeace Bayern
- Julios Kontchou, Umwelttoxikologe bei Greenpeace Deutschland
Der Termin ist für Fotoberichterstattung geeignet. Eine Anmeldung ist wünschenswert. Sie erreichen unseren Pressesprecher Georg Thanscheidt unter georg.thanscheidt@greenpeace.org oder 0171/5303156.
Hintergrund: Nitrat im Trinkwasser kann die Gesundheit von Säuglingen gefährden und steht im Verdacht, das Darmkrebsrisiko zu erhöhen. Dass der geltende Schwellenwert im Grundwasser vielerorts überschritten wird, macht die Gewinnung von Trinkwasser kompliziert und teuer. In Bayern liegen nach Greenpeace-Recherchen die Nitratwerte von fast 23 Prozent der Grundwasser-Messstellen darüber, im Landkreis Straubing-Bogen sind es 34,6 Prozent (9 von 26 Messtellen). Auch Oberflächengewässer sind in ökologisch bedenklichem Maß mit Nitrat belastet: Der Zielwert für Flüsse liegt bei 11,1 mg Nitrat je Liter. Er wurde im Landkreis Straubing zuletzt an allen neun Messstellen überschritten. Hauptursache der hohen Nitratbelastung ist die übermäßige Düngung in der Landwirtschaft.
Der Wahlkreis Straubing, bestehend aus den Landkreisen Straubing-Bogen, Regen und der Stadt Straubing, wird von Alois Rainer (CSU) vertreten. Als Bundeslandwirtschaftsminister hat er seit 2025 den Schutz unseres Wassers aufgeweicht und Rückschritte beim Düngerecht durchgesetzt. Aktuell werden in Bayern beispielsweise keine “Roten Gebiete” mehr ausgewiesen. Das sind Areale, in denen aufgrund der besonders hohen Nitratbelastung bisher verschärfte Düngeregeln galten. Wenn es nach Alois Rainer geht, wird diese Belastung bis auf Weiteres unter den Teppich gekehrt und kein Verantwortlicher benannt. Grund genug für Greenpeace, die Nitratwerte im Wahlkreis des Ministers einmal unter die Lupe zu nehmen.
Den genauen Treffpunkt finden Sie auch über diesen Link von Google Maps. Angaben zu den Daten der Messtellen: Eigene Auswertung auf Grundlage aller Grundwasser-Messstellen des Gewässerkundlichen Dienstes Bayern mit Messwerten aus dem Jahr 2024: Jahresmittel 2024 je Messstelle, Schwellenwert 50 mg/l (GrwVO). Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt. / Eigene Auswertung auf Grundlage aller Fluss-Messstellen des Gewässerkundlichen Dienstes Bayern: 90-Perzentil des letzten Messjahres mit mindestens 4 Werten. Zielwert 11,1 mg/l (chemische Güteklassifikation nach LAWA). Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt.