Pressemitteilung -
Gasspürer überprüfen rund 390 Kilometer Gasleitungen im Kreis Rendsburg-Eckernförde – zu Fuß und mit Auto
Experten ab 7. April unterwegs: Mobile Kontrolle mit Spezialfahrzeug ergänzt erstmals fußläufige Überprüfung unterirdisch verlegter Leitungen.
Mit modernster Technik auf der Suche nach kleinsten Gaslecks: Im Kreis Rendsburg-Eckernförde sind in den nächsten Wochen die Gasspürer der Firmen TBD und Regiocom unterwegs und inspizieren im Auftrag von Schleswig-Holstein Netz (SH Netz) die unterirdisch verlegten Gasleitungen auf einer Länge von rund 390 Kilometern. Bei der Kontrolle kommen zwei unterschiedliche Verfahren zum Einsatz: Neben Gasspürern, die mit Hilfe eines Hightech-Messgeräts zu Fuß nach Gaslecks fahnden, setzt SH Netz im Gebiet des Netzcenters Fockbek erstmals auch die fahrzeuggestützte Gasleitungsüberprüfung ein.
Als Erstes starten die Gasspürer der Firma TBD. Ab 7. April machen sich die eingesetzten Experten zu Fuß auf die Suche nach möglichen Undichtigkeiten im Netzgebiet. Ein von ihnen mitgeführtes Hightech-Messgerät erkennt, was mit bloßem Auge nicht sichtbar ist – kleinste Lecks in den unterirdischen Leitungen. Das Messgerät misst das Luftgemisch und schlägt sofort aus, sollte es minimale Mengen an Erdgas erkennen.
Matthias Nickels, zuständiger Netzcenter-Leiter aus Fockbek, erklärt: „Das in den Leitungen transportierte Erdgas selbst ist geruchslos. Ihm wird aus Sicherheitsgründen ein Geruchsstoff beigemischt, sodass es bei einem Austritt nach verfaulten Eiern riecht. Die Messgeräte unserer Gasspür-Experten können aber schon die allerkleinsten Mengen Erdgas in der Luft detektieren. Diese sind so gering, dass wir sie nicht riechen können.“
Sollte das Messgerät einmal ausschlagen, kann der Gasspürer die undichte Stelle lokalisieren. SH Netz nimmt dann schnellstmöglich die Instandsetzung vor. Die Gas-Detektive von TBD sind in diesem Jahr für die Kontrolle von rund 210 Kilometer Gasleitungen im Kreis Rendsburg-Eckernförde im Einsatz. „Gasspüren ist eine Tätigkeit mit großer Verantwortung. Deshalb müssen alle eingesetzten Fachkräfte ihr hierzu erforderliches Zertifikat regelmäßig auffrischen“, sagt Matthias Nickels.
Weitere rund 180 Kilometer Gasleitungen werden ab dem 16. April mit einem Spezialfahrzeug der Firma Regiocom überprüft. Das mit modernster Messtechnik ausgestattete Auto ist in den Gemeinden Schacht-Audorf, Westerrönfeld, Gokels, Holtsee, Groß Wittensee, Felde, Haby und Nienborstel unterwegs. „Beim Pilotprojekt im Kreis Steinburg haben wir gute Erfahrungen mit der fahrzeuggestützten Gasleitungsüberprüfung gemacht“, sagt Florian Schäfe. „Das System weist eine sehr gute Abdeckung auf. Wir können damit einen Umkreis von bis zu 15 Metern untersuchen“, so der Projektleiter in der Netzüberwachung bei SH Netz. Dadurch können sowohl Versorgungsleitungen, die meist unterhalb von Straßen oder Geh- und Radwegen liegen, als auch Hausanschlussleitungen überprüft werden.
Die Messtechnik funktioniert so: Über einen Ansaugstutzen im Bereich der Stoßstange des Fahrzeugs wird die Umgebungsluft aufgenommen und zur Analyseeinheit im Kofferraum geleitet. Dort überprüft ein Lasersensor die Umgebungsluft auf Methan und Ethan. Der Sensor erkennt Methan- und Ethan-Moleküle bis zu einem Milliardstel. Die verbaute Software setzt die erfassten Werte in Relation zur Windrichtung, die mit einer weiteren Sonde auf dem Fahrzeugdach gemessen wird. Die Ergebnisse werden kartographiert und dokumentiert. So können weiträumig etwaige Austrittsstellen geortet werden.
Die fahrzeuggestützte Leitungsüberprüfung erleichtert SH Netz die Überprüfung der Gasleitungen nach der zukünftigen Verordnung G465-4-IV des DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches). Sie ergänzt die regelmäßig stattfindenden Überprüfungen durch Gasspürer zu Fuß sowie durch spezielle Drohnen aus der Luft.
In folgenden Gemeinden im Kreis Rendsburg-Eckernförde sind die Gasspürer zu Fuß im Einsatz: Strande, Alt Duvenstedt, Remmels, Meezen, Beringstedt, Todenbüttel, Schülldorf, Dänischenhagen, Scharnhagen, Sehestedt, Eisendorf, Bargstedt, Brammer, Lütjenwestedt, Seefeld, Ellerdorf, Rade bei Rendsburg, Ostenfeld, Groß Vollstedt, Oldenhütten, Rade bei Hohenwestedt, Alt Duvenstedt, Holzbunge, Lindau, Sehestedt, Klein Wittensee, Neu Duvenstedt-Nord und Bornstein.
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Schleswig-Holstein Netz
Schleswig-Holstein Netz (SH Netz) betreibt für rund 2,8 Millionen direkt oder indirekt angeschlossene Kunden Strom- und Gasleitungen in mehr als 900 Kommunen in Schleswig-Holstein. Rund 400 schleswig-holsteinische Kommunen halten Anteile an SH Netz. Sie haben umfangreiche Mitspracherechte und erhalten eine Garantiedividende. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an 30 Standorten in Schleswig-Holstein.
SH Netz hat als Partner der Energiewende bereits zehntausende Windräder und Solaranlagen an das Stromnetz angeschlossen. Darüber hinaus entwickelt das Unternehmen Energielösungen wie Smart-City-Anwendungen und unterstützt den Ausbau der Elektromobilität. SH Netz engagiert sich in Innovationsprojekten für mehr Klimaschutz. Dazu gehören beispielsweise Einspeiseanlagen, mit denen Biogas oder aus Windstrom produzierter Wasserstoff ins Erdgasnetz aufgenommen werden kann, oder staatlich geförderte Forschungsprojekte.
Auf dem Weg zur Klimaneutralität stellt SH Netz ihre sämtlichen Standorte, ihre mehrere hundert Fahrzeuge umfassende Flotte sowie den Strom- und Gasnetzbetrieb in mehreren Stufen entsprechend um. Außerdem unterstützt das Unternehmen seit vielen Jahren den regionalen Spitzen- und Breitensport in Schleswig-Holstein, zum Beispiel den SH Netz Cup in Rendsburg, das härteste Ruderrennen der Welt.
Die HanseWerk-Gruppe
Mehr als 3 Millionen Kunden in Norddeutschland beziehen Strom, Gas oder Wärme direkt oder indirekt über die von der HanseWerk-Gruppe und ihren Tochtergesellschaften betriebenen Energienetze. Darüber hinaus bietet das Unternehmen seinen Partnern und Kunden moderne und effiziente Energielösungen mit den Schwerpunkten Netzbetrieb, dezentrale Energieerzeugung oder E-Mobilitätslösungen.
Als Partner der Energiewende hat die HanseWerk-Gruppe in den letzten Jahren über 100.000 Anlagen zur Erzeugung Erneuerbarer Energie an ihre Netze angeschlossen und betreibt parallel dazu etwa 850 Energieumwandlungsanlagen sowie einen Erdgasspeicher. Die HanseWerk-Gruppe ist ein großer Ausbildungsbetrieb im Norden und engagiert sich in vielen Forschungs- und Innovationsprojekten zur Energiewende. Auf dem Weg zur Klimaneutralität stellt die HanseWerk-Gruppe ihre insgesamt 47 Standorte, die mehrere hundert Fahrzeuge umfassende Flotte, den Strom- und Gasnetzbetrieb sowie die Wärme- und Stromerzeugung in mehreren Stufen entsprechend um.
Über die Beteiligung der elf schleswig-holsteinischen Kreise sowie von fast 400 Kommunen sind die Unternehmen der HanseWerk-Gruppe regional sehr stark verwurzelt und unterstützen eine Vielzahl sozialer und kultureller Projekte, wie das Schleswig-Holstein Musik Festival, das Hamburger Straßenmagazin Hinz&Kunzt und den Schleswig-Holstein Netz Cup auf dem Nord-Ostsee-Kanal.